Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017 für Richard Deacon


Eingabedatum: 03.01.2017

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Der britische Bildhauer Richard Deacon erhält den Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Durch die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt die Jury Richard Deacon als einen führenden Vertreter der zeitgenössischen Skulptur und zugleich einfallsreichsten Bildhauer seiner Generation. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann verbunden, die im Herbst 2017 zu sehen sein wird. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellung statt.

Seit mehr als vier Jahrzehnten umkreist das Werk des international renommierten Künstlers (*1949 in Bangor/Wales) die klassischen Grundfragen des Skulpturalen. Virtuos thematisieren seine Arbeiten das Miteinander von Fläche und Raum, das Verhältnis von Fülle und Leere, Masse und Leichtigkeit, Bewegtheit und Ruhe. Ob in Holz, Keramik, Edelstahl oder Kunststoff, die außergewöhnliche Vielfalt der Form(er)findungen überrascht im gleichen Maß wie die angewandten Konstruktionsweisen. Das Ergebnis sind dynamisch-abstrakte Formationen von besonderer sinnlicher Qualität.

Der an der St. Martins School of Art und dem Royal College of Art in London ausgebildete Bildhauer lehrte zehn Jahre an der Pariser École nationale supérieure des Beaux-Arts und hatte bis zu seiner Emeritierung 2016 eine Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Richard Deacon lebt und arbeitet in London.

Seit 2008 vergibt die Ernst Franz Vogelmann-Stiftung gemeinsam mit den Städtischen Museen Heilbronn im Turnus von drei Jahren den Preis für Skulptur. Gewürdigt werden Künstlerpersönlichkeiten, die mit ihrem Werk in der Entwicklung der zeitgenössischen Skulptur und Plastik wesentliche Impulse setzen konnten. Der besondere Auswahlmodus liegt in einem zweistufigen Verfahren: Zehn Experten aus den Bereichen Museum, Kunstwissenschaft und Kunstjournalismus nominieren maximal 30 Künstler, aus denen anschließend eine unabhängige Fachjury den Preisträger ermittelt. Erstmals ging der Preis 2008 an den Schweizer Roman Signer (*1938), 2011 an Franz Erhard Walther (*1939) und 2014 an Thomas Schütte (*1954).

museen-heilbronn.de

Presse











Daten zu Richard Deacon:


- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art cologne 2015

- ARTRIO 2013, Brasilien

- Busan Biennale 2014

- documenta 9, 1992

- Ernst Franz Vogelmann-Preis

- Galerie Thaddaeus Ropac

- Lisson Gallery

- Marian Goodman Gallery

- MoMA Collection

- Museo Reina Sofía, Collection

- Preistraeger 1987, Turner Prize

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung Würth

- Skulptur Projekte Münster 1987

- skulptur projekte münster 1997

- Tate Post War Collection ,London

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Alicja Kwade erhält den Robert Jacobsen-Preis


Die polnische Bildhauerin Alicja Kwade erhält den mit 25.000 Euro dotierten Robert Jacobsen-Preis der Gemeinnützigen Stiftung Würth. Die Verleihung ist mit einer Werkpräsentation der Künstlerin im Würth Haus Berlin verbunden.

Alicja Kwade, die u.a. in der Kestner-Gesellschaft Hannover, dem Westfälischen Kunstverein Münster oder im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin, ausgestellt hat, wurde durch Objekte bekannt wie bspw. ihre Kieselsteine, die sie wie Diamanten zuschleifen ließ oder Briketts, die sie vergoldete und wie eine minimalistische Skulptur im Raum ausgelegte.
In einem Interview äußerte sich die Künstlerin zu ihren Vorstellungen folgendermaßen: "Mich interessieren gerade jene Dinge und Phänomene, die man nicht in der Lage ist zu verstehen. Das hat nichts mit dem Ausblenden von Konsequenzen zu tun. Es geht nicht um das Nachvollziehbare oder Erlebte, es geht um das Abstrakte, Absurde, nicht Erklär- oder Erlebbare, was aber trotzdem immer präsent ist, und um den Versuch, dies zu verstehen."
Immer thematisiert Kwade die Objekthaftigkeit eines Objekts bzw. mit der Materialhaftigkeit des Materials. Es sind immer wieder Alltagsgegenstände, die in neue Zusammenhänge gerückt werden.

Biografisches:
Alicja Kwade (geb. 1979 in Kattowitz / lebt in Berlin) studierte 1999 bis 2005 an der Universität der Künste Berlin. 2008 erhielt sie den Piepenbrock Förderpreis für Skulptur und ein Jahr zuvor belegte Kwade den 2. Platz beim Kunstpreis Junger Westen für Skulptur.

Der Robert Jacobsen-Preis wird im Andenken an den 1993 gestorbenen dänischen Bildhauer Robert Jacobsen alle zwei Jahre an zeitgenössische bildende Künstler verliehen. Bisherige Preisträger waren u.a. Richard Deacon (1995), Magdalena Jetelová (1997), Rui Chafes (2003/2004), Bernar Venet (2005/2006) und Monika Sosnowska (2008/2009).

