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B3 Biennale

Museum des Jahres / Ausstellung des Jahres / Besondere Ausstellung

Auszeichnungen der AICA

November 2017
Eingabedatum: 07.11.2017

Werkabbildung


Erweiterungsbau Calder Saal 1, Foto: Herling / Gwose / Werner, © Sprengel Museum Hannoverfullscreenbilder

Die AICA Deutschland (Internationale Vereinigung der Kunstkritiker) vergibt in jedem Jahr eine Auszeichnung für das "Museum des Jahres", die "Ausstellung des Jahres" und die "Besondere Ausstellung". In diesem Jahr werden ausgezeichnet:

Museum des Jahres 2017: Sprengel Museum, Hannover

Begründung:
Das Sprengel Museum verfügt über hervorragende Bestände der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die durch eine kluge Ankaufspolitik und weitere Schenkungen ständig wächst. Der Erweiterungsbau von Meili, Peter Architekten mit seinem beeindruckenden Verbindungstrakt, dem Calder Saal, und den „tanzenden Räumen“ – so benannt wegen der alternierend hohen Räumen – bieten insgesamt 5400 m² Fläche – Funktionsräume und Ausstellungsfläche, die den Bedürfnissen der ständig wachsenden Sammlung endlich Raum bieten.
Die Auszeichnung würdigt insbesondere,, dass sich das Sprengel Museum so konsequent wie kaum ein anderes deutsches Museum, auch mit vielseitigen Sonderausstellungen, der zeitgenössischen Kunst widmet. Besonders erwähnungswert ist die Gründung des ersten Foto-Blog im deutschsprachigen Raum, der eine Plattform bietet, “um unter dem Horizont der Kunst über Fotografie zu diskutieren“.
Wir würdigen damit nicht nur das Sprengel Museum allein, sondern generell auch die Stadt Hannover als Standort guter Institutionen für zeitgenössische Kunst.

Ausstellung des Jahres 2017: Surreale Sachlichkeit, Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Nationalgalerie Berlin, Sammlung Scharf-Gerstenberg

Begründung:
"Surreale Sachlichkeit" bot einen tiefen Blick in eine Sammlung mit etlichen fast unbekannten Leihgaben. Der Titel ist verwirrend, meinte aber, dass man die 20er Jahre besser versteht, wenn man sich von den -ismen mal freimacht. Tatsächlich gibt es einen "realen" Kern im Surrealismus, aber mehr noch ein Spiel mit Verfremdung und Traum, dem das Etikett "Neue Sachlichkeit" in keiner Weise gerecht wird. Das kuratorische Spiel ging voll auf: Man wurde hineingezogen in die Zeit, aus der die Kunst stammt. "Historisch" mag das nicht korrekt sein, aber umso ergreifender das sinnlich-intellektuelle Abenteuer. Ein gewitzter und lehrreicher Katalog konnte die Intensität des Ausstellungsbesuchs noch steigern.
„Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er und 1930er Jahre aus der Nationalgalerie“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin-Charlottenburg, 13. Oktober 2016 - 23. April 2017

Besondere Ausstellung 2017: Otto Freundlich. Kosmischer Kommunismus, Museum Ludwig

Begründung:
Die letzte Retrospektive, die Otto Freundlich (1878-1943) ausgerichtet wurde, liegt fast vierzig Jahre zurück. Es war also höchste Zeit, diesen großartigen Künstler, der in Vergessenheit zu geraten drohte, einer Revision zu unterziehen. Die Ausstellung schildert nicht nur anhand der überlieferten Gemälde, Skulpturen, Wandgestaltungen, Zeichnungen und Grafiken Otto Freundlichs Weg in die Abstraktion. Sie stellt den Künstler auch als einen politisch denkenden und handelnden Menschen vor, der in seinen Schriften die prägenden weltanschaulichen Strömungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Transzendentalphilosophie, Kommunismus, Kollektivismus, Kosmismus – reflektierte. Auf dieser Basis entwickelte er eine Haltung – gegenüber der Kunst wie dem Leben. Für die Prinzipien des „Kosmischen Kommunismus“ trat er selbst dann noch ein, als es unerwünscht, ja lebensgefährlich geworden war, Künstler, Kommunist und Jude zu sein.
„Otto Freundlich – Kosmischer Kommunismus“ im Museum Ludwig, Köln, 18. Februar – 14. Mai 2017

aica.de

chk












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Cézanne - Aufbruch in die Moderne


