Anzeige
Responsive image


Stimme des Lichts - Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (2.12.2017-2.4.2018)

02.12.2017


bilder

Robert Delaunay, Formes circulaires – Soleil No. 1, 1913, Öl auf Leinwand, 100 x 81 cm, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen

Stimme des Lichts – Delaunay, Apollinaire und der Orphismus

Trotz seiner Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert wurde dem Orphismus bislang keine umfassende Themenausstellung gewidmet. Mit der Präsentation Stimme des Lichts – Delaunay, Apollinaire und der Orphismus stellt das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen erstmals diese Keimzelle der Abstraktion in ihren Ursprüngen und Einflüssen vor.

Mit über 60 Werken der Klassischen Moderne werden die verschiedenen Facetten des orphischen Kubismus intensiv beleuchtet. Licht, Farbe, Form und Simultanität sind die Themen dieser umfassenden Schau über gegenstandslose Tendenzen in der frühen Moderne, mit Arbeiten bedeutender Künstlerinnen und Künstler wie Marc Chagall, Sonia und Robert Delaunay, Paul Klee, František Kupka, Fernand Léger, August Macke, Franz Marc oder Francis Picabia. Nach Ausstellungen zum Blauen Reiter, zur De Stijl-Bewegung und zum russischen Konstruktivismus widmet sich das Wilhelm-Hack-Museum damit eingehend einem weiteren zentralen Moment in der Frühgeschichte der europäischen Avantgarden. Es werden Leihgaben aus renommierten internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen wie der Albertina in Wien, dem Museo Thyssen-Bornemiza in Madrid, dem Museum Ludwig in Köln oder dem Centre Pompidou in Paris gezeigt. Hauptsponsor ist die BASF SE, die das Wilhelm-Hack-Museum bereits seit 1990 bei der Realisierung von Ausstellungen der klassischen Moderne unterstützt.

Inspiriert von den Werken Robert Delaunays entwickelte der Dichter und Kunstkritiker Guillaume Apollinaire bei einer Rede im Jahr 1912 aus einer Analyse des Kubismus den Begriff des Orphismus. Im Orphismus sah er eine neue Tendenz der modernen Malerei, die er nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland, der Schweiz und Italien beobachtete. Diese Kunst zeigte neue Ganzheiten mit Elementen, die nicht der visuellen Wirklichkeit entlehnt, sondern gänzlich vom Maler erschaffen wurden. Apollinaire beschrieb so als einer der Ersten eine vollkommen abstrakte Kunst. Daher stellt der Orphismus keinen einheitlichen künstlerischen Stil dar, sondern vereint Werke mit kubistischen, futuristischen und expressionistischen Ansätzen. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete die Versuche Apollinaires, den Orphismus als eine radikale Avantgarde-Bewegung zu etablieren.

Als Namensgeber der neu beschriebenen Kunstströmung diente dem Dichter die antike Sagengestalt Orpheus. Dem Mythos zufolge vermochte dessen vollendeter Gesang die Unordnung der Welt in ein harmonisches Ganzes zu überführen und selbst wilde Tiere zu besänftigen. Angesichts der Dynamisierungs- und Fragmentierungsprozesse, die das moderne Leben seit Mitte des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Maß bestimmten, gewann der Mythos des Orpheus in den bildenden Künsten und in der Literatur an neuer Bedeutung. Orpheus stand hier als Sinnbild eines Künstler-Ideals, das jene Energien und Kräfte zu erfassen und darzustellen vermochte, die trotz aller Tendenz zur Auflösung dem Universum Einheit und Zusammenhalt gaben.

Dem Licht kam im orphischen Kubismus eine zentrale Rolle zu: Die schöpferische Energie des Lichts liege allen Farben und jeder Linie zu Grunde, deshalb sei die Malerei eine Lichtsprache, so meinten Apollinaire und Delaunay. Sie entlehnten ihre Formulierung Stimme des Lichts den antiken hermetischen Schriften, die auch von den Orphikern häufig rezipiert wurden. Hierauf stützt sich der Titel der Ausstellung.

Die offene Architektur des Wilhelm-Hack-Museums erlaubt es, die verschiedenen Kapitel der Ausstellung nicht als Abfolge, sondern als parallele Aspekte zu zeigen, die sich aufeinander beziehen und eng miteinander verknüpft sind. Für den Ausstellungskatalog konnten internationale Autorinnen und Autoren gewonnen werden, deren Aufsätze in Verbindung mit einer Chronologie und einem umfassenden Quellenteil eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Orphismus ermöglichen.

Wilhelm-Hack-Museum
Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen am Rhein

DI, MI, FR 11-18 Uhr / DO 11-20 Uhr / SA, SO & Feiertage 10-18 Uhr / MO geschlossen
http://www.wilhelmhack.museum

Presse



Daten zu Robert Delaunay:

Robert Delaunay
- Art Basel 2013;
- Art Basel Miami Beach 2013;
- MoMA Collection;
- Museo Reina Sofía, Collection;
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt;
- Solomon R. Guggenheim Collection;

Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:

    Responsive image


    Kokoschka–Dürrenmatt - Centre Dürrenmatt Neuchâtel (16.12.18-31.3.19)

    Responsive image


    Rausch der Schönheit - Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund (9.12.18-23.6.19)

    Responsive image


    Max Ernst, Zeichendieb - Sammlung Scharf-Gerstenberg, Berlin (6.12.2018 – 28.4.2019)

    Responsive image


    Heinrich Campendonk–Heinrich Nauen–Johan Thorn Prikker, Clemens Sels Museum Neuss (18.11.18-10.3.19)

    Responsive image


    Die Brücke 1905-1914 - Museum Frieder Burda, Baden-Baden (17.11.2018 – 24.3.2019)

    Responsive image


    Oskar Kokoschka - Museum der Moderne Salzburg (10.11.2018 - 17.2.2019)

    Responsive image


    Pierre Soulages - Ludwig Museum, Koblenz (4.11.2018-6.1.2019)

    Responsive image


    Max Beckmann. Das Vermächtnis Barbara Göpel - Kulturforum, Berlin (26.10.18-13.1.19)

    Responsive image


    Egon Schiele - Orangerie, Unteres Belvedere, Wien (19.10.18-17.2.19)

    Responsive image


    Florenz und seine Maler.Von Giotto bis Leonardo da Vinci, Alte Pinakothek München (17.10.18-27.1.19)

    Responsive image


    Nach Rubens Druckgraphik aus drei Jahrhunderten - Kunstmuseum Heidenheim (14.10.18-10.2.19)

    Responsive image


    Victor Vasarely - Städel Museum, Frankfurt am Main (26.9.2018 -13.1.2019)

    Responsive image


    Komödie des Daseins - Kunsthaus Zug (23.9.2018 bis 6.1.2019)

    Responsive image


    Lotte Laserstein - Städel Museum, Frankfurt am Main (19.9.18-17.3.19)

    Responsive image


    Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife - Museum Ludwig, Köln (15.9.2018 – 13.1.2019)





    top-Robert Delaunay



    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Anzeige
    Responsive image


    Responsive image
    Lara Favaretto – NEED OR NO NEED



    Responsive image
    Anastasia Mityukova. Project Iceworm. 6 ½ Wochen



    Responsive image
    Friederike Walter und Jochen Mura