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SINOPALE 6: „TRANSPOSITION“

Biennale
noch bis 17. September 2017 | Sinop, Turkei Eingabedatum: 25.08.2017

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Eröffnung der Ausstellung: 19. August 2017 / Finissage-Wochenende 16./17. September 2017

Die Sinopale, die Internationale Biennale für Zeitgenössische Kunst in Sinop am Schwarzen Meer, wird in diesem Sommer stattfinden. Gerade im Rahmen der politisch prekären Situation in der Türkei ist es uns wichtig, den transkulturellen Austausch zwischen den Künstlern und Künstlerinnen zu fördern und zivilgesellschaftliche Prozesse zu stärken. Die Sinopale 6 setzt auf Prozesse der Teilhabe. Die Künstler und Künstlerinnen arbeiten zusammen mit Akteuren vor Ort, nehmen die Situation, die lokalen Initiativen und die Menschen ernst. Seit der kurzfristigen, aufgrund der politischen Lage notwendigen Entscheidung im Sommer 2016, die Biennale zu verschieben, halten wir die Prozesse der Transposition und Transformation in Gang. Die Beziehungen zwischen allen Akteuren haben sich gefestigt. So werden Ausstellungen, Interventionen und Aktionen an verschiedenen Orten in der Stadt zu sehen sein sowie unterschiedliche Workshops und ein Filmfestival im Rahmen der Sinopale stattfinden.

KONZEPT
Im Sommer 2017 kommen zum 6. Mal internationale zeitgenössische Künstler ins türkische Sinop. Sinop, eine Stadt am Schwarzen Meer, ist heute eine Shrinking City an der Peripherie, mit vielfältigen, die Stadtstruktur deutlich prägenden Spuren ihrer grandiosen Geschichte: Sinope, benannt nach der Nymphe, die sich Zeus verweigerte, war der Geburtsort des antiken Philosophen Diogenes. Aus der Region kommt das rote Pigment für die Sinopie, die in ganz Europa bis ins 16. Jahrhundert hinein gebräuchliche Vorzeichnung von Fresken. In der Osmanischen Zeit fungierte die Ansiedlung als bedeutendes Zentrum des Schiffsbaus. 1853, zu Beginn des Krimkrieges, wurde die in Sinop stationierte osmanische Flotte von den Russen zerstört. Daraufhin wurden die historischen Werften in Verbindung mit den Wehranlagen der Stadt 1887 in einen Gefängniskomplex umgewandelt, der bis 1997 in Betrieb war. Als nördlichster Ort der Türkei, von den großen Metropolen weit entfernt, und aufgrund der Lage auf einer Halbinsel, konnte der Komplex effektiv abgeriegelt werden. Und so wurde das bedeutende Handelszentrum zu einer Stadt der Überwachung. Denn in der Zeit des Kalten Krieges siedelte man zudem eine große Nato-Basis auf der Halbinsel an. Die USA hörten bis 1992 von hier aus die nördlichen Anrainersaaten des Schwarzen Meeres ab.

Werkabbildung
leavinghomefunktion, On the Landway to New York, 2014-2017, Road of Bones, Jakutien, August 2015, Photographie, © leavinghomefunktion

Die Sinopale ist eine junge Biennale, die internationale und lokal verortete Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen dazu einlädt, ortsspezifische Werke in einem Austausch mit den Bürgern der Region zu entwickeln. Sie setzt auf sublime Formen des Widerspruchs, die Kollaboration mit Initiativen der Zivilgesellschaft und ökologisch orientierten Interessensgemeinschaften. Sie vertraut auf die Kooperation mit NGO´s – und auf eine Sprache der Metaphern. Prozesse der Teilhabe, der Solidarität und der Differenzierung werden den Sommer in Sinop prägen. Mittels einer horizontalen Struktur werden ästhetische, soziale und politische Praktiken verknüpft.

Parallel zu den Werkpräsentationen finden mannigfaltige Formate statt, von Workshops über Diskussionsforen zu investigativen Aktionen, mit Kommunikationsorten vom Teegarten über die Volksküche bis zur Agora.

