Emil Maetzel & Dorothea Maetzel-Johannsen, Kunsthaus Stade (18.2. – 5.6. 2017)

18.02.2017


Werkabbildung

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Dorothea Maetzel-Johannsen, Liegender weiblicher Akt vor aufgehender Sonne, 1920 © Sammlung Tobeler, Foto: Michael Hensel

Ein Künstlerpaar der Moderne
Emil Maetzel & Dorothea Maetzel-Johannsen

Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) und Emil Maetzel (1877-1955) sind wichtige Vertreter der künstlerischen Avantgarde in Hamburg, als in den ersten Jahren der Weimarer Republik ein Ruck der Erneuerung durch die deutsche Gesellschaft geht. Die Stadt erlebt 1919 mit Gründung der Hamburgischen Sezession eine zweite Phase des Expressionismus, an dem das Malerpaar Maetzel einen entscheidenden Anteil hat. Hamburg hatte schon vor 1914 zahlreiche Förderer des Expressionismus und besonders der Künstlergemeinschaft der „Brücke“ zu verzeichnen. Jetzt kommt es zur Umsetzung und Weiterentwicklung der expressionistischen Formensprache in der Kunst.

Emil Maetzel ist gelernter Architekt und als Maler Autodidakt. Dorothea Maetzel-Johannsen besuchte zwar eine Zeichenschule, verfügt als Künstlerin aber ebenso wenig über eine professionelle Ausbildung. Berlin, wo Emil Maetzel während des 1. Weltkriegs stationiert ist, bietet ihnen wichtige Anregungen, wie den Besuch von Ausstellungen der Berliner Sezession oder Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“. Ein entscheidendes Erlebnis wird für beide die Entdeckung afrikanischer Kunst, die sie selbst zu sammeln beginnen und deren Figuren sie in ihre Bilder integrieren.

In die Jahre von 1919 bis 1923 fallen auch die ersten Hamburger Künstlerfeste, die ein Feuerwerk rasanter Revuen von Tänzern, Sängern, Schauspielern abbrennen und als Ventil eines freizügigen Miteinanders fungieren. Hier treffen sich bei den Feierlichkeiten Bürgertum und künstlerische Bohème. Die immer wieder exotischen Ausstattungen und Kostüme unterliegen der Phantasie der Künstler, unter denen Emil Maetzel als Motor herausragt. Die Freiheit der Kunst findet in der Befreiung des Lebens aus tradierten Moralvorstellungen ihren kongenialen Ausdruck.

Künstlerisch leben sich die Maetzels in den 1920er Jahren auseinander. Mit Reisen nach Paris und Gotland unterstreicht Dorothea ihre zunehmende Eigenständigkeit, bevor sie 1930 im Alter von nur 44 Jahren an Herzschwäche stirbt. Emil überlebt sie um 25 Jahre. 1933 wird er von den Nationalsozialisten aus dem Staatsdient entlassen, nun erlebt er in seinem Haus in Volksdorf, am Rande Hamburgs, einsame Jahre, die er zu Maltouren in Norddeutschland zu nutzen weiß. Nach 1945 setzt bei ihm eine neue produktive Phase ein, in der ein umfangreiches Werk entsteht.
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