Die Cézanne-Schau im Essener Museum Folkwang wurde zur »Ausstellung des Jahres« gewählt.
Deutschlands Kunstkritiker haben die Cézanne-Schau im Essener Museum Folkwang zur »Ausstellung des Jahres« gewählt. Die Entscheidung für die noch bis zum 16. Januar geöffnete Präsentation fällten die in der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) zusammengeschlossenen Experten auf ihrer Jahreshauptversammlung. Mehr als 87 000 Kunstfreunde haben seit Mitte September die Ausstellung besucht.
Unter dem Motto Aufbruch in die Moderne präsentiert die Publikation Werke Paul Cézannes und Arbeiten seiner Nachfolger, in denen der grundlegende Einfluss des Begründers der modernen Malerei sichtbar wird.
Nicht Kunstkritik oder Kunstgeschichtsschreibung oder Cézanne selbst haben die frühe Cézanne-Rezeption vorangetrieben. An erster Stelle müssen die Künstler genannt werden: allen voran die Fauves - insbesondere Matisse, de Vlaminck und Derain - und die Kubisten wie Picasso, Braque und Léger. Sie haben Cézannes bahnbrechende Ideen zur Farbigkeit und Bildkonstruktion aufgenommen und weiterverarbeitet.
Vor diesem Hintergrund des »Cézannisme« erscheinen signifikante Gegenüberstellungen von Werken Cézannes und denjenigen der jüngeren Künstler. Anhand von Motivreihen - Porträts, Stillleben, Landschaften - werden malerische Analogien und Variationen zwischen den Werken des Wegbereiters der Moderne und denen der jüngeren Künstler deutlich: eine komprimierte Kunstgeschichte der Ikonen der Moderne.
Ausstellung: Museum Folkwang, Essen 18.9.2004-16.1.2005

Cézanne
Aufbruch in die Moderne
Hrsg. Felix A. Baumann, Walter Feilchenfeldt, Hubertus Gaßner, Text von Felix A. Baumann, Pepe Karmel, Peter Kropmanns, Fred Leemann
Deutsch
2004. 240 Seiten, 180 Abb., davon 113 farbig
24,60 x 28,60 cm
Leinen mit Schutzumschlag
Lieferbar
€ 39,80, SFR 66,00
ISBN 3-7757-1487-1

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Staatliches Museum Schwerin ist "Museum des Jahres" 2005


Zum "Museum des Jahres 2005" haben die Mitglieder der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) das "Staatliche Museum Schwerin" gewählt.(Die Wahl fand am 27.10.05 statt)

Auf ihrer Mitgliederversammlung zum Auftakt der Art Cologne würdigten die in Köln versammelten Kunstkritiker mit ihrer Entscheidung ein Haus, das sich "auf der Basis einer außergewöhnlichen Sammlung alter Kunst durch systematische Ausstellungen und gezielte Ankäufe auch das schwierige Terrain einer konzeptuell geprägten Moderne erobert" habe.

Die Entscheidung im Wortlaut:

Aus Anlass ihrer jährlichen Mitgliederversammlung würdigten die in Köln versammelten Kunstkritiker mit ihrer Entscheidung ein Haus, das sich auf der Basis einer außergewöhnlichen Sammlung alter Kunst "in den letzten Jahren durch systematische Ausstellungen und gezielte Ankäufe auch das schwierige Terrain einer konzeptuell geprägten Moderne erobert hat". Dabei ist es einer engagierten und weitsichtigen Museumsleitung gelungen, die kulturelle Verankerung des Museums in der Region in dem Maße zu vertiefen, wie es erreicht wurde, seine überregionale Ausstrahlungskraft zu stärken. Unabhängigkeit von den verbreiteten Trends der zeitgenössischen Kunstmarktkunst, die auf Kontinuität bedachte Museumspraxis und die sorgfältige wissenschaftliche und pädagogische Erschließung der Fundamente der avancierten Gegenwartskunst erschien den Kunstkritikern besonders auszeichnenswert. (Presse / Staatliches Museum Schwerin)

Im nächsten Jahr (2006) zeigt das Museum u.a. Niederländische Malerei des 17.Jahrhunderts, Konstruktivismus in Europa von Kandinsky bis Tatlin sowie eine Ausstellung mit Werken von Daniel Spoerri.

Öffnungszeiten: Mo-So 10-18Uhr / vom 15.10.-15.4. Di-So 10-17Uhr

Staatliches Museum Schwerin
Alter Garten 3 · 19055 Schwerin
Telefon 0385-5958-0 oder 0385-5958-237
museum-schwerin.de


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