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B3 Biennale

Günter Herzog erhält den ART COLOGNE-Preis 2017

ZADIK – Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels

Januar 2017
Eingabedatum: 31.01.2017

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2017 feiert das Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels (ZADIK) sein 25-jähriges Jubiläum. Prof. Dr. Günter Herzog, seit 2002 wissenschaftlicher Leiter des Instituts, erhält in diesem Jahr den Preis der ART COLOGNE. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen der Kunstvermittlung und wird vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) gemeinsam mit der Koelnmesse jährlich anlässlich der ART COLOGNE vergeben. Die Preisverleihung findet mit geladenen Gästen am Mittwoch, den 26. April 2017 um 10:00 Uhr im Historischen Rathaus zu Köln statt.

Seit 15 Jahren wird das ZADIK – Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels entscheidend von Günter Herzog geprägt. Er hat es zu einem offenen, vitalen „Speicher für die meist im Verborgenen wirkenden Kräfte derjenigen entwickelt, die den Werken der Künstler ihren Platz in der modernen Gesellschaft geben“ (Klaus Honnef). Kräfte, die sich in den Vor- und Nachlässen bedeutender Unternehmen und Persönlichkeiten des Kunstbetriebs erhalten haben. Diese werden im ZADIK nicht nur inventarisiert, sondern durch Digitalisierung, Ausstellungen und Publikationen zur Erforschung und für Interessenten zugänglich gemacht.

Günter Herzog promovierte und habilitierte an der Universität zu Köln, wo er seit 1998 Kultur- und Sozialgeschichte der Kunst sowie Geschichte des Kunsthandels lehrt und 2008 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. Vor zwei Jahren gelang die Anbindung des ZADIK als sogenanntes An-Institut an den Fachbereich Kunstgeschichte der Kölner Universität – die perfekte Grundlage für den Masterstudiengang Kunstmarkt, der hier 2014 neu eingerichtet worden ist.

Das ZADIK wurde 1992 vom BVDG gegründet und war bis 2001 der Bonner Bundeskunsthalle angeschlossen. 2001 zog es nach Köln in eine ehemalige Filiale der Sparkasse KölnBonn, deren SK Stiftung Kultur seitdem als Hauptsponsor des ZADIK wirkt. 2007 folgte der Umzug in den Mediapark, wo es ein großes Magazin, Büros und einen Showroom unterhält. Die regelmäßig von Günter Herzog anlässlich der ART COLOGNE konzipierten originellen Ausstellungen sind sowohl auf der Messe als auch in den Räumen des ZADIK zu sehen.

Seit der Übergabe der ersten großen Donation durch die Kölner Galerie der Spiegel befinden sich im Bestand des ZADIK heute über 150 Konvolute – von Galerien und Institutionen, von Sammlern und Kuratoren, von Fotografen und Kunstkritikern. Mit Hauswedell & Nolte (Hamburg) konnte erstmals der Nachlass eines renommierten Auktionshauses gewonnen werden. Zwei Lastwagen lieferten im Sommer letzten Jahres 900 Kartons, die nun auf ihre Erschließung warten.

Geschäfts- und Privatakten, Korrespondenz mit Künstlern, Sammlern und Museen, Manuskripte und Autographen, Presseberichte, Inventar- und Preislisten, Buchhaltung und Bilanzen und Tausende fabelhafte Fotografien bilden den Kernbestand der Fundgrube ZADIK. Dabei ist der partnerschaftliche Umgang mit seinen Donatoren für Günter Herzog das Maß aller Dinge.

Günter Herzog hat überdies die ZADIK-Schriftenreihe sediment - Mitteilungen zur Geschichte des Kunsthandels konsequent weiter entwickelt; 26 Bände dieser herausragenden Reihe sind mittlerweile erschienen. Aspekte der modernen Kunstvermittlung werden hier anhand der Primärquellen im Miteinander von Galerien, Künstlern, Kuratoren und Sammlern profund nachgezeichnet. Das Bildmaterial und die abgedruckten Briefe, die einst zwischen den Akteuren kursierten, gewähren einen Blick hinter die Kulissen und bereiten höchstes Lesevergnügen.

Der besondere Spirit des ZADIK zeigt sich für Günter Herzog immer dann, wenn sich innerhalb der Einzelarchive Vernetzungen ergeben. Wenn etwa ein Künstler wie Nam June Paik mit Briefen oder Fotos in Unterlagen der historischen Galerie Parnass (Wuppertal), der Galerie Konrad Fischer oder von Kasper König – der dem ZADIK jüngst sein Privatarchiv übergab – auftaucht. Dann, so Herzog, „kommen bei uns Leute wieder zusammen, die früher miteinander gearbeitet haben“.

Namhafte Provenienzforscher und Museumkuratoren schätzen die Recherchemöglichkeiten, die das ZADIK bietet ebenso wie das angenehme Arbeitsklima vor Ort, die Unterstützung und das Interesse, dass von Günter Herzog jeder Fragestellung entgegen gebracht wird. Weil hier Primärquellen durch vielfältige Nutzung reaktiviert, Pioniere des Kunstmarkts entdeckt und weitgehend neue Kapitel der Kunstgeschichte eröffnet werden können, erwägen immer mehr potentielle Donatoren, ihre privaten und geschäftlichen Archive dem ZADIK zu überlassen.

