Georg Hornemann erhält Cologne Fine Art Preis 2017

September 2017
Eingabedatum: 19.09.2017

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Courtesy Cologne Fine Art-

Erstmals vergibt Koelnmesse sowie Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler den Preis im Kunsthandwerk

Der gebürtige Dessauer Georg Hornemann kam bereits als 15-Jähriger mit dem Bauhaus in Berührung, als er bei einem der ehemaligen Goldschmiedemeister in die Lehre ging. 1958 siedelte er in den Westen über – nach Düsseldorf, wo er noch heute lebt und arbeitet. Kenner, Sammler und Kuratoren stellen Georg Hornemann in die Tradition eines Johann Melchior Dinglinger oder eines Fabergé. Nachdem er 1967 erstmals den Prix de la Ville de Genève und 1968 den Diamonds International Award New York gewann, erhielt er bis heute fast alle internationalen Auszeichnungen, die auf dem Feld der Schmuckgestaltung verliehen werden. Mit Georg Hornemann wird in diesem Jahr ein Goldschmied mit dem Cologne Fine Art Preis geehrt, dessen Oeuvre vielfältige Bezüge zur bildenden Kunst aufweist. Die Preisverleihung findet am 22. November zur AXA Art Preview im Rahmen der Cologne Fine Art (20. bis 26. November 2017) statt.

Seit 2007 arbeitet Georg Hornemann mit zeitgenössischen Künstlern wie Alicia Kwade, Rita McBride, Kris Martin oder dem Kunsttheoretiker Bazon Brock zusammen. Die art collaborations bekunden sein Interesse an einem disziplinübergreifenden Austausch mit bildenden Künstlern; Objekte, die aus diesen Kooperationen hervorgehen, wurden mehrfach in Galerien ausgestellt.

Viele Museumsausstellungen widmeten sich in den letzten Jahren den Arbeiten von Georg Hornemann, der die Grenze zwischen angewandter und freier Kunst gesprengt hat. Der Maler Markus Lüpertz lässt seine Ringe und Spazierstock-Knäufe bei Hornemann fertigen. Einer der wichtigsten deutschen Kunstsammler, Thomas Olbricht, hatte jüngst eine Wunderkammer-Ausstellung mit Hornemann-Objekten im Berliner me Collectors Room kuratiert. Beide haben somit die Idee des Raritäten- und Kuriositätenkabinetts, das seit der Neuzeit die Vorform des Museums bildete und für Georg Hornemann heute die optimale Ausstellungsform darstellt, wiederbelebt.

Hornemanns Goldschmiedearbeiten umfassen alle Formen der Haute Joaillerie: Ringe, Ketten und Anhänger, Broschen und Manschettenknöpfe. Seine freien Kunstobjekte bezeichnet er als Kreaturen oder Modern Wunderkammer. In beiden Bereichen nutzt Hornemann überwiegend edle Steine und Metalle, zuweilen auch Eisen und Acryl – oder er bezieht anderweitig Elemente in seine Kreationen ein, etwa antike Münzen, Teile von byzantinischen Kreuzen, russischen Ikonen und von japanischen Schwertern.

In Georg Hornemanns Pretiosen verbindet sich hochartifizielles Handwerk mit unerschöpflichem Ideenreichtum bis ins kleinste Detail. Seine bevorzugten Motive – Insekten, Frösche und Reptilien sowie Blüten und Schädel – erscheinen mitunter wie Extrakte aus barocken Vanitas-Stillleben. Die Idee der nature morte ist seinen Werken wesentlich. Sein Repertoire reicht von der wuchernd-opulenten bis zur geometrisch-schlichten Form. Seine Objekte sind kleine Mirakel, übervoll mit Überraschung und Esprit.

Anlässlich der Preisverleihung werden auch in diesem Jahr auf einer Sonderschau ausgewählte Schmuck- und Kunstobjekte von ihm zu sehen sein.

Der Cologne Fine Art-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) anlässlich der Cologne Fine Art vergeben.

Die bisherigen Preisträger: Felix Droese (1996), Ottmar Hörl (1997), Dieter Roth (1998), Thomas Huber (1999), Thomas Bayrle (2000), Astrid Klein (2001), Sigmar Polke (2002), Jörg Sasse (2003), Berliner Kupferstichkabinett (2004), Thomas Schütte (2005), Dieter Krieg (2006), Gert und Uwe Tobias (2007), Katharina Sieverding (2008), Georg Baselitz (2009), Andreas Schulze (2010), Günther Uecker (2011), Tony Cragg (2012), Jürgen Klauke (2013), Leiko Ikemura (2014), Candida Höfer (2015), Karin Kneffel (2016)