Als langfristig orientierte Organisatorin der Sinopale legt unser Projektpartner, die European Cultural Association, Wert auf nachhaltige mikro-politische und emanzipatorische Vorhaben. Die Organisation arbeitet eng mit internationalen Kuratoren zusammen, die für jede Biennale neu bestimmt werden, zum Teil aber auch wiederholt, und damit in wachsender Kenntnis der Strukturen vor Ort, mit dem Team der Sinopale zusammenarbeiten. Gemeinsam sind die Kuratoren für die Auswahl der Künstler und Künstlerinnen und das Programm verantwortlich. Ziel ist es, einen transkulturellen Austausch mit den lokalen Kontexten zu generieren.

Werkabbildung
Ginan Seidl & Yalda Afsah: Bacha Posh, 2016, Zweikanalinstallation, 30 min, Still, © Ginan Seidl & Yalda Afsah

Transposition ist das Leitthema der Sinopale 6. Transposition ist ein Begriff mit vielfältigen Bedeutungen, die alle eine Verschiebung zwischen unterschiedlichen Werten umfassen. Sie impliziert den Tausch, den Wechsel, die Übertragung ebenso wie die Verschlüsselung. Transposition erlaubt das Spiel mit dem Zwischenraum, eröffnet einen Denk- und Handlungsraum sowie ein Feld der Imagination. So entsteht ein Assoziationsraum, der den Eigensinn der Dinge und Bilder, der Behauptungen ebenso wie Aktionsfelder von Individuen zulässt. Darüber hinaus beinhaltet er auch Aktionen, welche die Spuren der Geschichte sowie Erinnerungen herauslösen und ins Heute transponieren. Aspekte des Sammelns, der Schichtungen, der Erzählung und der Ordnung der Dinge werden bedeutsam. Die transdisziplinäre Verknüpfung der Interessen von Künstlern, Handwerkern, Händlern, Liebhabern seltener Stücke, von internationalen und lokalen Akteuren wird wirksam.

Als ein weiteres Leitbild fungiert daher die voraufklärerische, transdisziplinär aufgestellte und global vernetzte Wunderkammer. Dieses Ideengebäude ist mit der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen in Halle prominent präsent. Die Wunderkammer steht in Kontrast zu Ordnungssystemen, welche Naturalia und Artificialia separieren, eine Trennung, die seit der Industrialisierung zu spezialisierten Museen und Forschungsinstitutionen führte. Künstler und Künstlerinnen aus der Region Halle und aus internationalen Kontexten haben sich mit diesem exemplarischen Konzept auseinandergesetzt und werden ihre Erkenntnisse und Werke hinaus in die Welt tragen. Eine solche Sondierung korrespondiert mit der neuen, nicht nostalgischen Wahrnehmung lokaler Handwerkstraditionen.

Im Sinne der universalen Ausrichtung der Wunderkammersammlungen sowie der multimedial und transnational vernetzten künstlerischen Produktion werden die Künstlerinnen und Künstler in Sinop ihre Werke in Kollaboration mit aktuell hinzukommenden Künstlern und Künstlerinnen aus verschiedenen Regionen der Welt sowie gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickeln. Dabei werden Prozesse und Objekte kultureller Hybridisierung, der Nationalisierung und Trans-nationalisierung und Kolonialisierung sichtbar sowie die Reiserouten nachvollziehbar, die diese Prozesse mit bedingen.

Werkabbildung
Julian Rosefeldt: Asylum, 2001/2002, Shortfilm Version, 14 min 16 sec, Still, © Julian Rosefeldt und VG Bild-­Kunst

Folgerichtig wird die Sinopale 6 in die rohen Gebäude einer ehemaligen Glas- wie einer Eisfabrik einziehen. Sie wird ihr Büro und den zentralen Versammlungsort in der Markthalle zwischen Gemüsestand, Metzger und Fahrradladen aufschlagen. Im Archäologischen wie im Ethnographischen Museum werden Interventionen realisiert. Exponate nisten sich zwischen den Büchern der Rıza Nur Bibliothek, einer der größten kommunalen Bibliotheken der Türkei, ein. Die Sinopale nutzt außerdem eine durch die Architektenkammer restaurierte osmanische Stadtvilla und schwärmt in den städtischen Raum aus.
Die Sinopale 6 eröffnet ein dialogisches Feld zur Geschichte der Artefakte sowie zum konkreten lokalen und ins Transkulturelle übertragbaren und befragbaren Gedächtnis – um einen assoziativen Raum voller Querverbindungen zu schaffen.

