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Francesco Neri wird mit dem August-Sander-Preis 2018 ausgezeichnet

April 2018
Eingabedatum: 03.05.2018

bilder

Der italienische Künstler Francesco Neri ist der Gewinner des August-Sander-Preises, der in 2018 zum ersten Mal von Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur ausgelobt wurde. Gestiftet wurde der Preis von Ulla Bartenbach und Prof. Dr. Kurt Bartenbach. Die Namensgebung des Preises, der fortan alle zwei Jahre vergeben wird, geht – für viele bekannt – auf den bedeutenden Photographen August Sander (1876–1964) zurück. Das August Sander Archiv, und damit der Nachlass des Photographen, wird seit 1992 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur betreut. Mit der Auslobung verbindet sich die Idee, junge zeitgenössische künstlerische Ansätze im Sinne der sachlich-konzeptuellen Photographie zu fördern, mit dem besonderen Schwerpunkt auf dem menschlichen Portrait. Die Resonanz auf die erste Ausschreibung ist erfreulich groß gewesen, über 160 Einsendungen aus dem In- und Ausland sind eingegangen.

Die international besetzte Jury, bestehend aus Dr. Anja Bartenbach (Stifterfamilie), Gabriele Conrath-Scholl (Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur), Hans Eijkelboom (Künstler), Prof. Dr. Ursula Frohne (Universität Münster) und Dr. Gabriele Hofer-Hagenauer (Landesgalerie Linz / Oberösterreichisches Landesmuseum), hat sich nach intensiven Diskussionen und nach der Vorauswahl in Form einer Shortlist von acht Kandidatinnen und Kandidaten schließlich für den italienischen Photographen Francesco Neri (*1982 in Faenza) und dessen Serie „Farmers“ als Preisträger entschieden.

„Die Serie ´Farmers` von Francesco Neri hat in ihrer hohen künstlerischen Qualität und photographischen Umsetzung überzeugt“, so das Credo der Jury, „die Einzelportraits von Bauern und Bäuerinnen aus Norditalien zeichnen sich durch ein ausgesprochen sensibles Zusammenspiel von Licht, Umraum und dargestellter Persönlichkeit aus. Durch die konsequente Verfolgung des selbstgestellten Themas, die seriell-vergleichende Vorgehensweise des Künstlers, ist ein Kompendium von besonderem dokumentarischem Wert entstanden. Im Einzelnen entfaltet jedes Motiv eine intensive bildnerische Kraft, birgt eine tiefgreifende Zeitlichkeit und führt einen Erfahrungs-Kosmos vor Augen, der auch im angewendeten photographischen Prozess selbst begründet liegt.“

Francesco Neri fühlt sich der analogen photographischen Tradition verpflichtet. Er bevorzugt die Großbildkamera, die Abzüge sind als Kontakte von 8x10-Farbnegativen ausgearbeitet. Diese Vorgehensweise erfordert eine konzentrierte Haltung während des Aufnahmeprozesses, eine sichere Handhabung der Technik und klare bildkompositorische Vorstellungen. Neri ist sich bewusst, dass jede abweichende Nuance die Aussage eines Bildes verändern kann; Licht, Hintergrund- und Ausschnittwahl sind für ihn wesentlich. Zudem gelingt es dem Künstler intuitiv, zufällig hinzutretende Aspekte in die Aufnahme einzuschließen. Er lässt den Portraitierten genügend Raum, beobachtet die Körpersprache, die natürlich eingenommenen Posen und sucht den Blickkontakt. ...

photographie-sk-kultur.de

Presse












Weiteres zum Thema: Francesco Neri



Mit anderen Augen


Bereits seit der Antike und durch alle Epochen hindurch haben Künstler Porträts von Menschen geschaffen. Damit ist dieses Genre eines der zentralen Themen innerhalb der Kunstgeschichte. Verbunden mit dem Menschen und der Vergegenwärtigung von Aspekten der Individualität und Identität, Momenten gesellschaftlicher und kultureller Zusammenhänge oder auch sozialer Bindungen gehört das Porträt auch in der aktuellen Kunst - und hier vor allem in der Fotografie - zu den wichtigen und sich immer wieder neu formulierenden bildnerischen Inhalten. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur und das Kunstmuseum Bonn zeigen unter dem übergreifenden Titel Mit anderen Augen. Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie parallel stattfindende Gruppenausstellungen zu diesem spannenden Thema und ermöglichen so nun erstmals in Deutschland einen umfangreichen Überblick über die zeitgenössische Porträtfotografie am Beginn des 21. Jahrhunderts.

Vorgestellt werden in beiden Ausstellungshäusern zahlreiche künstlerische Konzepte, die das Genre aus vielen Perspektiven beleuchten. Aspekte der Individualität und Identität, Momente gesellschaftlicher und kultureller Zusammenhänge oder auch sozialer Bindungen werden angesprochen.

