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gateways. Kunst und vernetzte Kultur


Eingabedatum: 01.06.2012

Real Snail Mail, 2008-2011, boredomresearch (GB)

Die elektronische Vernetzung sämtlicher Lebensbereiche wächst massiv. Die Ausstellung gateways. Kunst und vernetzte Kultur im Haus für elektronische Künste Basel fragt nach den Auswirkungen dieser zunehmenden Medialisierung auf unsere Weltwahrnehmung. Präsentiert wird eine Auswahl der künstlerischen Arbeiten, die 2011 in der gleichnamigen Ausstellung im Rahmen des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt Tallinn 2011 im Kumu Kunstmuseum zu sehen waren.

Die Künstler der Ausstellung "gateways. Kunst und vernetzte Kultur" und ihre Werke

Auf unterschiedliche Art und Weise thematisieren die Künstler in ihren Werken Zugänge (gateways) zu Handlungs- und Erlebnisräumen unserer digital vernetzten Kultur und untersuchen die Bedeutung und die sozialen und kulturellen Auswirkungen der Netzwerktechnologien auf die Gesellschaft.

So nutzen beispielsweise die britischen Künstler Vicky Isley und Paul Smith aka boredomresearch mit ihrem internetbasierten E-Mail-Service Real Snail Mail lebende Schnecken als Überträgerinnen von E-Mail-Nachrichten. Die Schnecken sind mit RFID-Chips auf ihren Gehäusen ausgestattet und sorgen auf ihrem gemächlichen sowie willkürlichen Weg von Lesegerät zu Abnahmestelle für die Übermittlung der Nachrichten. Eine Nachricht via Real Snail Mail steht damit als „Schneckenpost“ in starkem Kontrast zur rasanten Kommunikationsgeschwindigkeit der Netzwerkgesellschaft. Zu sehen ist mit Memopol-II des estnischen Medienkünstlers Timo Toots eine „soziale Apparatur“, die in Anspielung auf George Orwells Konzept des „Big Brother“ das digital archivierte Informationsfeld des jeweiligen Nutzers erfasst und vermisst. Gibt man der Apparatur Daten aus einem Reisepass oder einer ID ein, sucht sie in (inter-)nationalen Datenbanken und dem Internet nach Informationen über den jeweiligen Inhaber, die dann auf einem grossformatigen Display öffentlich gemacht werden. Die Installation führt so die Fülle der persönlichen Daten vor, auf die man im Internet zugreifen kann. Timo Toots wurde für Memopol-II soeben mit der Goldenen Nica für Interaktive Kunst der Ars Electronica in Linz ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut realisiert worden. Kuratiert von Sabine Himmelsbach.

Künstler
Aram Bartholl (D), boredomresearch (GB), Ingo Günther (D), Hanna Haaslahti (FIN), Andreja Kuluncic (HR), Les Liens Invisibles (IT), Jenny Marketou (GR/US), Achim Mohné und Uta Kopp (D), RIXC (LV), Thomson & Craighead (GB), Timo Toots (EST), You Must Relax (EST)

Haus für elektronische Künste Basel
Ausstellungsraum:
Oslostrasse 10
Basel / Münchenstein
Tel.: +41 61 283 6050
haus-ek.org

Medienmitteilung





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