Abbildung: Copyright Würth-Gruppe / Alicja Kwade

Infos:
wuerth.com
alicjakwade.com

Auswertung der Flugdaten - K21 Ständehaus, Düsseldorf


Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive

Kuratoren: Julian Heynen, Valeria Liebermann

Die Ausstellung „Auswertung der Flugdaten“* wirft ein Schlaglicht auf die Kunst der 80er Jahre aus Düsseldorfer Perspektive. Es werden Arbeiten von zehn heute international bekannten Künstlern präsentiert, die aus dem Umfeld der Akademie in Düsseldorf stammen. Ergänzt wird diese Auswahl mit Arbeiten von sieben Künstlern aus anderen Ländern, die ähnliche Haltungen, Ziele und Arbeitsweisen haben. Zu sehen sind fast 70 teils vielteilige Skulpturen, Installationen und Fotografien unter anderem von Richard Deacon, Katharina Fritsch, Andreas Gursky, Reinhard Mucha, Thomas Schütte und Jeff Wall.

Die 80er Jahre werden häufig als konservativ und in der Kunst als ereignislos verkannt. In Wirklichkeit kündigen sich in diesem Jahrzehnt radikale Umbrüche an. Der Ost-West-Konflikt löst sich langsam auf und das Zeitalter der Globalisierung wird in seinen Umrissen deutlich. Eine breitere Öffentlichkeit nimmt die zeitgenössische Kunst in bisher nie gekannter Weise wahr, sie wird nun zu einem wichtigen Teil der Kulturindustrie.

In Düsseldorf übt die Kunst der international ausgerichteten Szene der 60er und 70er Jahre etwa von Bruce Nauman, Daniel Buren, Marcel Broodthaers und anderen im Umkreis von Akademie und Galerien weiterhin ihren Einfluss aus. Jüngere Künstler wie Schütte, Mucha, Gerdes oder Fritsch vertrauen hier weniger dem scheinbaren Aufbruch einer neo-expressiven Malerei, wie sie damals weite Teile der deutschen Kunst bestimmt hat. Stattdessen versuchen sie, das kritische Potential der Avantgarde aufzunehmen, wollen es dabei aber nachhaltig erweitern und verändern. So erhalten beispielsweise das Bildhafte, die Metapher, die Erzählung, die Erinnerung und die Inszenierung ein neues Gewicht. In ihrer Kunst reflektiert diese späte Moderne sich selbst, öffnet sich aber gleichzeitig den Themen und Formen der zeitgenössischen Lebenswelt. Im Zentrum steht dabei die Skulptur in ihren verschiedenen Ausprägungen, aber auch die Fotografie, die von Düsseldorf aus ihre endgültige Positionierung als Bildende Kunst weltweit durchsetzt.

„War der Neo-Expressionismus wirklich der Ausweg aus der Krise der Moderne?“, fragt Kurator Julian Heynen: „Die Ausstellung zeichnet ein anderes Bild. Sie möchte eine reflektierende und sinnliche Kunst auf der Höhe des Epochenumbruchs der so genannten Postmoderne zeigen – und zwar in ihrer Vielfalt und in ihren Divergenzen.“

„Auswertung der Flugdaten“ wirft einen konzentrierten Blick auf ein Jahrzehnt, in dem die Düsseldorfer wie die deutsche Kunst von großer internationaler Bedeutung waren. Alle gezeigten Werke stammen aus den 80er Jahren; sie gehören zu den Schlüsselarbeiten, mit denen die Künstler damals das erste Mal an eine größere Öffentlichkeit traten. Die Ausstellung demonstriert, wie die Künstler in der „neuen Unübersichtlichkeit“ nach dem Ende der Avantgarden zentrale Aspekte der modernen Kunst neu interpretiert und somit bis heute wirkende Impulse für die nach-moderne Situation geben.

Beteiligte Künstler
Richard Deacon
Fischli/Weiss
Katharina Fritsch
Isa Genzken
Ludger Gerdes
Andreas Gursky
Candida Höfer
Harald Klingelhöller
Jeff Koons
Reinhard Mucha
Thomas Ruff
Thomas Schütte
Cindy Sherman
Thomas Struth
Jeff Wall
Franz West

Begleitpublikation zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint die Publikation Es geht voran. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive, eine Dokumentation zur Düsseldorfer, deutschen und internationalen Kunstszene der 80er, 336 Seiten, 750 Abbildungen in Farbe,
Autorin: Brigitte Kölle, Prestel Verlag, Preis im Museum 29,90 EUR .


* Titel der Ausstellung nach dem gleichnamigen Gedichtband von Thomas Kling: „Auswertung der Flugdaten" © 2005 DuMont Buchverlag.

Förderer der Ausstellung
Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Medienpartner ist das Handelsblatt.

Abbildungen:
- Installationsansicht Fritsch / Ruff
Installationsansicht „Auswertung der Flugdaten. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive“ mit Arbeiten von Thomas Ruff und Katharina Fritsch, Katharina Fritsch, Thomas Ruff: © VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
© Kunstsammlung NRW

- Installationsansicht Gerdes
Installationsansicht „Auswertung der Flugdaten. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive“ mit Arbeiten von Ludger Gerdes, Ludger Gerdes: © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
© Kunstsammlung NRW

Ausstellungsdauer: 11. September 2010 – 16. Januar 2011

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10.00-18.00 Uhr
samstags, sonntags und feiertags 11.00-18.00 Uhr
montags geschlossen

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