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B3 Biennale

Frauke Dannert erhält Brachum Kunstpreis

April 2017
Eingabedatum: 28.04.2017

bilder


Der Brachum Kunstpreis der Stadt Rheda-Wiedenbrück hat eine neue Preisträgerin. Nach Christian Odzuck 2014 erhält nun Frauke Dannert aus Köln den Förderpreis für hochbegabte Nachwuchskünstler.

Nach intensiver Beratung entschied sich die hochkarätig besetzte Jury unter dem Vorsitz von Roland Nachtigäller (Marta Herford) für die 37jährige. 24 Künstler waren für den Preis, der mit 12.500 Euro für ein Projekt im öffentlichen Raum dotiert ist, nominiert worden.

Frauke Dannert studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf (Klasse Professor Thomas Grünfeld) sowie am Goldsmiths College, London. Für ihre künstlerische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Stipendien und Auszeichnungen, u.a. ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Ihre Werke waren zuletzt in Einzelausstellungen im Kunstmuseum Luzern und Museum Kunstpalast Düsseldorf zu sehen. Dannerts zentrales Medium ist die Collage. In ihren Installationen aus Projektionen, Wand- und Bodenarbeiten überführt sie fotografische Architekturfragmente in einen erlebbaren Raum.
Nach der Preisverleihung am 19. Mai wird Frauke Dannert sich mit Rheda-Wiedenbrück vertraut machen, um ein Projekt im öffentlichen Raum zu verwirklichen.

Übrigens: Der erste Brachum Kunstpreisträger, Christian Odzuck, realisierte im Flora-Westfalica-Park einen großen Beton-Pavillon. In diesem Sommer ist er bei den Münsteraner Skulptur Projekten dabei.

frauke-dannert.de/

Presse











Daten zu Frauke Dannert:


- art cologne 2015

Weiteres zum Thema: Frauke Dannert



NEW POSITIONS - ART COLOGNE


NEW POSITIONS zeigt 20 junge Talente

Jury wählt 20 junge Talente
• Trend zum grenzüberschreitenden Arbeiten hält weiter an
• Verleihung des AUDI Art Award for NEW POSITIONS am Messefreitag

Bereits 1980 wurde das Förderprogramm NEW POSITIONS ins Leben gerufen, bei dem junge Künstler die Möglichkeit erhalten, sich in 25 m² großen Förderkojen neben den Ständen ihrer Galeristen zu präsentieren. Für die bevorstehende ART COLOGNE (13.-17. April 2011) wurden von einer Fachjury 20 Positionen ausgewählt. Zusätzlich wird zur Messe ein Künstler mit dem AUDI Art Award for NEW POSITIONS ausgezeichnet, der neben einer Einzelausstellung in der Kölner artothek eine Katalog-Veröffentlichung im Gesamtwert von 10.000 Euro beinhaltet. Die Preisverleihung findet am Freitag, 15. April 2011 um 15.00 Uhr auf der ART COLOGNE statt „Das Förderprogramm verschafft sowohl den Künstlern als auch ihren Galerien eine hohe Aufmerksamkeit“, betont BVDG-Vorsitzender Klaus Gerrit Friese. Für das Förderprogramm stellen der Bund, das Land NRW, die Koelnmesse GmbH und der Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen (BVDG) finanzielle Mittel zur Verfügung.


Ein Blick auf die Arbeiten der diesjährigen NEW POSITIONS zeigt die Fortsetzung eines Trends, der bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war: Auffallend viele der ausgewählten Künstler arbeiten interdisziplinär und lassen sich keinem Medium eindeutig zuordnen. Stark vertreten ist weiterhin die Malerei. Eine Künstlerin kommt aus dem Bereich der Fotografie; ebenso tritt Skulptur als alleinige Ausdrucksform in einem Fall auf.


