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Die Brücke 1905-1914 - Museum Frieder Burda, Baden-Baden (17.11.2018 – 24.3.2019)

Eingabedatum: 17.11.2018


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Erich Heckel, Lesende, 1911, Brücke-Museum Berlin © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, Foto Roman März

„Die Brücke 1905-1914“

Das Museum Frieder Burda lockt mit der umfangreichsten Ausstellung zur Malerei der „Brücke“ seit einigen Jahren. Zahlreiche Highlights aus dem Brücke Museum in Berlin sind zu sehen – ergänzt durch hochkarätige internationale Leihgaben.

Alle Macht den Farben: Die Maler der Brücke suchten den expressiven Farbgestus – in einer holzschnittartig vereinfachten, plakativen Formensprache. Immer bleibt die Vehemenz des Pinselstrichs sichtbar. Oft ist die dargestellte Welt dem Kosmos der modernen Großstadt entlehnt. Der Mensch, der hier im Taumel der bunten Farben und kraftvollen Formen auftaucht, ist ein zerrissener. Denn die Moderne des Jahrhundertbeginns spiegelt eine Krisenerfahrung des Ichs: Die Organisation von Massen und Arbeit im Stadtbild, Mobilität und Beschleunigung als Alltagerfahrung, moderne Technik in Wirtschaft und Militär – der Mensch muss seinen Platz erst wieder finden. Und mit ihr seine Identität. Die Welt überschlägt sich – und erschlägt ihn beinahe.

Auch die Expressionisten waren Suchende. „Wovon wir weg mussten, war uns klar – wohin wir kommen würden, stand allerdings weniger fest“, erinnerte sich Erich Heckel später. Der Flucht in die schöne, scheinbar harmonische Natur steht die rauschhafte Begegnung, das Eintauchen in das moderne Großstadtleben gegenüber. Dieses hält zugleich genügend erotische Stimulanz bereit. In diesem Kosmos operiert und agiert der Mensch, dessen Individualität in der Kraft der Farben um Ausdruck ringt, dessen Gefühlsleben sich in Rot, Blau oder Gelb seinen Teint erobert. Nicht selten schauen (selbst-)zweifelnde tiefgründig-dunkle Augen den Betrachter an und fragen ihn wortlos: „Wer bin ich?“

Die aktuelle Ausstellung im Museum Frieder Burda, dem Expressionismus der Brücke gewidmet, spürt dem nach, wie die Begegnung mit moderner Welt und ihren Innovationen, wie Deformationen zur krisenhaften Existenzerfahrung wird. Und sie fragt damit zugleich nach der Aktualität und Zeitlosigkeit dieses Phänomens und menschlichen Erfahrungsdimension. …

MUSEUM FRIEDER BURDA
BADEN-BADEN
Lichtentaler Allee 8 b
76530 Baden-Baden
www.museum-frieder-burda.de


Presse



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