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Michael Riedel. Grafik als Ereignis

9. Juni bis 14. Oktober 2018 | Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
Eingabedatum: 11.06.2018

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Michael Riedel, „Signet“, 1994 Foto: Wolfgang Günzel, Frankfurt am Main © Michael Riedel und Städel Museum, Frankfurt am Main. Eigentum des Städelschen Museum-Vereins e. V.bilder

Mit Grafik als Ereignis widmet sich das Museum Angewandte Kunst dem OEuvre von Michael Riedel, das an der Schnittstelle von angewandter und freier Grafik operiert. Das Zentrum der Ausstellung bildet ein Werk, das am Beginn der erfolgreichen internationalen Karriere des damals 22-Jährigen steht: das 1994/95 entstandene Frühwerk mit dem Titel Signetische Zeichnung. Dabei handelt es sich um über 1000 Zeichnungen, zu denen auch nicht gezeichnete Zeichnungen zählen. 2016 wurde dieses Frühwerk vom Städelschen Museums-Verein e.V. erworben und ist nun erstmalig in vollem Umfang in einem Museum zu sehen.
Vom Frühwerk spannt die Ausstellung einen Bogen bis heute und inszeniert in raumgreifenden Installationen mit Zeichnungen, Wachsbüchern, Publikationen und Künstlerbüchern, mit Postkarten, Plakaten, Tapeten, Bildserien und „Poster Paintings“ bis hin zu bewegten digitalen Bildern Grafik als einen offenen, steten Prozess – als ein sich selbst fortschreibendes System in der Kunst.
Michael Riedel (geb. 1972 in Rüsselsheim) studierte zwischen den Jahren 1994 und 2000 an der Kunstakademie Düsseldorf, der Städelschule in Frankfurt am Main, wo er Meisterschüler von Hermann Nitsch wurde, sowie an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris. Seit Sommer 2017 ist er Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Riedels internationaler Karriere im Kunstsystem liegt ein Masterplan zugrunde, den er mit der Signetischen Zeichnung bereits vorfertigte. Systematisch setzt er an den Beginn seiner Künstlerbiografie seinen Namen und entwickelt aus ihm heraus sein Werk. Den Ausgangspunkt bildet dabei der Anfangsbuchstabe seines Vornamens, das „M“, das er zunächst zu einem schmuckvollen Monogramm stilisiert. Über nachfolgende Achsenverschiebungen und Drehungen, Grund- und Aufrisse lässt er Blatt für Blatt immer neue Zeichnungen entstehen, deren Sprache nun technisch-konstruktiv ist und die sich potenziell unendlich fortsetzen lassen. Mit dieser permanent neue Möglichkeiten anbietenden Erweiterung wird ein stetig neue Formen bildender Prozess in Gang gesetzt. Es entsteht ein unumkehrbares System einer Folge von Zeichnungen, dem eine absolute Eigendynamik innewohnt.
Michael Riedel definiert damit den Werkbegriff in der Kunst als ein sich selbst fortschreibendes System neu. Prozess und System werden eins. Das System erhält sich, indem es sich verändert. Riedel gelingt es, den Entwurf eines sich selbst produzierenden Kunstwerks innerhalb des Kunstsystems umzusetzen.

Nach der Signetischen Zeichnung führt Michael Riedel das Thema Reproduktion in Verbindung mit Publikationen, Plakaten und Tapeten ein. Er verwendet Medien, Drucktechniken und Grafikformen der angewandten Kunst und bezieht sie aufeinander, kombiniert sie, bildet Anschlüsse und lädt sie mit Kunstkontexten auf, nimmt ein Kunstwerk zum Ausgangsmaterial für weitere Werke. Plakate etwa transformiert er zu Künstlerbüchern, die zugleich Ausstellungskataloge sind, die dazugehörigen Druckbögen werden zu wieder neuen, eigenständigen Arbeiten. Ebenso werden Plakate zu Unikatbildern oder zu Motiven einer Tapete.
Als weiteres Material für seine Kunstproduktion dient ihm Text – Mitschnitte seines künstlerischen Alltags, den er in über 1.800 Stunden Tonaufnahmen festgehalten hat. Hier kündigt sich eine Utopie des Textes jenseits dessen an, was im landläufigen Sinne Kommunikation oder Lesbarkeit bedeutet. Die Verwendung der Hyper Text Markup Language (HTML) unterschiedlicher Webseiten, der Einsatz von Spracherkennungsprogrammen, die den Schreibprozess verselbstständigen, oder auch die Wiederverwertung vorhandener Texte, deren Wortfolge alphabetisch geordnet wird, stehen für Riedels Wege entlang der Oberflächenstruktur einer Materie und für ein Spiel mit verschiedenen Paradigmen: einmal mit einem der bildenden Kunst, für welche die Form der Inhalt ist. Zum anderen mit einem literarischen, bei dem wir gelernt haben, Inhalte zu erfassen, statt Drucksachen zu sehen. Indem Riedel Text und die damit verbundenen Schriftformen in ein visuelles Phänomen jenseits sprachlicher Mitteilung überführt, sprengt er wieder und wieder den Rahmen des Erwartbaren.
Insgesamt reflektiert sich im Werk Michael Riedels Grafik als eine Kulturleistung in Schrift und Bild. Die Formen angewandter Kunst transformiert er zu Fragestellungen freier Kunst und ihrem Anspruch auf Autonomie. Er besetzt das System Kunst und schreibt es fort. Das Kunstsystem wird damit fortlaufend dekonstruiert und zugleich rekonstruiert.
Die Ausstellung Michael Riedel. Grafik als Ereignis wird begleitet von einem Katalogprojekt. Mit der Eröffnung erscheint zunächst ein Textband zur Ausstellung, der im Eintrittspreis enthalten ist. Voraussichtlich im August 2018 erscheint ein weiterer, zweibändiger Katalog mit Texten und einer Bilddokumentation der Ausstellung, dessen Schwerpunkt auf der Signetischen Zeichnung liegt.
Presse






