Mexikanische Grafik - Kunsthaus Zürich (19. Mai bis 27. August 2017)

19.05.2017


Werkabbildung

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Fernando Castro Pacheco
Aquiles Serdán y su familia inician en Puebla la revolución armada, 18 de noviembre de 1910, 1947
Linolschnitt auf grünlichem Papier, Blatt: 27.1 x 40.1 cm
Kunsthaus Zürich

Vom 19. Mai bis 27. August 2017 zeigt das Kunsthaus Zürich einen Überblick über die Entwicklung der mexikanischen Grafik von der Figuration Ende des 19. Jahrhunderts bis zu ersten abstrakten Darstellungen in den 1970er-Jahren. Viele Werke sind zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen.

Ausgangspunkt sind die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gesellschaftssatiren und Skelettdarstellungen (Calaveras) der international bekannten Grafiker Manuel Manilla und José Guadalupe Posada. Über Ignacio Aguirre, Alberto Beltrán, Fernando Castro Pacheco, Jean Charlot, Leopoldo Mendéz und Alfredo Zalce spannt sich der Bogen zu den «los tres grandes» («Die Grossen Drei») Künstlern Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Alfaro Siqueiros, die in den 1920er- bis 1970er-Jahren eine grosse Anzahl Wandgemälde – muralismo mexicano – zu politischen, nationalistischen und sozialen Themen gestaltet haben.

VOLKSTÜMLICH, SOZIALISTISCH, INTERNATIONAL
Herausragende Werke stammen aus der im Jahr 1937 gegründeten Werkstatt der volkstümlichen Grafik – dem Taller de Gráfica Popular – einem Zusammenschluss internationaler Künstlerinnen und Künstler in Mexiko. Die dort vereinten Grafikerinnen und Grafiker kreierten Flugblätter und Plakate für das einfache Volk. Sie warben für Gewerkschaften und für Volksbildung sowie für sozialistische Themen im Land. Das revolutionäre Gedankengut sowie auch die Auseinandersetzung mit soziokulturellen und sozialpolitischen Problemen im Land spielt in der historischen Kunst eine grosse Rolle. Die vom Taller de Gráfica Popular / La Estampa Mexicana herausgegebenen und im Kunsthaus zu sehenden Editionen zeugen insbesondere von der für Mexiko typischen Schwarz-Weiss-Tradition in Holz- und Linolschnitt. Die Darstellungen zeigen einerseits das mexikanische Leben, die Bräuche und Charakteristiken der Indigenen, andrerseits erste Versuche der abstrakten Kunst des Landes.

VIELE WERKE ERSTMALS ÖFFENTLICH
Die von der Kunsthistorikerin Milena Oehy kuratierte Ausstellung umfasst 47 Grafiken von 27 Künstlerinnen und Künstlern, die in Mexiko leben oder dort gelebt haben. Über die Hälfte dieser Werke auf Papier sind zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen. Diese bedeutenden druckgrafischen Blätter unterschiedlicher Techniken aus dem späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er-Jahre berühren Themen wie Armut und Reichtum, Liebe und Grausamkeit oder die Poesie und Härte des Alltags. Nebst Grafiken von José Guadalupe Posada werden charakteristische Werke des Realismus von Leopoldo Méndez, Diego Rivera oder David Alfaro Siqueiros sowie abstrakte Darstellungen von Rufino Tamayo oder Francisco Toledo gezeigt. Vier Fotografien von Armin Haab – Leihgaben aus der Fotostiftung Schweiz – runden die Präsentation ab. ...

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84
kunsthaus.ch

Offen: Fr–So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do 10–20 Uhr. Montags geschlossen.

Presse



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