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Bildhauerinnen - Gerhard-Marcks-Haus, Bremen (5. Mai bis 11. August 2019)

05.05.2019


bilder

Marguerite Friedlaender (Entwurf),
KPM (Ausführung)
Blumenvasen, Halle, 1931
Porzellan, weiß
Sammlung Joachim Rossow/Privatbesitz
Foto: Christoph Sandig

Die Ausstellung »Bildhauerinnen« erstreckt sich über zwei Bremer Museen. Gemeinsam zeigen das Gerhard-Marcks-Haus und die Museen Böttcherstraße knapp 100 Werke aus 150 Jahren Bildhauerei von rund 50 Bildhauerinnen, die zwischen 1806 und 1948 geboren wurden. Erstmals wird das Schaffen von vier Künstlerinnengenerationen im 19. und 20. Jahrhundert in den Fokus genommen, um Entwicklungen und Umbrüche der weiblichen Bildhauerei zu markieren. Neben den berühmten Pionierinnen wie Käthe Kollwitz, Wegbereiterinnen wie Renée Sintenis und arrivierten zeitgenössischen Künstlerinnen wie Isa Genzken werden u. a. zahlreiche verkannte oder vergessene Bildhauerinnen wie Else Bach, Dorothea Schaper-Barthels, Charlotte Posenenke, Verena Pfisterer und Priska von Martin vorgestellt.

Warum verschwanden so viele frühe Bildhauerinnen aus dem kunsthistorischen Bewusstsein? Im Gegensatz zu Frankreich oder Belgien wurden in Deutschland Werke von Frauen kaum in den Museen gesammelt. Außerdem durften sie erst ab 1919 an den Akademien studieren und Aktstudien lediglich an privaten Schulen betreiben. Dank der gesellschaftlichen Emanzipation erfuhren auch die Bildhauerinnen im Laufe der Zeit eine gleichberechtigte Rolle im künstlerischen Diskurs.

Zahlreiche Plastiken und Skulpturen – thematisch lose gruppiert – werden in dieser gemeinsamen Ausstellung präsentiert: Das Gerhard-Marcks-Haus setzt sich schwerpunktmäßig mit Motiven, Materialien und Porträts auseinander. In den Museen Böttcherstraße sind überwiegend Objekte zu sehen, die sich mit Bewegung und Tanz, Körperbildern und Tierdarstellungen befassen. Es gilt, Werke und deren Qualitäten zu entdecken. Ergänzend werden Gründe und Kriterien, die ihre Achtung oder Missachtung bestimmten, ebenso aufgezeigt, wie Hürden und Klischees, mit denen Bildhauerinnen konfrontiert wurden. Auf verschiedenen Ebenen dokumentiert die Sonderausstellung, wie sich die Bildhauerinnen den Vorurteilen entzogen.

Das Buch »Bildhauerinnen« ist mehr als ein Ausstellungskatalog. Es fasst die wissenschaftlichen Ergebnisse der kunsthistorischen Forschung der letzten Jahrzehnte zusammen und schließt somit eine Lücke. Sieben Autorinnen und Autoren richten den Blick auf die Anfänge der Bildhauerinnen in Deutschland, auf die Ausbildungssituation im 19. Jahrhundert, auf Geschlechterkonstruktionen und fragen, wie sich Frauen heute im Kunstbetrieb durchsetzen und sichtbar bleiben. Die zweisprachige Publikation (Deutsch/Englisch) ist in den jeweiligen Häusern zum Vorzugspreis von 35 Euro erhältlich. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen den Bremer Museen Böttcherstraße, dem Gerhard-Marcks-Haus und den Städtischen Museen Heilbronn.

GERHARD-MARCKS-HAUS
Am Wall 208
28195 Bremen
Telefon +49 421 98 97 52 0
www.marcks.de

Presse



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