Fundstücke, Müll und übrig Gelassenes türmen sich auf den Gemälden von Fritz Bornstück (Mikael Andersen, Berlin /Kopenhagen). Vor dunklem Hintergrund inszeniert er Ansammlungen unappetitlicher Gegenstände, die sich in „Warmer Kühlschrank“ zu einem undefinierbaren Durcheinander verbinden und auf Tableaus wie „The court of the bloody Duchess“, „The Backstage Table“ oder „Fast Food Romance“ durchkomponierte Stillleben bilden. Kompost als Vanitassymbol, tiefschwarze Abgründe, die Böses ahnen lassen – Fritz Bornstücks virtuos gemalte Kompostierungsgemälde changieren zwischen Abscheu und Faszination.


Dynamik strahlen die Werke des englischen Malers Sean Dawson (Buchmann, Berlin /Lugano) aus. Gestische Schwünge erstrecken sich über die großformatigen Leinwände, miteinander verstrickte Stränge und Linien scheinen über den Bildraum hinauszustreben. Durch das Zusammenspiel von Raum und Materie entsteht eine Tiefenwirkung, die Dawson gleichsam zum Schöpfer eines abstrakten Illusionismus werden lässt.


Helene Appel (Luis Campana, Köln /Berlin) verwendet ungrundierte, ocker-braune Leinwände für eine Malerei, die gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Figuration und Abstraktion balanciert. Täuschend echt wirken Arbeiten wie „Putztuch“ und „Stoff“. Einfache Muster inklusive des Faltenwurfs werden hier so akkurat und perfekt gemalt, dass ein irritierend illusionistischer Bildraum entsteht. Verschwimmende, sich auflösende Konturen zeigt der junge Krakauer Bartek Materka (Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf) in seiner Serie „On a single breath“. Der Blick auf die wellige Wasseroberfläche verbindet das Gefühl der Freiheit und Schwerelosigkeit unter Wasser mit der Ahnung von Gefährdung und Untergang. Einen prozesshaften Anschein erweckt die Malerei von Simone Lanzenstiel (Barbara Gross, München). Wie beiläufig gesetzt muten die Pinselschwünge an, die sich gelegentlich zu festen malerischen Figuren verdichten. Grundlegend für Lanzenstiels Arbeit sind der Bezug zum Raum und die Entgrenzung der Leinwand. So entsteht in Wandmalereien und Raummalereien ein Wechselspiel zwischen Vorhandenem und Hinzugefügtem, das auf Dialogwirkung ausgerichtet ist. Dominik Sittig (Christian Nagel, Köln /Berlin /Antwerpen) erarbeitet seine Gemälde in langwierigen Prozessen und vielfachen Übermalungen. Dick aufgetragene, ungeschlacht vermalte Farbe verleiht den Bildern eine starke Materialität. Abel Auer (Sies + Höke, Düsseldorf) kreiert in seinen Gemälden eine fantastisch-surreale Welt in leuchtender Farbigkeit. Einsame Wälder und Bäume, entrückte Berglandschaften und pittoreske Mischwesen bevölkern die großen Leinwände; ein Zuviel an Farbe und Muster bewirkt das Abgleiten der Bildinhalte ins Beklemmende, Erdrückende. Einen unverkennbaren Stil hat Noori Lee (Tony Wuethrich, Basel) entwickelt, in dem sich Fotorealismus, abstrakter Expressionismus und Neo-Expressionismus verbinden. Fotografisches Bildmaterial bildet die Vorlage für großformatige, komplexe Gemälde, in denen Einflüsse aus Ost und West miteinander verschmelzen; dabei beschwört Lee in den menschenleeren Häusern und Interieurs eine seltsam beunruhigende, verstörende Stimmung herauf.

Voll ironischer Anspielungen stecken die Bilder von Gábor Pinter (Erika Deak, Budapest). Seine Bilder erinnern in ihrer Grobheit an die Graffiti-Malerei und zitieren die Gesten der Subkultur. Kiko Pérez (Heinrich Ehrhardt, Madrid) erweckt die Farbfeldmalerei erweckt zu neuem Leben. Dabei dienen ihm nicht nur Holz und Papier als Malgrund; Pérez geht auch in den öffentlichen Raum, wo seine Interventionen markante Akzente setzen. Durch ein Wechselspiel zwischen Spontaneität und Inszenierung zeichnen sich die auf der Straße entstandenen Fotografien von Paulien Oltheten (Fons Welters, Amsterdam) aus, die als talentierte Beobachterin ein ausgeprägtes Gefühl für spezielle Situationen entwickelt hat, die sie dem Betrachter hier vor Augen führt.

