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Larry Rivers. An American-European Dialogue

10. 11. 2019 - 12.01.2020 | Ludwig Museum Koblenz
Eingabedatum: 08.11.2019

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Larry Rivers: „America Today“, 1972 © Larry Rivers Foundation, VG Bildkunst Bonn 2019bilder

Der amerikanische Maler, Musiker und Filmemacher Larry Rivers (1923-2002) gilt als einer der einflussreichsten Künstler der New Yorker Kunstszene in den 1950er bis 1970er Jahren. Schon in den 1950er Jahren zählt er zu den Wegbereitern der Pop-Art und beeinflusste nicht nur dessen zentralste Figur Andy Warhol, sondern auch eine Vielzahl an weiteren Künstlern in Amerika wie auch in Europa. (Bei seinem kurzen Aufenthalt in Deutschland konnte er den BAP-Sänger Wolfgang Niedecken für sich gewinnen, der dann ab 1974 bei ihm in New York studierte.) Viele seiner eigenen Werke aus jenen Jahren spiegeln hingegen den immensen Einfluss, den bedeutende historische Kunstwerke und Meister sowie einige Zeitgenossen auf ihn ausgeübt haben. Die Art und Weise wie Larry Rivers sich seinerseits mit der Malerei, wenig später auch mit Assemblagen, Fundstücken und der Medienkultur auseinandersetzte, zeigt durchgängig, dass Larry Rivers die Kunst vor allem als Medium der Reflexion nutzte. Für Rivers ist das unmittelbare Zitat bedeutsam, wodurch der Gegenstand und die Malereiweise gleichsam transparent sind und als Bestandteile innerhalb des eigenen, neuen Bildkontextes gegenwärtig sind. Malerei und Zitat bleiben mitunter nur lose miteinander verbunden, was die Adaption umso deutlicher hervortreten lässt. Dabei hat er oftmals traditionelle Grenzen überschritten.
Das Ludwig Museum Koblenz präsentiert nach 40 Jahren die erste Einzelausstellung Larry Rivers‘ in Deutschland. Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Larry Rivers Foundation geplant wurde, eröffnet mit zahlreichen Leihgaben aus Museums- und Privatsammlungen aus den Vereinigten Staaten einen Blick auf das vielseitige Œuvre des Künstlers, in welchem bis heute aktuelle Themen wie Sexualität und Gesellschaft, Politik oder Rassismus ihren Platz finden. Im Fokus steht hierbei Rivers‘ Beschäftigung mit der traditionellen französischen Malerei zum Ende des 19. Jahrhunderts im Spannungsverhältnis zum Abstrakten Expressionismus sowie der künstlerische Dialog zwischen Larry Rivers und dem Dichter Frank O’Hara sowie seinen Künstlerkollegen und Freunden Willem de Kooning, und Jean Tinguely, deren zentrale Werke die Sammlung des Ludwig Museums in Koblenz akzentuieren. Rivers geht es um ein Crossover der Kunst, um ein Überschreiten der Grenzen von zweidimensionaler Malerei bis hin zum Objekt und um die schiere Lust, sich durch das Zitieren aus anderen Kontexten diese als gedankliche und konzeptuelle Folie der eigenen Kunst sichtbar zu machen.

Die Begegnung mit diesen und anderen Künstlern und Kreativen seiner Zeit war ebenso entscheidend, wie die historischen Vorbilder aus der französischen Schule des Impressionismus bis hin zu Rembrandt. Aus eben diesem Grund versteht sich die Ausstellung nicht als Retrospektive sondern lotet genau dieses dialogische Spannungsverhältnis aus. Die Ausstellung will damit einen konzeptionell fokussierten Blickwinkel auf Kunst von Larry Rivers werfen, die sich als Dialog und Brücke zwischen amerikanischen und französischen Positionen begreift. Sie verdeutlicht damit weniger den Shift von Paris hin zu New York als neuer Kunstmetropole im Laufe der 1950er Jahre, sondern dient der Erforschung der ambivalenten Vernetzung in beiden Bild- und Werkkonzepten. Mit ca. 70 Arbeiten wird sie eine Bandbreite an Zeichnungen, Gemälden, Objekten, Assemblagen und Druckgrafiken vorstellen, die sowohl aus der Larry Rivers Foundation, NY, als auch aus wichtigen amerikanischen Museen und Sammlungen stammen.
Larry Rivers kommt zunächst über die Musik (er studierte von 1945-1946 an der berühmten Juilliard School of Music in New York, zusammen mit Miles Davis, mit dem er zeitlebens befreundet war) zur Malerei, als er zwischen 1947-1948 an der von Hans Hofmann gegründeten Schule für Bildende Kunst studiert. Über seine Lehrer gelangt er bereits früh in Kontakt mit den Künstlern des Abstrakten Expressionismus, u.a. mit Jackson Pollock, Willem de Kooning und Franz Kline. Mit de Kooning verband ihn dann bald eine lebenslange Freundschaft. Zunächst aber setzt er seine Studien von 1949 bis 1951 an der New York University als Schüler von William Baziotes fort. Anfänglich noch dem Abstrakten Expressionismus verbunden, wendet er sich ab den späten 1940er Jahren zunehmend der Figuration zu und befasst sich ab den 1950er Jahren zudem mit den Materialien wie Gips, Zement, Metall, die er alle für seine bildhauerischen Arbeiten einsetzt. John Chamberlain und er nutzen u.a. dasselbe Autowrackmaterial, um daraus Skulpturen zu fertigen. Nach einer Begegnung mit dem Französischen Impressionismus, durch die Pierre Bonnard-Ausstellung im New Yorker MoMA 1948, beschließt er, sich dessen Werk malend anzunähern und selbst nach Paris zu gehen, wo bis dato noch das Zentrum der zeitgenössischen Kunst lag.
Durch Kunsthändler nach Paris und London zu Ausstellungen eingeladen, hält er sich zwischen 1961 bis 1962 erneut in Paris auf und trifft dort auf Jean Tinguely sowie Niki de Saint-Phalle. Zwischen Rivers und Tinguely entstehen einige Kollaborationen, insbesondere wenn die Fundstücke zur Entstehung von Skulpturen herangezogen werden - gemeinsam erarbeiten sie zusammen einige Werke, die bewusst unspezifische Kunstmaterialien kompositorisch einbeziehen. In den 1960er Jahren erweitert Rivers jedoch erneut seine Palette und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, indem er Elemente aus Holz oder Karton oder sogar elektrisches Licht verwendet. Der Aufenthalt in Paris führt zu einer entscheidenden Wende in seinem malerischen Stil, der nun einerseits mehr Pop-Art einbezieht, was sich in der mit einbezogenen Typographie von Buchstaben, Wörtern oder Zahlen sicherlich am eindeutigsten äußert. Für Larry Rivers bedeutete der Aufenthalt in Paris einen Aufstieg seiner künstlerischen Karriere. 1964 folgt Larry Rivers erste von drei Teilnahmen an der documenta in Kassel (1964: documenta III, 1968: documenta IV , 1977: documenta VII). Allesamt manifestieren sie seine hohe Reputation und Wertschätzung in der europäischen Kunstszene.

Städtische Museen Koblenz
Ludwig Museum im Deutschherrenhaus
Danziger Freiheit 1
www.ludwigmuseum.org
56068 Koblenz

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