TEILNEHMENDE KÜNSTLER UND KÜNSTLERINNEN DER SINOPALE 6
Anne Baumann (DEU), Sophie Baumgaertner (DEU), Alvaro Campo (SWE), Bernhard Cella (AUT), Aylin Çakıner (TUR), Philippe van Eetvelt (TUR/CAN), Cevdet Erek (TUR), Ayşe Erkmen (TUR/DEU), Mürteza Fidan (TUR), Wilhelm Frederking (DEU), Ulrike Grossarth (DEU), Frank Hagen (AUT), İpek Hamzaoğlu (TUR/AUT), Murat Haschu (RUS), Kristina Heinrichs (DEU), Susanne Hopmann (DEU), Nil İlkbaşaran-Güngör Erdem (TUR/NL), Christian Jankowski (DEU), Volkan Kızıltunç (TUR), Sebastian Körbs (DEU), Maria Lantz (SWE), leavinghomefunktion: Anne Knoedler, Johannes Foetsch, Elisabeth Oertel, Effy Zeniou, Kaupo Holmberg, Burçak Konukman (DEU/CYP/EST/TR), Ulrike Mohr (DEU), Nina Viktoria Naussed (DEU), Emre Okuçer (TR), Raluca Popa (ROU), Julian Rosefeldt (DEU), Bella Rune (SWE), Ginan Seidl & Yalda Afsah (DEU), Maria Sezer (TR/NL), Roland Stratmann (DEU), Esther Suarez Ruiz (COL), Youssef Tabti (FRA/DEU) sowie regionale Initiativen.

KURATOREN
T. Melih Görgün (TUR), Nike Bätzner (DEU), Jonatan Habib Engqvist (SWE)

AUSSTELLUNGS- UND AKTIONSORTE
Ehemalige Eisfabrik am Hafen, Sinop Hal Buluşma Merkezi (ehemalige Markthalle), Dr. Rıza Nur Bibliothek, Architektenkammer, Archäologisches Museum, Ethnographisches Museum, ehemalige Glasfabrik, öffentlicher Raum von Sinop und Gerze.

VERMITTLUNGSPROGRAMM
Die Sinopale 6 wird begleitet von einem umfangreichen Programm mit Workshops, Diskussionsrunden, Performances, Film- und Musikvorführungen und Festen. Hierbei werden die Künstler und Künstlerinnen mit lokalen und internationalen Akteuren zusammenarbeiten sowie mit der Bevölkerung von Sinop. Durch die gezielte Involvierung der Bewohner von Sinop und die im Sommer in der Ferienregion zahlreichen Touristen, die Kulturreisenden und insbesondere Kinder und Jugendliche entstehen vielfältige Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch, zur Entwicklung konkreter Arbeiten und jeweils eigener kreativer Potentiale.

Zu früheren Sinopale Events siehe: sinopale.org

KONTAKT:
nike.baetzner@online.de , mobil: 0049-179-1419641
melgorgun@gmail.com , mobil: 0090-532 414 34 47
jonatan@philosophy.se , mobil: 0046-70-7755014


Gefördert durch: Stadt Sinop, Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Goethe Institut Istanbul, Franckesche Stiftungen zu Halle, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, SAHA Association, Mimar Sinan Fine Arts University, Österreichisches Kulturforum Istanbul, Bundeskanzleramt Österreich, Generalkonsulat von Rumänien in Istanbul, Generalkonsulat von Schweden in Istanbul