Einen Überblick über das Oeuvre von Georg Hornemanns geben Monographien und Ausstellungskataloge, die in renommierten Kunstbuchverlagen erschienen sind.
- Georg Hornemann. DuMont Verlag, Köln 2003,
- Georg Hornemann. Creatures. DISTANZ Verlag, Berlin 2007
- Georg Hornemann. Objekte/Objects. Verlag Walther König, Köln 2009
- Objets d’art. Hrsg. Raimund Stecker u. Claudia Thümler, Lehmbruck Museum Duisburg, DISTANZ Verlag, Berlin 2012
- Boys get skulls, girls get butterflies. Hrsg. Petra Hesse u. Valeria Liebermann, Museum für Angewandte Kunst, Köln, DISTANZ Verlag, Berlin 2013

Über Georg Hornemann:
- 1940 geboren in Dessau
- 1966 Meisterprüfung im Goldschmiedehandwerk
- 1973 Eröffnung eines eigenen Ateliers in Düsseldorf
- 2007 Ausstellung „creatures“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Wesfalen K21
- 2010 Art collaboration mit Kris Martin bei White Cube Gallery, London
- 2011 Art collaboration „Mae West“ mit Rita McBride bei der Galerie Mai 36
- 2012 Ausstellung im Lehmbruck Museum Duisburg (Katalog)
- 2013 Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln (Katalog)
- 2014 Ausstellung in der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn, Kurator: Markus Lüpertz

colognefineart.de

Presse












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Lehmbruck Museum Duisburg bis auf Weiteres geschlossen


Heute Nachmittag erhielten wir folgende Mitteilung aus Duisburg, dass das Museum bis auf Weiteres aus baulich bedingten Sicherheitsmängeln geschlossen wird.

Nach einer Verfügung der Bauaufsicht der Stadt Duisburg wird das LehmbruckMuseum bis auf Weiteres geschlossen. Die Behörde hatte nach einer Gebäudebegehung die Nutzung der Galerie des Lehmbruck-Trakts sowie der großen Glashalle untersagt, wodurch der Betrieb des Museums nicht mehr gewährleistet werden kann.

Grund für die Verfügung sind Sicherheitsbedenken in Bezug auf die seit 1964 vorhandenen Geländer des Lehmbruck-Trakts beziehungsweise die ebenfalls seit 1964 in der Glashalle installierten Deckenplatten. "Es ist sehr, sehr bedauerlich, dass es zu dieser vorsorglichen Schließung kommen muss", kommentiert Raimund Stecker, Direktor des Hauses, die Entscheidung, durch die auch die Finissage der Ausstellung von Georg Hornemann ausfallen muss.

Die Eröffnung der Ausstellungen von Martina Klein und Fabián Marcaccio werden auf unbestimmte Zeit verschoben. "Wir sehen es als unsere Pflicht an und tun alles in unserer Macht stehende, um keine Ausstellung absagen zu müssen", so Raimund Stecker. Die Präsentation von Georg Hornemann soll, sobald es nach ersten Maßnahmen möglich ist, wieder zugänglich gemacht und anschließend für weitere zwei Wochen gezeigt werden. "Natürlich verstehe und unterstütze ich jede Gefahrenabwendung", so Stecker weiter. "Aber wir müssen uns nun endlich dringend mit dem Immobilienmanagement Duisburg zusammensetzen, um über den Sanierungsbedarf des Museums und einen Zeitplan der Sanierungsarbeiten zu sprechen. Es geht ja nicht nur um Gefahrenabwehr, es regnet auch noch durchs Dach und der Teich wartet ebenfalls seit Jahren auf seiner Wiederherstellung."

"Das Immobilienmanagement Duisburg wird ab Montag alles dafür tun, dass die Mängel im LehmbruckMuseum schnellstmöglich behoben und das Haus wieder für das Publikum geöffnet werden kann", versichert Stadtdirektor Dr. Peter Greulich. "So unangenehm die Situation auch sein mag, aber Sicherheit geht vor." Der Abbau der Deckenplatten wird nach ersten Schätzungen des IMD etwa eine Woche dauern.



LehmbruckMuseum
Düsseldorfer Straße 51
47049 Duisburg
T: +49 (0)203 283 3138
F: +49 (0)203 283 3892
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Horst Antes erhält COLOGNE FINE ART-Preis 2018



Horst Antes ist das geschlossene Auge des großen Manitu,
das nach innen alles sieht.
Friedhelm Häring

Der diesjährige COLOGNE FINE ART-Preis ehrt den Maler, Bildhauer und Zeichner Horst Antes für sein Lebenswerk. Mit seinem umfassenden Oeuvre kommt ihm in der Kunst seit den 60er Jahren bis heute eine herausragende Bedeutung zu.

