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Partizipative Kunst: Kulturpreis NRW für Manfred Webel

Projekt mit mobilem Kunst-Container ausgezeichnet


Eingabedatum: 26.12.2017

Werkabbildung


Partizipative Kunst: Der mobile Kunst-Container – hier in Schloß Neuhaus vor dem Barockschloß – ist die Basis für Manfred Webels Kunstaktionen im sozialen Raum. Foto: Webelfullscreenbilder


Projekt mit mobilem Kunst-Container ausgezeichnet

Als einziger Künstler 2017 erhielt der Paderborner Manfred Webel den mit 7500 Euro dotierten Preis für kulturelle Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Webel wurde für seine partizipativen Kunstaktionen geehrt.

NRW Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen zeichnete Webels Projekt im Rheiner Stadteil Dorenkamp aus. Dort kam sein mobiler Kunst-Container zum Einsatz.

Werner Schaub, Vorsitzender des Bundes Bildender Künstler (BBK) sagte über Webels Arbeit: «Herr Webel sucht in seinen Projekten stets die Verbindung herzustellen zwischen künstlerischen Fragestellungen einerseits und den sozialräumlichen und psychischen Gegegebenheiten andererseits. Diese – in ihren Ansprüchen beeindruckende – künstlerische wie pädagogische Tätigkeit bildet fast untrennbar eine Einheit.»

Vom mobilen Kunst-Container aus entwickelte Webel in drei Phasen – gemeinsam mit den Dorenkamper Bürgern – ein Konzept zur Identifikation. Das Resultat sind fließend-bewegte Skulpturen, die im kommenden Jahr gebaut und an markanten Punkten aufgestellt werden.

Manfred Webel: «Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Stadtteil. Was macht ihn als Raum aus? Warum lebt Marie gerne hier? Nimmt sie Ihren Stadtteil als solchen wahr?»

Das Projekt wurde in drei Phasen umgesetzt: In der ersten Phase gab es einen lokal auf allen Ebenen kommunizierten Wettbewerb. 280 Bürger – Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder – nahmen teil und reichten ihre Entwürfe ein.

In der zweiten Phase kam der mobile Kunst-Container vor Ort zum Einsatz: In dem rollenden Atelier wurden weitere 170 Bürger mit Webels Hilfe kreativ und die besten Entwürfe von der Skizze bis zum Bauplan wurden gemeinsam weiterentwickelt und Orte für die Aufstellung gefunden.

In Phase drei werden die Skulpturen gebaut und aufgestellt.

Manfred Webel zu seiner Philosphie: «Von Kunst berührt sein, mit allen Sinnen, sollte keine Einbahnstraße sein. Kunst sollte auch berührt werden, bewegt, besessen, bewohnt. Das ist einfach eine Übertragung von Empathie für Menschen auf Empathie für die Dinge. Und ich will ja Menschen auch nicht nur ansehen.“

In 25 Jahren künstlerischer Tätigkeit hat Manfred Webel 96 partizipative Kunstprojekte umgesetzt – im Klassenzimmer, im Stadtteil, mit Unternehmensmitarbeitern. Dabei hat er Grundformen künstlerischer Partizipation herausgearbeitet, die als Module künftiger Projekte adaptierbar sind.


Für Manfred Webel, Jahrgang 65, ist Kunst Partizipation – und Partizipation Kunst. Sein mobiler Kunst-Container dient als Basis für Projekte in Schulen, Kommunen und Unternehmen. Er realisierte bislang 96 künstlerische Partizipations-Projekte. Webel, dessen Aktion «FremdeFreunde» zehn Jahre UNESCO-Projekt war, ist CREATIVE-NRW- (2016 als Paderborner Kreatur) und Kulturpreisträger (2017), sowie Mitautor von «Bewegung Kunst». Manfred Webel, verheiratet mit der Journalistin Elke Vieth, drei Kinder, ist für Projektanfragen über seine Webseite manfred-webel.de zu erreichen.

Mit dem Preis Kinder- und Jugendkulturland NRW zeichnet das Land Nordrhein-Westfalen innovative Projekte und Kommunale Gesamtkonzepte aus, die sich in besonderer Weise für kulturelle Bildung einsetzen, ämterübergreifend zusammenarbeiten und dabei die Zivilgesellschaft einbeziehen. Die Preisträger werden durch eine Fachjury ermittelt.


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