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Carel Fabritius -Torwache, Museum Schwerin (29.1.05-16.5.05)

30.11.-0001




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Staatliches Museum Schwerin



Carel Fabritius (1622-1654)

Staatliches Museum Schwerin, 29. Januar bis 16. Mai 2005

Im Vorfeld der ersten großen Werkschau der Gemälde von CAREL FABRITIUS überhaupt, dessen 350. Todesjahr das Staatliche Museum Schwerin mit einer umfassenden Ausstellung vom 29. Januar bis zum 16. Mai 2005 begeht, wurde das Schweriner Gemälde die TORWACHE umfassend restauriert.

Im Rahmen dieser Restaurierung konnten mehrere störende Firnisschichten entfernt werden. Mit der Abnahme tiefer liegender Kittungen auf der Mittelachse des Gemäldes machten die Restauratoren den spektakulären Fund eines prägnanten Figurenfragments. Ein Bewaffneter in schwarzem Rock, hellen Beinkleidern und Stiefeln erscheint nun jenseits des Tores in der Mitte des Hintergrundes. Diese Freilegung klärt den Zusammenhang des Bildes und überführt das stille Genrebild in ein brisantes Ereignisbild. Das Spektakuläre der freigelegten Passage liegt in der Tatsache, dass derart fragmentarische Figurendarstellungen aus der Zeit um 1650 bisher nicht bekannt sind. Mit der jetzigen Freilegung zeigt sich, dass Carel Fabritius, nicht nur in der Entwicklung der "Städtischen Szenen" sondern auch in der Verwendung gänzlich fragmentierter Bilddetails Neuland in der Niederländischen Malerei betreten hat. Seine Neuerungen verändern die Grundsätze der Malerei der Zeit Rembrandts und Vermeers. Mit der jetzt abgeschlossenen Restaurierung ist nach der Motivation zu fragen, diese Figurenfragmente abzudecken. War eine derart überschnittene Figur in der Mitte des 17. Jahrhunderts so ungewöhnlich, dass die Vehemenz der Neuerung ein Grund für das spätere Unverständnis und die Überdeckung dieses bahnbrechenden Bildelementes war? Oder hat die dissonante Wirkung des Inhaltlichen dazu geführt, die bewaffnete, fragmentierte Figur mit einem nicht akzeptablen Bedeutungshintergrund in Form des Gegenspielers in einer Überdeckung zu eliminieren und darin das Gemälde zu einem reinen Genrebild werden zu lassen? In jedem Fall ist zu konstatieren, dass das Gemälde ohne die fragmentarische Figurendarstellung seiner Brisanz als Ereignisbild - bezogen auf den Stand der Malerei der Zeit um 1650 sowie auf den Bildinhalt - beraubt worden war.

Nach abgeschlossener Restaurierung kann man das bedeutende Gemälde noch bis zum 10. September 2004 im Staatlichen Museum Schwerin, neben dem Schloss gelegen, besichtigen. Danach reist es in die Fabritius Ausstellung zu unseren Partnern ins Mauritshuis nach Den Haag. Ab 29. Januar 2005 wird die TORWACHE mit siebzehn anderen Meisterwerken des Niederländers in einer großen Präsentation im Staatlichen Museum Schwerin zu sehen sein.

Die Restaurierung wurde durch die Unterstützung der Unternehmerin Brigitte Feldtmann möglich und konnte von interessierten Besuchern öffentlich verfolgt werden.

29. Januar bis 16. Mai 2005 in Schwerin
Es erscheinen Kataloge in Deutsch, Englisch und Holländisch

Staatliches Museum Schwerin



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