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Boris Lurie

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Trisha Baga: Hope

Dienstag, 3. November 2020, 19 Uhr | Fridericianum, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel

Unter dem Titel Hope wird Trisha Baga am 3. November 2020 das Fridericianum in Kassel mit einer speziell f├╝r den Anlass produzierten Filmarbeit illuminieren. Die Aktion ist als Reflexion ├╝ber die gegenw├Ąrtige Weltlage und insbesondere als Kommentar zu dem zeitgleich stattfindenden US-Wahltag angelegt. Dabei pocht die 1985 in Venice, Florida, geborene und heute in New York lebende K├╝nstlerin mit Nachdruck auf Zuversicht f├╝r das Kommende, nimmt jedoch mit gesch├Ąrftem Bewusstsein auf die global vorherrschenden Herausforderungen Bezug. Denn Hope, zu Deutsch ÔÇ×HoffnungÔÇť, steht nicht allein f├╝r eine freudige Erwartungshaltung. Der Titel kann ebenso als Anspielung auf die Politikberaterin Hope Hicks gedeutet werden, die im Oktober 2020 positiv auf COVID-19 getestet wurde, bevor auch bei Pr├Ąsident Donald Trump und seiner Ehefrau Melania ein Nachweis der Virusinfektion erfolgte.

Der rund achtmin├╝tige Film, den Baga ├╝ber eine ganze Reihe von leistungsstarken Projektoren in einer Endlosschleife auf die Fassade des Fridericianum projizieren wird, folgt keinem linearem Handlungsstrang. Ausgangspunkt bilden Sequenzen, in denen die K├╝nstlerin bei der Gestaltung eines Tonmodells des Wei├čen Hauses zu sehen ist, das einer ├Ąhnlichen Architekturtradition wie das Fridericianum verpflichtet ist. Diesen Szenen stehen Aufnahmen gegen├╝ber, die die stark deformierte Ruine des Bauwerks zeigen. Im weiteren Verlauf des Films werden diese zu einer Projektionsfl├Ąche, auf der regelm├Ą├čig verschiedene Bewegtbilder und Bildfetzen erscheinen. So leuchten in den Geb├Ąuderesten Impressionen von Pr├Ąsident Trumps Twitter-Account, Online-Nachrichten zur COVID-19-Pandemie, brennende W├Ąlder, die Anfangspassage der US-amerikanischen Verfassung, mit Scheinwerfern ausger├╝stete H├Âhlenforscher*innen oder Schnecken beim Liebesspiel auf. Immer wieder f├Ąhrt zudem das helle Licht eines Scanners, das von den Ger├Ąuschen des Datenerfassungsger├Ątes begleitet wird, ├╝ber die Oberfl├Ąche der Nachbildung des Amts- und Regierungssitzes.

Bagas Film ist durch ausgesprochen gegens├Ątzliche Ereignisse, Aspekte und Stimmungen der Jetztzeit bestimmt, die sich in dem Werk zu einer neuen Einheit verbinden. Das Resultat ist eine nachwirkende Setzung, bei der, wie bei der Mehrheit der Arbeiten der K├╝nstlerin, die Grenzen zwischen Film, Malerei, Skulptur und Architektur, zwischen Kunstwerk und Umraum, aufgehoben sind. Mit der spezifischen Pr├Ąsentationsform als weithin sichtbare Illumination unterstreicht Baga die Relevanz der Themen, aus der sich ein klarer Appell zur Hoffnung wie zum Handeln ableitet.

Die Veranstaltung findet unter Ber├╝cksichtigung der vorgeschriebenen Hygienema├čnahmen statt.


Fridericianum,
Friedrichsplatz 18,
34117 Kassel
fridericianum.org


Presse





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