Außerdem unterstützt durch: Siemens//Sanat Istanbul, Women’s Council Sinop, Tourist Association Sinop, Sinop Sürdürülebilir Kalkınma Derneği, Geschäftsleute, Handwerker, Hoteliers, NGOs aus Sinop und Gerze


Nike Bätzner







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Weiteres zum Thema: Sinopale



Assoziationsraum Wunderkammer


Die Wunderkammer verkörpert ein enzyklopädisches Modell der Welterfassung und -erklärung, sie ist ein Ort der Sammlung und Systematisierung, der Forschung sowie der unwillkürlichen und assoziativen Verknüpfung von Dingen heterogener Herkunft. Mit ihren Naturalia, Artificialia, Scientifica, Exotica und Mirabilia und, als spezielle Kategorie der Kunst- und Naturalienkammer in Halle, auch der Realia und den daran angebundenen Sammlungsgeschichten war sie nicht nur der Ausgangspunkt für die Herausbildung der Spezialmuseen, sondern wird gerade in den letzten Jahren als Muster für aktuelle Ausstellungskonzepte aktualisiert.

Die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zeugt – als einzigartige Wunderkammer jenseits höfischer Einbindung – von der weltweiten Missionstätigkeit, der globalen Vernetzung und dem Erziehungsanspruch der Pietisten. Mithilfe der spezifischen inszenatorischen Gestaltung durch Gottfried August Gründler wird nicht nur, wie in jeder Wunderkammer, das Universum als zusammenhängender, gottgewollter Organismus vor-gestellt. Darüber hinaus wird ein „Theater des Wissens“ aufgeführt, das die pietistische Zweckdienlichkeit zwar beinhaltet, doch zugleich – im Sinne einer Erstaunen und Bewunderung hervorrufenden Versammlung exklusiver Exponate – die Vision einer globalen Wissenswelt eröffnet. Die Lust an der spielerischen Verknüpfung von zweckgebundenen und „nutzlosen“ Dingen wird hier angeregt.


Nina Naußed: Sammlung, 2013-15

Die Ausstellung will die Grundprinzipien der Wunderkammer fortschreiben. Sie wird dabei das „große“, universale und enzyklopädische Modell mit dem „Kleinen“, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche verbinden. Die Ausstellung wird im assoziativen Nebeneinander die Ikonographie des Materials und die Sprache der Dinge zum Klingen bringen. Sie wird das „wilde Denken“ der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen. Erbauliches gesellt sich zu Kuriosem, Lehrreiches mündet in Visionärem. Dabei werden Prozesse und Objekte kultureller Hybridisierung, Kolonialisierung und die diese mit bedingenden Reiserouten sichtbar. Im Rahmen aktueller kunst- und kulturwissenschaftlicher Diskurse zur Material- und Dinggeschichte sowie zum Komplex Artistic Research kann die Ausstellung einen pointierten Kommentar liefern. Bezugspunkt für das Projekt ist zum einen die barocke Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen, zum anderen, vom konkreten Sammlungskonvolut abgelöst, der Denkraum einer multimedial ausgerichteten und global vernetzten künstlerischen Produktion. Denn die für die Wunderkammer kennzeichnende ars combinatoria ließe sich heute transdisziplinären Vernetzung.


Sophie Baumgärtner: Arbeitstisch, 2014

Junge Künstler_innen und Gestalter_innen, Absolvent_innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle aus verschiedenen Sparten der Kunst und des Design werden ihre Werke im Tandem mit ausländischen Künstler_innen und Gestalter_innen, die sie inspiriert haben oder mit denen sie intensiv zusammenarbeiten, präsentieren. Es werden neue Arbeiten für die Ausstellung entstehen. Zudem sollen in die Ausstellung einige historische Referenz-Objekte aus den Sammlungen der Franckeschen Stiftungen integriert werden. Umgekehrt sollen vereinzelt Exponate der Künstler_innen und Gestalter_innen einen dezenten Platz in der Wunderkammer finden und deren Sammlungsschwerpunkte und Kategorien kommentieren und erweitern. Die Kategorien der Naturalia, Artificialia, Scientifica, Exotica und Memorabilia sowie der Realia bilden dabei auch für die Präsentation der aktuellen Werke in der Ausstellungsetage einen lockeren Bezugsrahmen. Die Ausstellung möchte einen assoziativen Raum voller Verweisgeflechte – vergleichbar einer Wunderkammer – vorstellen.