Unter der Ägide von Günter Herzog wurde das ZADIK zu einer Schnittstelle zwischen Kunstbetrieb und Kunstwissenschaft. Seine Kooperationen mit dem documenta Archiv Kassel, dem Wiener Dokumentationszentrum für zeitgenössische Kunst oder der New Yorker Guggenheim Foundation führten zur internationalen Anerkennung des ZADIK. Dies würdigt der auf 10.000 Euro dotierten ART COLOGNE-Preis, der jährlich für herausragende Leistungen der Kunstvermittlung vom BVDG und der Koelnmesse vergeben wird.

Neben Günter Herzog erhielten in den vergangenen Jahren unter anderem Raimund Thomas, Hans Mayer, Rosemarie Schwarzwälder, Fred Jahn, Bernd Lohaus und Anny de Decker, Michael Werner, Familie Grässlin und Harald Falckenberg den ART COLOGNE-Preis.

Weitere Informationen unter: http://www.zadik.info/

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Der ehemalige Galerist Rudolf Zwirner erhält den ART COLOGNE-Preis 2006


Miterfinder des Erfolgsmodells Kunstmesse

Der ehemalige Galerist und Mitbegründer des Kölner Kunstmarkts 1967, Rudolf Zwirner, erhält den ART COLOGNE-Preis 2006. Damit ehren der Bundesverband Deutscher Galerien (BVDG), Köln, und die Koelnmesse einen der profiliertesten international aktiven Galeristen Deutschlands und einen der Gründungsväter der ART COLOGNE, die in diesem Jahr vom 1. bis 5. November in den Hallen 4 und 5 des Kölner Messegeländes stattfindet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alljährlich an eine Persönlichkeit vergeben, "die sich um die Vermittlung moderner und zeitgenössischer Kunst verdient gemacht hat".

Rudolf Zwirner, 1933 in Berlin geboren, war Mitbegründer des Vereins progressiver deutscher Kunsthändler. Der Vorläuferverband des BVDG wurde am 25. November 1966 ins Vereinsregister eingetragen. Dieser Verein war Voraussetzung dafür, dass mit der Stadt Köln verhandelt werden konnte, um die Pläne für eine Messe für moderne Kunst zu verwirklichen. Diesen Plan verfolgten Rudolf Zwirner und Hein Stünke, ART COLOGNE-Preisträger des Jahres 1991, um neue Möglichkeiten zu haben, junge deutsche Künstler zu fördern, ein neues Sammlerpublikum zu erschließen und zu betreuen, um den Kunsthandel um eine neue Form in Gestalt der Kunstmesse zu erweitern, um den nationalen Kunstmarkt zu beleben und um grundsätzlich das Galeristenhandwerk weiter zu professionalisieren, schreibt der Leiter des ZADIK (Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels, Köln), Günter Herzog, in einem am 27.10.2005 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschienen Artikel ("Das unmoralischste Geschäft der Welt: Der Bundesverband Deutscher Galerien feiert dreißigsten Geburtstag"). Und am 12. September 1967 wurde im großen Saal des Kölner Gürzenich der Kunstmarkt Köln ‚67 eröffnet. Der Kunstmarkt erwies sich als sensationeller Erfolg, der schnell zu Nachahmungen verführte und heute noch immer Nachahmer auf den Plan ruft.

Das Leben Rudolf Zwirners dreht sich immer um die Kunst, wie seine Vita unmissverständlich verrät. 1959 war er Generalsekretär der 2. documenta in Kassel. Zwischen 1960 und 1972 ist er in Essen und später in Köln als Galerist international aktiv. 1973 bzw. 1975 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der europäischen Kunsthändlervereinigung und des Bundesverbandes Deutscher Galerien. 1981 kuratierte er die Abteilung "Heute" der Ausstellung "Westkunst" in der Koelnmesse. Dieser weltweit beachteten Präsentation zeitgenössischer Kunst folgte 1988 "Köln sammelt" im Kölner Museum Ludwig. Hein Stünke übereignete 1991 aus Anlass der Verleihung des ART COLOGNE-Preises sein Archiv dem BVDG. Der nahm diese Schenkung zum Anlass, 1992 das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels (ZADIK) zu gründen. Diese Institution war zunächst an der Bundeskunsthalle in Bonn angesiedelt, zog später nach Köln. Sein erster Leiter war Rudolf Zwirner. 1993 organisierte und kuratierte Rudolf Zwirner die "Art Hamburg" als Messe für osteuropäische Kunst. Von 1995 bis 1997 war er als Kurator verantwortlich für die Ausstellungen "Deutschlandbilder" im Berliner Martin-Gropius-Bau. Seit dem Jahr 2000 kümmert sich Rudolf Zwirner als Honorarprofessor für Kunstvermittlung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig um den Nachwuchs.

Rudolf Zwirner stiftet das Preisgeld von 10.000 Euro dem ZADIK, dessen Gründungsleiter er war. Die Stiftung ist zweckgebunden für die von ihm mit ins Leben gerufene Publikationsreihe "Sedimente".

Die Verleihung des ART COLOGNE-Preises findet am 2. November 2006 um 10.00 Uhr im Hansasaal des Historischen Rathauses zu Köln statt.


Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln, Deutschland
Telefon: + 49 221 821-2907 + 2270,
Telefax: + 49 221 821-2181, d.mangold@koelnmesse.de
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