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B3 Biennale

Projekte

Carsten Nicolais Installation ´organ`

Zeitgenössische Kunst in St.-Anna-Kapelle
bis 10.9.2017 | St.-Anna-Kapelle, Krobitz / Gemeinde Weira Eingabedatum: 30.07.2017

bilder

Das Werk ´organ` des international renommierten Künstlers Carsten Nicolai in der St.-Anna-Kapelle in Krobitz (Saale-Orla-Kreis) ist von frühen Entwürfen sogenannter Flammenorgeln aus dem 18. Jahrhundert inspiriert. Im Gegensatz zur klassischen Orgel sind die Tonerzeuger hier Flammen. Sie erzeugen Töne, indem sie in Glaszylindern mitschwingen. Carsten Nicolai hat sowohl das Instrument entworfen und gebaut, als auch eine Komposition speziell für diese Kapelle aus dem 12. Jahrhundert geschrieben. Ganz ursprüngliche Elemente wie Feuer, Erde, Luft und Klang verbinden sich sowohl visuell als auch akustisch miteinander und bilden eine Symbiose mit dem Ort.

Das Kunstprojekt ist Teil des ´Querdenker`-Projekts von Evangelischer Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und Internationaler Bauausstellung (IBA) Thüringen und soll die lange verschlossene Kapelle wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen. Geöffnet ist es an allen Wochenenden bis 10. September 2017.

„Der Titel ´organ` nimmt zum einen Bezug auf das englische Wort ´organ` für Orgel, zum anderen auf das symbiotische Miteinander von Organen, welche einen lebendigen Körper bilden“, sagt der Künstler Carsten Nicolai. „Ganz zentral dabei ist, dass an diesem Ort ein organisches Zusammenspiel entsteht: So sind beispielsweise die Flammen der Feuerorgel nicht nur Wärme- und Lichtspender, sondern auch Tonerzeuger.“

Ulrike Rothe, Projektleiterin bei der IBA Thüringen: „Neben dem Instrument wurden in der Kapelle sanfte architektonische Elemente gestaltet, um sie mit ihrer Patina als Kleinod zu erhalten. Die Arbeit soll sowohl im Innen- als auch Außenraum eine Strahlkraft erzeugen, mit dem Ziel, eine eigene Identität und möglicherweise ein neues Wahrzeichen für die Region zu generieren – ganz im Sinne des IBA Ansatzes ´LeerGut`, mit dem leerstehende Gebäude mit neuen Nutzungen aktiviert werden.“

„Das Orgelkunstwerk steht als neue Zutat im lediglich gesicherten alten Raum. Alt und neu begegnen sich hier in ergänzendem Miteinander“, so Elke Bergt, Leiterin des Baureferat der EKM. „Für Krobitz als Ort und für die zuständige Kirchengemeinde Weira bringt das Kunstprojekt eine neue Gastgebererfahrung mit sich. Die Kirche muss geöffnet, die Orgel präsentiert werden – eine Aufgabe, die die Kirchengemeinde nicht alleine leisten kann. Im Zusammenwirken mit anderen Akteuren aber, hier sind es der Bürgermeister und Anwohner, ist ein Öffnen der Kirche möglich. Wir sind gespannt darauf, was das mit den Menschen macht.“

Das Kunstwerk ´organ` besteht aus 25 modellierten akustischen Resonanzröhren. Als Orgelpfeifen werden Glaszylinder verschiedener Größe verwendet, die anstelle des im Orgelbau üblichen Luftstroms mithilfe kleiner Gasflammen zum Schwingen gebracht werden. Die besondere Faszination liegt darin, dass die Klangerzeugung nicht – wie bei der konventionellen Orgel – unsichtbar bleibt, sondern sichtbar wird. Für zukünftige Aufführungen ist vorgesehen, Komponisten einzuladen, die für dieses sehr besondere Instrument komponieren.

´organ` ist im Rahmen von ‚STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017’ entstanden, einem Kooperationsprojekt von EKM und IBA Thüringen. Ein wichtiger Teil des gemeinsamen Vorhabens ist bis 19. November 2017 die Ausstellung ´500 Kirchen 500 Ideen` in der Erfurter Kaufmannskirche. Ziel des Projektes ist, neue Nutzungsideen für Thüringer Kirchen zu finden. Das Kunstprojekt ‚organ’ wird in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und der Gemeinde Weira umgesetzt. Gefördert wird es durch die Kulturstiftung des Bundes sowie das EU-Programm LEADER.

Das Kunstprojekt wird bis 10. September 2017 zu sehen sein. Geöffnet ist die St.-Anna-Kapelle jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

organ
Kunstprojekt von Carsten Nicolai
St.-Anna-Kapelle
07806 Krobitz / Gemeinde Weira
bis 10. September 2017
jeden Samstag und Sonntag 14 bis 20 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: iba-thueringen.de

Presse



Daten zu Carsten Nicolai:

- 12th Havana Biennial 2015
- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art berlin 2017
- documenta 10, 1997
- Frieze London 2013
- Frieze London 2016
- Galerie Eigen + Art
- Gallery Weekend Berlin 2016
- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)
- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung
- Kunstverein Braunschweig 2015
- Liverpool Biennale 2012
- Medienturm Kunstverein Graz
- MoMA Collection
- Pace - Gallery
- Preistraeger 2007, Zurich Art Prize
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Sharjah Biennial 11, 2013
- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien



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Carsten Nicolai Anti Reflex - Schirn Kunsthalle Frankfurt (20.01.- 28.03.05)