Pia Fischer: Master-Kollektion „Anderwelten“, 2013/14. Foto Marco Warmuth

Aus Halle sollen, im Sinne der universalen Ausrichtung der Wunderkammersammlungen, Satelliten in Form von Gesprächsrunden, Tagungen und Kabinettausstellungen ausschwärmen, die in Sinop, Paris und andernorts Station machen.

Künstlerliste

Claudio Adami (ITA)
Pedro Flores Balbuena, gen. Ogwa (PRY)
Anne Baumann (DEU)
Sophie Baumgärtner (DEU)
Charlotta Bellander (SWE)
Berlin Rhizom (CHN/TWN/DEU)
Alighiero Boetti (ITA)
Mario Brondo (MEX)
cominghomefunktion (DEU/CYP)
Pia Fischer (DEU)
Wilhelm Frederking (DEU)
Ulrike Grossarth (DEU)
Murat Haschu (RUS)
Kristina Heinrichs (DEU)
Susanne Hopmann/Georg Lisek (DEU)
Thomas Huber (CH)
Burçak Konukman (TUR)
Nora Läkamp (DEU)
David Lynch (USA)
Anna Maria Maiolino (BRA)
Nina Viktoria Naußed (DEU)
Ginan Seidl (DEU)
Sabina Shikhlinskaya (AZE)
Esther Suarez Ruiz (COL)
Branislava Susnik (PRY)
Lars von Trier (DNK)
Silvia Weidenbach (DEU/GBR)
Xu Na (CHN)
Yang Yanyu (CHN)

ASSOZIATIONSRAUM WUNDERKAMMER
Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen


Ein Ausstellungsprojekt mit künstlerischen und gestalterischen Positionen aus Aserbaidschan, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, England, Italien, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Russland, Schweden, der Schweiz, Spanien, Taiwan, der Türkei, den USA und Zypern.

Projektdurchführende Institutionen:
Franckesche Stiftungen, Halle,
in Kooperation mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Kuratorin:
Nike Bätzner, Berlin/Halle

Ort der Ausstellung:
Kunst- und Naturalienkammer und Ausstellungsetage der Franckeschen Stiftungen im Historischen Waisenhaus, Franckeplatz 1, Halle

Laufzeit:
Ausstellung in Halle: 24. April bis 16. August 2015

Weitere Kooperationspartner:
Werkleitz Gesellschaft Halle, Sommer 2015

Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Centre Allemand d’Histoire de l’Art, und Studio der Gallerie Laurent Mueller, Paris, Oktober 2015

Sinopale 6, International Biennial, Sinop am Schwarzen Meer, August/September 2016

Katalog:
Zur Ausstellung erscheint eine Katalog mit Beiträgen von Nike Bätzner, Thomas Müller-Bahlke, James Delbourgo, Nadine Engel, Robert Felfe, Philine Helas, Felix Thürlemann und anderen

Vermittlungs- und Rahmenprogramm:
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

100.burg-halle.de/assoziationsraum-wunderkammer

SINOPALE 6: „TRANSPOSITION“ verschoben


Das Sinopale-Team glaubt an die Demokratie und die Bedeutung des Willens des Volkes. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Türkei die momentane schwierige Phase bald überwunden haben wird.

Die Sinopale, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, ist eine Biennale, die auf Prozesse der Partizipation, des Austauschs, auf lokale Expertise und ein internationales Netzwerk setzt. Sie realisiert sich nicht nur als temporäre Schau alle zwei Jahre, sondern als kontinuierlicher Prozess der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Knotenpunkten.

Die jüngsten Ereignisse in der Türkei veranlassen die Kuratoren T. Melih Görgün, Nike Baetzner und Jonatan Habib Engqvist, die internationale Ausstellung der Sinopale 6 mit dem Titel Transpostion /Aktarım, die ursprünglich am 6. August diesen Jahres eröffnet werden sollte, auf 2017 zu verschieben.