Horst Antes, 1936 in Heppenheim am Rande des Odenwalds geboren, kam bereits in jungen Jahren in den Genuss von Preisen und Stipendien – darunter die begehrten Studienaufenthalte in Florenz und Rom. Gerade dreißig geworden, erhielt er eine Berufung als Professor an die Kunstakademie in Karlsruhe, wo er Ende der 50er Jahre bei dem großen HAP Grieshaber studierte. Dort arbeitete er Jahrzehnte – ebenso in Berlin und in Italien, wo er heute lebt.

Horst Antes ist ein Solitär, der seinen eigenen künstlerischen Weg konsequent gegangen ist und sich von Trends im Kunstbetrieb nicht beirren ließ. Berühmt wurde er mit seinen „Kopffiguren“. Mit ihnen durchbrach er das Primat des Informel und der Abstraktion, das sich in den fünfziger Jahren durchgesetzt hatte und mit einer Abwendung von der Figuration verbunden war. Sein Frühwerk offenbart eine geradezu entfesselte Sinnlichkeit. Hier dominieren farbintensive, wilde, mitunter aggressive malerische Gesten, die in energiegeladenen, den Bildraum sprengenden Formen gebunden sind.

Mit den Kopffiguren hatte Antes eine Bildidee gefunden, die unendliche Möglichkeiten an Variationen bot. Sie begegnen uns nicht nur in seinen Gemälden und Druckgraphiken, sondern auch als Skulpturen. Obgleich die Figuren mit wuchtigem Kopf und überlangen Beinen befremdlich und teils bedrohlich erscheinen, wurden sie unglaublich populär. Hinter dem Motiv steht Antes intensive Beschäftigung mit völkerkundlichen Objekten.

Denn der dreifache documenta-Teilnehmer Horst Antes ist ein passionierter Sammler und profunder Kenner von Ethnographica. Seine umfangreichen Sammlungen von Kachina-figuren der Hopi-Indianer Neu-Mexikos, von indianischem Federschmuck und von Hilfsgeistern der Ewe und Dangwe aus Ghana wurden in jeweils umfangreichen, von ihm erarbeiteten Katalogen erfasst, die heute als Standardwerke gelten.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Horst Antes auch durch seine Metallplastiken im städtischen Raum bekannt. Etwa durch das mehrteilige Ensemble „Der Ring – Der Fresser- Die Insel“, das seit 1987 direkt am Düsseldorfer Hauptbahnhof platziert ist, oder durch den „Platz der Köpfe“ (1980 bis 1983) vor dem ZDF in Mainz. Seine Werke befinden sich weltweit in zahllosen Museen und privaten Kunstsammlungen.

Etwa Mitte der 80er Jahre vollzog Horst Antes eine Art iconic turn und thematisiert seither zwei Grundelemente der menschlichen Kultur: die Zahl und das Haus. Bei den sog. Datums- oder Zeitbildern sind die Ziffern übereinander gemalt und ergeben eine dichte malerische Oberfläche. In den fensterlosen Häuserbildern weicht eine ehemals breite Farbpalette mitunter dunkleren Tönen. Graphit, schwarz und schwere braunrote Töne bestimmen immer mehr die Bildflächen, aus denen jedoch das intensive Blau der Dächer hervorstrahlt.

Auf der COLOGNE FINE ART wird eine Sonderschau mit fünf großen Werken präsentiert, die Horst Antes persönlich auswählte: Ein Fensterbild als Leihgabe der Sammlung Würth sowie einige Häuser-Bilder, die zwischen 1997 und 2006 entstanden sind und aus unterschiedlichen Sammlungen stammen. Auch das Doppelbildnis „Haus“ und „Garten“, in denen der Künstler alle Möglichkeiten der Abstraktion ausreizt, wird zu sehen sein. Diese Arbeit des nunmehr 82-jährigen Künstlers ist in diesem Jahr, 2018, entstanden.

Der COLOGNE FINE ART-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) anlässlich der COLOGNE FINE ART vergeben.

Die bisherigen Preisträger: Felix Droese (1996), Ottmar Hörl (1997), Dieter Roth (1998), Thomas Huber (1999), Thomas Bayrle (2000), Astrid Klein (2001), Sigmar Polke (2002), Jörg Sasse (2003), Berliner Kupferstichkabinett (2004), Thomas Schütte (2005), Dieter Krieg (2006), Gert und Uwe Tobias (2007), Katharina Sieverding (2008), Georg Baselitz (2009), Andreas Schulze (2010), Günther Uecker (2011), Tony Cragg (2012), Jürgen Klauke (2013), Leiko Ikemura (2014), Candida Höfer (2015), Karin Kneffel (2016), ‚Georg Hornemann (2017).

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