Zeichnung, Skulptur und Video stehen gleichwertig nebeneinander im Werk des Südafrikaners Cameron Platter (Ernst Hilger, Wien), der in seinen Arbeiten die Kunst des Geschichtenerzählens wiederbelebt, die er durch Einflüsse aus lokaler Politik, schlechten Gangsterfilmen und Kindercartoons neu interpretiert. Viel schwarzer Humor und Zynismus sprechen aus den Videoinstallationen, deren Bestandteile außerdem überdimensionale Buntstiftzeichnungen und aus Jacaranda-Holz geschnitzte Skulpturen sind. Frauke Dannert (Rupert Pfab, Düsseldorf) greift in ihren Collagen aus Papier auf Fotokopien von Bildern zurück, auf Zeitungsausschnitte und Bilder aus dem Internet, die durch die Montage eine neue Bedeutung erhalten. Dannert verwendet häufig Architekturfragmente, die sie zu surrealen Gebäuden zusammensetzt, die sich auf Wand und Boden ausdehnen, so dass ein atmosphärischer, begehbarer Bildraum entsteht.


Die mexikanische Bildhauerin Monica Martinez (Gentili, Prato) erschafft Architekturmodelle, die an Fabriken und Produktionsstätten denken lassen; Anna Galtarossa (Studio La Cittá, Verona) fügt mit überbordender Fantasie unterschiedlichste (Fund-) Gegenstände zu farbenfrohen Assemblagen zusammen, die an Götterstatuen und Fetische der Naturvölker erinnern.


Vielschichtig ist das Werk von Sonia Leimer (nächst St. Stephan, Wien), das um Raum und Zeit und ihre Wahrnehmung durch den Menschen kreist. In den von ihr mittels Film und Architektur geschaffenen künstlerischen Denkräumen erzählt sie Geschichten von Verlorenem und Vergessenem, öffnet Erinnerungsformen und fragt nach deren Bedeutung.


Christoph Blawert (Produzentengalerie, Hamburg) entzieht sich einer eindeutigen Kategorisierung. Er bedient sich vielfältiger Ausdrucksmittel: Malerei, Film und Installationen fügen sich zu teils ortsgebundenen Szenarien.

Anna Lena Grau (Thomas Rehbein, Köln) spürt vergessene und unbekannte Geschichten auf und reflektiert in skulpturalen und installativen Arbeiten philosophisch-wissenschaftliche Methoden.


Shana Lutker (Wetterling, Stockholm) beschäftigt sich in ihrem Werk unter anderem mit der Traumanalyse von Sigmund Freud. Anhand von Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Performances, die sie in oft raumfüllenden Installationen einsetzt, spricht sie Urängste wie Scham, Einsamkeit, Verzweiflung und schlechtes Gewissen an. Aus vielfältigen Quellen speist sich das Werk des Amerikaners Brett Lund (fiebach, minninger, Köln), der in Skulpturen und Gemälden auf Ikonen der Kunstgeschichte zurückgreift.


Die diesjährigen Juroren sind: Caren Jones, Köln (Galeristin), Sven Ahrens, Köln (Galerist), Stefan Kobel, Berlin (Journalist), Andreas Schulze, Köln (Künstler), Dr. Stefan Kraus, Köln (Direktor des Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln). Beisitzer ohne Stimmrecht waren: Roland Berger und Herr Braune, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Berlin-Bonn, Daniel Hug, Koelnmesse, Künstlerischer Leiter der ART COLOGNE. Die Sitzung wurde von Klaus Gerrit Friese, Vorsitzender des BVDG, moderiert.



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