Daten zu Michael Riedel:

- abc 2013
- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art berlin 2017
- Frieze London 2013
- Galerie David Zwirner
- Kunstverein Braunschweig 2015
- Kunstverein Hamburg

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No Desaster


Das Berliner Sammlerpaar Barbara und Axel Haubrok wurde eingeladen, Auszüge seiner Sammlung nach eigenen Vorstellungen in den Räumlichkeiten der Sammlung Falckenberg zu präsentieren. Damit wird eine Tradition fortgesetzt, Privatsammler einzuladen, ihre Werke in einem neuen Kontext zu zeigen. Letztes Jahr war Thomas Olbricht zu Gast.

Aus der Sammlung Haubrok, die sich auf zeitgenössische Konzeptkunst, insbesondere Video, Fotografie und Installation konzentriert, werden mehr als 60 Arbeiten ausgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf Installationen und umfasst Arbeiten von Künstlern wie Martin Boyce, Carol Bove, Christoph Büchel, Martin Creed, Willem de Rooij, Rodney Graham, Wade Guyton, Cady Noland, Simon Starling, Kelley Walker, Haegue Yang und Heimo Zobernig, Michael Beutler, Tim Lee, Rodney McMillian, Michael Riedel oder Jan Timme.

Die Ausstellung, die sich über drei Etagen der Sammlung Falckenberg in Harburg ausdehnt, lebt von der Gegenüberstellung. Aus der Sammlung Haubrok sind eher zurückhaltende Werke zu sehen, die schon deshalb einen Kontrast zu den meisten Arbeiten der Sammlung Falckenberg bilden. Beide Sammlerauffassungen verdeutlichen repräsentative Standpunkte der postmodernen Gegenwartskunst. Der Dialog oder auch der gegenseitige Kommentar erlaubt einen umfassenden Einblick in die Gastsammlung in neuem Kontext und eröffnet darüber hinaus auch einen neuen Blick auf die Sammlung Falckenberg als Teil des Ausstellungsprogramms der Deichtorhallen.

"Michael Riedel hat für die Ausstellung eine Plakatarbeit entwickelt, die im kommenden Jahr auch in der Sammlung Haubrok in Berlin gezeigt wird. Der Berliner Künstler Michael Beutler hat seine ortsspezifische Arbeit »Copy Graffitty« im Hinblick auf die spezifischen Verhältnisse der Räume in Harburg erweitert. In den Fabriketagen der Sammlung Falckenberg sind außerdem Lichtarbeiten von Cerith Wyn Evans und Olafur Eliasson installiert, es gibt Material-Konvolute von Haegue Yang und Florian Slotawa zu entdecken. Für Rodney Grahams Film »Two Generators« wurde ein Vorführraum eingerichtet." (pm)

Die Sammlung Haubrok umfasst heute mehr als 750 Kunstwerke, unter anderen von Martin Boyce, Carol Bove, Martin Creed, Wade Guyton, Georg Herold, Jonathan Monk, Peter Piller, Stephen Prina, Wolfgang Tillmans. Christopher Williams, Haegue Yang und Heimo Zobernig. Unter dem Namen haubrokshows richtet Haubroks in seinem Berliner Projektraum am Strausberger Platz jährlich thematische oder monografische Ausstellungen mit Werken der Sammlung aus.

ÖFFNUNGSZEITEN / FÜHRUNGEN
Ein Besuch der Sammlung Falckenberg ist innerhalb von Führungen möglich. Diese finden mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 und 15 Uhr statt. Eine Anmeldung kann telefonisch oder über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden. Gruppen-Sonderführungen sind täglich nach Absprache möglich.

Sammlung Falckenberg | Deichtorhallen Hamburg
Wilstorfer Straße 71, Tor 2
21073 Hamburg-Harburg
sammlung-falckenberg.de





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