Carsten Nicolai (geb.1965 Chemnitz) verknüpft in seinen Arbeiten verschiedene Phänomene der Wahrnehmung aus Alltag, Naturwissenschaft, Akustik oder Psychologie, aus Bereichen des Sichtbaren und des Unsichtbaren. Der Ausstellungstitel lautet "ANTI REFLEX":

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Das Nebeneinander des Akustischen und Visuellen ist ein ständig wiederkehrendes Thema im Werk Carsten Nicolais. Der Tradition Ernst Chladnis (1756–1827), des Begründers der modernen Akustik, folgend, versucht Nicolai, unterschiedliche Sinnesempfindungen miteinander zu verknüpfen. In wiederholten Versuchsanordnungen werden beispielsweise Flüssigkeiten mit Tonsignalen verschiedener Frequenzen animiert, sodass Wellen entstehen, die sich in Form von konzentrischen Kreisen kräuseln, aufeinander stoßen, sich verbinden und dabei Schwingungsknoten und Störungsmuster erzeugen. Durch den visuellen Sinneseindruck von Nicolais teils großräumigen Installationen wird das Klangerlebnis in Porträts der Frequenzen umgewandelt. Die aus einem ähnlichen Experiment resultierende Fotoserie "milch" besteht aus Abbildungen unterschiedlicher Milchoberflächen, die durch ansteigende Frequenzen in Schwingung gebracht worden sind. Während die niedrigen Frequenzen eine chaotisch anmutende Fläche erzeugen, bilden hohe streng rhythmisch geordnete Muster. Die Arbeiten sind gleichermaßen Visualisierungen eines akustischen Phänomens wie eigenständige Kunstwerke, die aus der ihnen innewohnenden Ästhetik wirken. In anderen Arbeiten wie "void" versucht Nicolai, in Glasrohren Ton zu versiegeln und damit unsere Wahrnehmung zu hinterfragen sowie die Lebensspanne von Geräuschen zu thematisieren. Nicolai geht es dabei weniger um das Begreifen des einzelnen Objektes, sondern vielmehr um Relationen, um einen Systemzusammenhang, in dem kausale Abhängigkeitsverhältnisse herrschen. Klänge durchdringen den Raum, greifen auf Bilder und Objekte über und verleihen damit der gesamten Ausstellung eine Art von Polyrhythmik.

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Foto; CARSTEN NICOLAI/ALVA NOTO, PORTRÄT (2), Courtesy Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin, FOTO: UWE WALTER

Carsten Nicolai "Anti Reflex" Ausstellungsdauer: 20.01.- 28.03.05 siehe auch www.antireflex.de

Öffnungszeiten: Di., Fr.–So. 10–19 Uhr, Mi. und Do. 10–22 Uhr.

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT | Römerberg | 60311 Frankfurt | Tel.: 069- 29 98 82-0

Carsten Nicolai - Haus Konstruktiv, Zürich (30.5.-1.8.07)


Carsten Nicolai (geb. 1965 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, lebt in Berlin) zählt zu den wenigen Künstlern unserer Gegenwart, die überzeugend im Spannungsfeld zwischen Kunst, Wissenschaft und Sound arbeiten. Dabei versteht sich Nicolai nicht nur als Künstler und Forscher - auch seine Erfahrungen und Ambitionen als Musiker fliessen immer wieder in seine Arbeiten mit ein. Nach Nicolais Beteiligungen an wichtigen internationalen Ausstellungen wie der documenta X in Kassel (1997) oder der Biennale in Venedig (2001/2003) und seinen breit angelegten Einzelausstellungen wie u.a. in der Schirn Kunsthalle Frankfurt a. M. sowie in der Neuen Nationalgalerie Berlin (beide 2005), präsentiert das Museum Haus Konstruktiv unter dem Titel "static fades" Carsten Nicolai erstmals in einer umfangreichen Einzelausstellung in der Schweiz.
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Komplexität, Reduktion und Schönheit: Carsten Nicolais Werke basieren auf komplexen und disziplinübergreifen- den Untersuchungen, auf wissenschaftlich orientierten Beobachtungen, die gleichzeitig einen intensiven Zugang zu individuellen Wahrnehmungs- und Empfindungswelten erlauben. Doch anders als der pseudo-wissenschaftliche Impetus vieler künstlerischer Haltungen in den 1990er Jahren basieren die Arbeiten von Carsten Nicolai auf einem fundierten Wissen. Für seine umfangreichen Projekte und Ausstellungen arbeitet er deshalb auch häufig eng zusammen mit Technikspezialisten, Wissenschaftlern, Theoretikern oder Musikern. Nicolais Werke legen die Funktionsprinzipien von Codierungen, Selbstorganisation und Wahrnehmung offen: Die konventionelle Vorstellung einer künstlerischen Handschrift tritt in den Hintergrund und der klassische Werkbegriff wird in Frage gestellt. Carsten Nicolais Installationen ist eine minimalistische Ästhetik eigen, die durch technoide Eleganz und Schlichtheit besticht. Gleichzeitig schafft er stimmungsvolle Räume, deren beinahe unwirkliche, traumähnliche Atmosphäre ein weites Assoziationsfeld öffnet. ... (Presse / Haus Konstruktiv)

Abbildung: Carsten Nicolai, 2syn chron2, Installation, 1250 x 800 x 460 cm, 2005
courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Foto: Uwe Walter, Pro Litteris 2007, Ausstellungsansicht: Neue Nationalgalerie 2005

Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst
Selnaustrasse 25
8001 Zürich
T 044 217 70 80

hauskonstruktiv.ch