Bernd und Hilla Becher im Haus der Kunst, München (16.06.-19.09.04)


Eingabedatum: 27.05.2004

bilder

"Nach 37 Jahren wird für Bernd und Hilla Becher wieder eine große Ausstellung in München ausgerichtet. Die kürzlich geehrten Erasmus-Preisträger hatten 1967 ihre erste Museumsausstellung in der Neuen Sammlung. In Zusammenarbeit mit der K20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen präsentiert das Haus der Kunst nun die umfassende Werkschau der Typologien industrieller Bauten. Die Ausstellung in München wurde im Vergleich zum ersten Tourneeort Düsseldorf um ein Viertel erweitert und ist nun mit über 80 Typologien, der Dokumentation der Zeche Zollern 2 und mit über 50 Aufnahmen von Industrielandschaften die bislang größte Ausstellung des Künstlerpaars zu diesem Thema.

Bernd und Hilla Becher, die sich Ende der 50er-Jahre in Düsseldorf kennen lernten, arbeiten seit nunmehr über vierzig Jahren gemeinsam an einem Archiv industrieller Architektur. Die mit einer 13 x 18 Plattenkamera erstellten Aufnahmen erlauben aufgrund ihrer hohen Informationsdichte Abzüge, die gestochen scharf jedes Detail zeigen. Vor einem immer ähnlich neutral gehaltenen Hintergrund, dem grauen und wolkenlosen Himmel, platzieren sie mittig und formatfüllend ausgewählte Objekte verschiedener Arten industrieller Nutzbauten: Aufbereitungsanlagen, Fabrikhallen, Fördertürme, Gasbehälter, Getreidesilos, Hochöfen, Kalköfen, Kies- und Schotterwerke, Kohlebunker, Kühltürme und Wassertürme.
Die Aufnahmen bilden nach vorher festgelegten Kriterien so genannte Typologien. In den Ausstellungen werden die Schwarzweißfotografien zu Tableaus angeordnet, so entsteht eine rasterartige Präsentation, die ein vergleichendes Betrachten der Bilder ermöglicht. Typologien können aus 9, 12, 15 oder 16 Einzelfotografien bestehen. Stilistisch hält sich das Fotografenpaar bei der Arbeit zurück. Das Resultat sind Bilder, in denen die Objekte sich scheinbar selbst präsentieren. Es ist ein Verdienst der Bechers, dass die lange Zeit übersehenen Gebäude und Anlagen nun unter industriearchäologischen Gesichtspunkten wahrgenommen und zum Teil geschützt werden.

Neben der dokumentarischen und analytischen Seite ihres Langzeitprojekts wurde ihre Arbeit seit den 70er-Jahren auch im Rahmen der Konzeptkunst oder des Minimalismus rezipiert. Die Ausstellung macht deutlich, dass das Werk der Bechers über den dokumentarischen Wert hinaus eine künstlerische Vorstellung von Welt formuliert.

Bernd und Hilla Becher wurden mit so unterschiedlichen Auszeichnungen wie dem Goldenen Löwen der XLIV. Biennale Venedig (1990), dem Kaiserring, Goslar (1994), dem Praemium Erasmianum, Amsterdam (2002), und dem Hasselblad Preis, Göteborg (2004), geehrt. Ihre Fotografien wurden in 15 Monografien und unzähligen Publikationen veröffentlicht und in vielen internationalen Einzelausstellungen präsentiert. Sie haben an der documenta 5, 6, 7 und 11 teilgenommen. Mit ihren Werken sind sie in den führenden nationalen und internationalen öffentlichen Museumssammlungen vertreten.

Neben ihrer künstlerischen Arbeit haben Bernd und Hilla Becher verschiedene Lehrtätigkeiten ausgeübt. So erhielt Bernd Becher 1976 die Professur für Fotografie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Aus seiner Klasse gingen international anerkannte Künstlerpersönlichkeiten wie Candida Höfer, Thomas Struth, Axel Hütte, Thomas Ruff und Andreas Gursky hervor. . . .." (Quelle: Presse / Haus der Kunst)

Foto: Presse / Haus der Kunst, München: Bernd und Hilla Becher, Kohlebunker Zeche Hannibal, Bochum 1973, © Bernd und Hilla Becher

Ausstellungsdauer: 16. Juni 2004 – 19. September 2004

Öffnungszeiten: jeden Tag 10 - 20 Uhr

Haus der Kunst - München | Prinzregentenstrasse 1 | 80538 München







Daten zu Bernd und Hilla Becher:

- *1931 in Siegen, Germany and 1934 in Potsdam, Germany.
- art cologne 2015
- documenta 7, 1982
- Preistraeger Goslarer Kaiserring
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