Jetzt im August wird die Sinopale mit einem Teil der regionalen Akteure stattfinden, es wird unter anderem Filmabende und Kinderworkshops geben. Die Zusammenarbeit zwischen den regionalen und den von auswärts kommenden KünstlerInnen sowie die Ausstellung an verschiedenen Orten in Sinop und Gerze verschieben wir um ein Jahr.

Wir bleiben in „Transposition“! Im Sinne des Netzwerks der Sinopale werden wir, die aktuellen Entwicklungen begleitend, begonnene Gespräche fortsetzen, Ideen weiter entwickeln und uns in unterschiedlichen Konstellationen treffen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

T. Melih Görgün, Nike Baetzner, Jonatan Habib Engqvist

English version:
As Sinopale team believing in democracy and significance of the people´s will, we strongly believe that our country will leave this sensitive process behind as soon as possible. Sinopale, which is celebrating its 10th year, is a process-based biennial focusing on participation, exchange, local expertise and an international network. It is not only a temporary exhibition every two years, but a relationship and an on-going practice. Due to recent events in Turkey, the curators Melih Görgün, Nike Baetzner and Jonatan Habib Engqvist have agreed to postpone the international part of Sinopale 6: Transpostion /Aktarım, originally planned to open on August 6 this year, until 2017.
This August certain parts of Sinopale will take place as planned with regional partners, with film screenings and workshops for children. However, cooperation between the regional/local and the artists from out-of-town as well as the multi venue exhibition at the various locations in Sinop and Gerzi are postponed until next year.
We remain in "Transposition". We will continue to engage in the network of Sinopale – following how the situation develops, continuing our conversations, developing ideas further, and meeting in different constellations. Postponed is not cancelled.
T. Melih Görgün, Nike Baetzner, Jonatan Habib Engqvist

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Ursprüngliche Ankündigung:
Im Sommer 2016 findet zum 6. Mal die Sinopale am Schwarzen Meer statt. Die Sinopale ist eine junge Biennale, die internationale und lokal verortete Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen dazu einlädt, ortsspezifische Werke in einem Austausch mit den Bürgern der Region zu entwickeln. Sie setzt auf sublime Formen des Widerspruchs, die Kollaboration mit Initiativen der Zivilgesellschaft und ökologisch orientierten Interessensgemeinschaften. Mittels einer horizontalen Struktur werden ästhetische, soziale und politische Praktiken verknüpft.

Transposition ist das Leitthema der Sinopale 6. Transposition ist ein Begriff mit vielfältigen Bedeutungen, die alle eine Verschiebung zwischen unterschiedlichen Werten umfassen. Sie impliziert den Tausch, den Wechsel, die Übertragung ebenso wie die Verschlüsselung. Transposition erlaubt das Spiel mit dem Zwischenraum, eröffnet einen Denk- und Handlungsraum sowie ein Feld der Imagination. So entsteht ein Assoziationsraum, der den Eigensinn der Dinge und Bilder, der Behauptungen wie der Individuen zulässt. Darüber hinaus beinhaltet er aber auch Aktionen, welche die Spuren der Geschichte sowie die Erinnerungen herauslösen und ins Heute transponieren. Aspekte des Sammelns, der Schichtungen, der Erzählung und der Ordnungen der Dinge werden bedeutsam. Die transdisziplinäre Verknüpfung der Interessen von Künstlern, Handwerkern, Händlern, Liebhabern seltener Stücke, von internationalen und lokalen Akteuren wird wirksam. Ein Leitbild ist das Gedankengebäude der voraufklärerischen Wunderkammer in Kontrastierung zu den spezialisierenden Konzepten seit der Industrialisierung, die einer kritischen Befragung unterzogen werden. Diese Sondierung korrespondiert mit einer neuen, nicht nostalgischen Wahrnehmung lokaler Handwerkstraditionen.

