Melancholie. Genie und Wahnsinn in der Kunst - Neue Nationalgalerie Berlin (17.2.-7.5.05)

17.02.2006




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Vom 17. Februar bis 7. Mai 2006 widmet sich die Nationalgalerie in Kooperation mit der Réunion des Musées Nationaux einem Generalthema der europäischen Kunst: der Melancholie. Die Melancholie ist die universale Bezugsgröße aller bedeutenden Meisterwerke von der Antike bis zur Gegenwart, gilt sie doch als wesentliches Gemütsmerkmal des kreativen Geistes und ist zu jeder Zeit treibende Kraft der großen künstlerischen Schöpfungen gewesen. Melancholie ist das Bewusstsein von der Endlichkeit der menschlichen Erkenntnis in einer als unendlich empfundenen Welt. Das Verlangen, diese Schranken zu durchbrechen und zu neuen Horizonten vorzustoßen, ist bis heute eine der Wesensdefinitionen von Kunst. Melancholie und der mit ihr verbundene Geniekult lassen Kunst erst möglich werden.

Die Ausstellung "Melancholie. Genie und Wahnsinn in der Kunst" hat daher als Ziel die Darstellung des spirituellen Geheimnisses der Entstehung von Kunst. Die großen Genies der Kunst werden zu einer Ideengeschichte versammelt, wie sie in dieser epochalen Form bislang noch nicht geschrieben worden ist. Mit etwa 300 Meisterwerken aus großen internationalen Museen und Sammlungen entfaltet die Ausstellung ein Bilderpanorama, das den Besucher in einem einzigartigen Parcours durch zweieinhalb Jahrtausende der Kunstgeschichte führt.

Im Zentrum der Ausstellung steht die berühmte "Melencolia I" von Albrecht Dürer: Seit ihrer Entstehung im Jahre 1514 nährt diese geheimnisvolle Gestalt, die sich inmitten rätselhafter Gegenstände befindet, den Wissensdurst des Betrachters und ist wie kein zweites Werk in der Lage, den grenzenlosen Kosmos der Melancholie auf wenigen Quadratzentimetern geradezu ikonisch zu verbildlichen. Darüber hinaus begegnet der Besucher Bildnissen und Selbstbildnissen bedeutender Künstler, darunter Johann Heinrich Füssli, Philipp Otto Runge, Arnold Böcklin und Pablo Picasso, die das Antlitz des in sich gekehrten Melancholikers zeigen, den gedankenschweren Kopf nicht selten in die Hand gestützt. Zu sehen sind aber auch Darstellungen des in Grübeleien versunkenen Menschen, der sich der Verlorenheit der eigenen Existenz angesichts einer übermächtigen Natur bewusst wird (Caspar David Friedrich, Der Mönch am Meer; Edvard Munch, Melancholie).

In der Neuen Nationalgalerie, Mies van der Rohes idealem Tempel der Moderne am Kulturforum, gewinnt die Universalidee der Melancholie an der geistigen Schnittstelle zu den Welten der Forschung und der Texte der Staatsbibliothek, der visuellen Print- und Massenmedien der Kunstbibliothek sowie der Welt der Musik in der Philharmonie überzeugende Anschaulichkeit. Meisterwerke der Malerei, Graphik und Skulptur, wissenschaftliche Instrumentarien, kostbare Manuskripte und fotographische Dokumente machen die spannungsreiche Geschichte von Genie und Wahnsinn durch alle Epochen lebendig.

Die erste Station der Ausstellung ist Paris (Grand Palais, 13. Oktober 2005 - 16. Januar 2006) und ab dem 17. Februar 2006 wird sie in Berlin zu sehen sein. Die Ausstellung wird von den Kuratoren Jean Clair, Direktor des Musée Picasso, und Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und Direktor der Nationalgalerie, für den jeweiligen Präsentationsort in Paris und Berlin maßgeschneidert. Für die Neue Nationalgalerie ist zudem ein breit gefächertes Performance- und Veranstaltungsprogramm in Vorbereitung.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der ein Standardwerk zum Thema der Melancholie in der Kunst zu werden verspricht.
Öffnungszeiten: Di., Mi. u. So. 10-18 Uhr, Do. 10-22 Uhr, Fr. u. Sbd. 10-20 Uhr

Neue Nationalgalerie
Potsdamer Strasse 50
10785 Berlin

INFO-HOTLINE: Tel. 030-266 36 69
melancholieinberlin.org

Einen weiteren Text zur Melancholie Ausstellung Berlin lesen Sie auf art in berlin.





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