Weiteres zum Thema: Bernd und Hilla Becher



Teile der Sammlung Grothe kommen unter den Hammer (Feb. 02)


Der Duisburger Bauunternehmer und Immobilienkaufmann Hans Grothe hat im Laufe der Jahre eine beachtliche Sammlung an Werken deutscher Kunst nach 1945 aufgebaut, die mittlerweile rund 700 Werke umfasst und seit 1972 vom Kunstmuseum Bonn gepflegt und kuratiert wird.
Es scheint, als wolle Grothe seine Sammlung neu strukturieren, da er mit 48 Werken nahezu seine gesamte Fotokunst abstößt. Darunter neben Werken von Bernd und Hilla Becher Arbeiten von Gursky, Ruff, Struht und Thomas Demand.
Merkwürdigerweise kann sich Grothe nur von den Werken von Axel Hütte nicht trennen. Dem Künstler, der als einziger in dieses Gruppe am Markt noch nicht so hoch dotiert ist. Ein Zufall oder Preispolitik, den Teil seiner Sammlung gerade dann zu verkaufen als die Preise für Photographie auf dem Zenith stehen?
Nicht nur, dass der Zeitpunkt für den Verkauf optimal gewählt scheint, Grothe selbst soll bei den Galeristen unter der Prämisse gekauft haben, nie selbst zu verkaufen und nur auf grund dessen sind ihm Zyklen, Werkgruppen und ganze Künstlerräume überlassen worden.

Aber damit nicht genug, er rückt mit seiner Aussage er habe nur Arbeiten zur Auktion gegeben, die er entbehren könnte auch das Kunstmuseum Bonn -das die Sammlung jahrelang mit öffentlichen Geldern betreute -in ein schlechtes Licht. Sind die Werke nicht Museums-würdig oder war es die gute Marktlage, die Grothe dazu motivierte?

Die Arbeiten wurden auf vier Versteigerungen verteilt. Jeweils zwei New Yorker und zwei Londoner Auktionen. Die Ergebnisse der Londoner Frühjahrsauktionen werden noch auf sich warten lassen, aber die New Yorker Herbstauktionen weisen eine erste Tendenz. Die Photographie <Paris, Montparnasse> von Gursky erzielte mit 540 000 Dollar den höchsten Preis, der überhaupt für eine zeitgenössische Photographie gezahlt wurde. Einen weiteren Auktionsrekord gab es auch für eine Photoserie mit Hochöfen von Bernd und Hilla Becher (140 000 Dollar). Dafür schnitten seine Werk der <Nachkriegskunst> gar nicht gut ab. Von Richters vier Bildern fielen <Waldstück (Okinawa)> und <Ausschnitt (rot-blau)> ebenso wie die <Poetische Kugel> von Baseliz und der <Laterna Magica-Zyklus> von Polke gnadenlos durch.

Silke Lemmes für art-in.de
  • Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21+ K20 (04 / 02)

  • Künstlerliste Documenta11 (05.02)

  • Museum Küppersmühle (07 / 01)

  • Kunstmuseum Basel: Looking In - Looking Out (26.04 - 29. 06.03)

  • Sammlung Rheingold im Museum Abteiberg Mönchengladbach (16.11.03-14.3.04)

  • Bernd und Hilla Becher im K21 / Düsseldorf (29.11.03 - 12.04.04)

  • Thomas Ruff - Ausstellung in der Kestner Gesellschaft Hannover - 29.2.04

  • Internationaler Preis für Photographie der Hasselblad Stiftung (19.3.04)

  • Fotografiesammlung der Allianz AG für die Pinakothek der Moderne, München ( 08.05.-12.09.04)

  • Bernd und Hilla Becher im Haus der Kunst, München (16.06.-19.09.04)

  • Candida Höfer - Kestnergesellschaft, Hannover (26.08.-30.10.05)

  • What does the jellyfish want? - Museum Ludwig, Köln (31.3.-15.7.07)

  • Candida Höfer - ZKM | Museum für Neue Kunst, Karlsruhe (12.1.-2.3.08)

  • Idris Khan. Every... - K20, Düsseldorf (26.01.-09.03.08)

  • Stiftung Ann und Jürgen Wilde übereignet Sammlung der Pinakothek der Moderne, München

  • Joachim Brohm - Kunsthalle Mainz

  • Candida Höfer und Kuehn Malvezzi. Fotografien - Oldenburger Kunstverein

  • Laurenz Berges

  • Götz Diergarten. Photographs - Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen

  • Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst

  • New Topographics

  • DGPh verleiht den Kulturpreis 2011

  • MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart

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