Werkabbildung
Volkan Kızıltunc: The Unspectacular, 2012, Video, 9 min 20 sec, Still, copyright Volkan Kızıltunc

Die Sinopale ist eine junge Biennale, die internationale und lokal verortete Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen dazu einlädt, ortsspezifische Werke in einem Austausch mit den Bürgern der Region zu entwickeln. Sie setzt auf sublime Formen des Widerspruchs, die Kollaboration mit Initiativen der Zivilgesellschaft und ökologisch orientierten Interessensgemeinschaften. Sie vertraut auf die Kooperation mit NGO´s – und auf eine Sprache der Metaphern. Prozesse der Teilhabe, der Solidarität und der Differenzierung werden den Sommer in Sinop prägen. Mittels einer horizontalen Struktur werden ästhetische, soziale und politische Praktiken verknüpft. Parallel zu den Werkpräsentationen finden mannigfaltige Formate statt, von Workshops über Diskussionsforen zu investigativen Aktionen, mit Kommunikationsorten vom Teegarten über die Volksküche bis zur Agora.

Prozesse der Teilhabe, der Solidarität und der Differenzierung werden den Sommer in Sinop prägen. Parallel zu den Werkpräsentationen finden mannigfaltige Formate statt, von Workshops über Diskussionsforen zu investigativen Aktionen, mit Kommunikationsorten vom Teegarten über die Volksküche bis zur Agora.

Teilnehmende Künstler_innen

Anne Baumann (DEU), Sophie Baumgärtner (DEU), Aylin Çakıner (TUR), Alvaro Campo (SWE ), Bernhard Cella (AUT), Canan Dağdelen (AUT), Philippe van Eetvelt (TUR/CAN), Cevdet Erek (TUR), Ayşe Erkmen (TUR/DEU), Wilhelm Frederking (DEU), Mürteza Fidan (TUR), Ulrike Grossarth (DEU), Frank Hagen (AUT), Petrit Halilaj (RKS), İpek Hamzaoğlu (TUR/AUT), Murat Haschu (RUS), Kristina Heinrichs (DEU), Nil İlkbaşaran-Güngör Erdem (TUR/NL), Volkan Kızıltunç (TUR), Sebastian Körbs (DEU), Maria Lantz (SWE), leavinghomefunktion: Anne Knoedler, Johannes Foetsch, Elisabeth Oertel, Effy Zeniou, Kaupo Holmberg (DEU/CYP/EST), Ulrike Mohr (DEU), Nina Naussed (DEU), Jonas Nobel (SWE), Raluca Popa (ROU), Julian Rosefeldt (DEU), Bella Rune (SWE), Ginan Seidl & Yalda Afsah (DEU), Esther Suarez Ruiz (COL), Youssef Tabti (FRA/DEU) sowie regionale Initiativen.

Kuratoren
T. Melih Görgün (TUR), Nike Bätzner (DEU), Jonatan Habib Engqvist (SWE)

Ausstellungsorte
Ehemalige Eisfabrik am Hafen, Sinop Hal Buluşma Merkezi (ehemalige Markthalle), Dr. Rıza Nur Bibliothek, Architektenkammer, Archäologisches Museum, Ethnographisches Museum, ehemalige Glasfabrik, öffentlicher Raum von Sinop und Gerze.

Vermittlungsprogramm
Die Sinopale 6 wird begleitet von einem umfangreichen Programm mit Workshops, Diskussionsrunden, Performances, Film- und Musikvorführungen und Festen.

Zeitplan
Die Vorbereitungen und die Workshops zusammen mit der Bevölkerung Sinops beginnen ab dem 17. Juli 2016.

Ausstellungseröffnung: 6. August 2016
Laufzeit der Ausstellung bis 7. September 2016


Zu früheren Sinopale Events siehe: http://sinopale.org

Sinopale, International Sinop Biennial
İstanbul Office: Mazhar Osman Sokak Özmutlu Apt. 4/7 Feneryolu 34724 Istanbul, Turkey T: +90 (0)216 338 37 80 F: +90 (0)216 338 37 06
Sinop Office: Sinopale Ofisi, Kaleyazısı Mahallesi, Hal Binası, Sinop, Turkey