Fotografische Einzelbilder, Sequenzen, Rauminstallationen und filmische Arbeiten zeigen den Menschen in unterschiedlichen Lebensräumen, befassen sich mit seiner Präsenz im fotografischen Bild und mit der Bedeutung des Porträts in individualisierender, typisierender, kultureller und auch abstrahierender Hinsicht. Traditionelle Bildformen sowie innovative Ansätze greifen ineinander und verdeutlichen den Facettenreichtum des Themas. Ablesbar wird zudem der Wandel, den die Fotografie in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat, sei es mit Blick auf die analoge und digitale Technik, sei es mit Blick auf die breitere künstlerische Akzeptanz. Mit großer Freiheit greifen die in der Ausstellung vorgestellten Künstlerinnen und Künstler innerhalb ihrer Bildkonzepte auf die zur Verfügung stehenden medialen Mittel zurück und entfalten so einen eigenen Kosmos. Sowohl das Individualbildnis wie das Porträt in seiner Reproduzierbarkeit und seinem Verfremdungspotenzial kommen nebeneinander zur Wirkung.

Die in Bonn und Köln präsentierten Ausstellungsteile folgen dabei unterschiedlichen Schwerpunkten:

Im Kunstmuseum Bonn liegt der Fokus auf Aspekten zeitgenössischer künstlerischer Bildkonzepte im Bereich der Porträtfotografie in Deutschland, unter Einbeziehung künstlerischer, konzeptueller und dabei das Genre auch abstrakt reflektierender Ansätze. Damit knüpft das Haus an seinen Sammlungsschwerpunkt zur deutschen Kunst nach 1945 an. Ausgewählt sind Künstlerinnen und Künstler, deren bildnerische Ansätze vom Dokumentarischen bis zur Inszenierung, von der Neuformulierung ikonografischer Bildtraditionen bis zur künstlerischen Beschäftigung mit der Amateurfotografie oder der Abstraktion als formale Reflexion des Themas reichen.

Neben Gegenüberstellungen und pointierter Einzelvorstellungen sind auch Rauminszenierungen vorgesehen. Zu nennen sind folgende Künstlerinnen und Künstler: Ute Behrend, Katharina, Bosse, Clegg & Guttmann, Dunja Evers, Jan Paul Evers, Albrecht Fuchs, Bernhard Fuchs, Jitka Hanzlová, Jörg Paul Janka (solo), Uschi Huber (solo), OHIO (Gemeinschaftsprojekt Janka und Huber), Sabrina Jung, Keller/Wittwer, Annette Kelm, Erik Kessels, Jana Kölmel, Timm Rautert, Eckhard Korn, Katharina Mayer, Christopher Muller, Peter Piller, Barbara Probst, Daniela Risch, Thomas Ruff, Daniel Schumann, Oliver Sieber, Beat Streuli, Thomas Struth, Katja Stuke, Wolfgang Tillmans, Christopher Williams und Tobias Zielony.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur fokussiert auf internationale Künstler wie Charles Fréger (Frankreich), Pepa Hristova (Bulgarien/Deutschland), Pieter Hugo (Südafrika), Hiroh Kikai (Japan), Mark Neville (England), Jerry L. Thompson (USA), Mette Tronvoll (Norwegen), Albrecht Tübke (Deutschland/Italien) und Joerg Lipskoch (Deutschland).
Der Kölner Ausstellungsteil konzentriert sich zugleich auf serielle Porträtarbeiten, die einem künstlerisch-dokumentarischen Ansatz folgen. Dies knüpft an die programmatische Ausrichtung der Institution an, in der das August Sander Archiv und damit eine zentrale Position der dokumentarischen Fotografie einen wesentlichen Platz einnimmt.

Flankierend werden ausgewählte Werkserien aus der eigenen Sammlung vorgestellt, von Diane Arbus, Jim Dine, Francesco Neri, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Judith Joy Ross, Thomas Ruff, August Sander, Oliver Sieber und Rosalind Solomon. Was die in Köln vorgestellten Werkansätze auszeichnet, ist die dokumentarische Vorgehensweise und das Arbeiten in vergleichenden Serien. Ein künstlerisches Konzept, dem international eine hohe Anerkennung zukommt - nicht zuletzt auch ein Verdienst von August Sander.

Mit anderen Augen wird in beiden Städten von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dazu erscheint ein gemeinsamer Katalog, gefördert von der Kunststiftung NRW. Beider Ausstellungen werden von der Sparkasse KölnBonn großzügig unterstützt.

Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile,
Friedrich-Ebert-Allee 2,
53113 Bonn,
kunstmuseum-bonn.de

SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
Im Mediapark 7
50670 Köln
sk-kultur.de

MIT ANDEREN AUGEN. DAS PORTRÄT IN DER ZEITGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE


Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Ute Behrend, Katharina Bosse, Clegg & Guttman, Dunja Evers, Jan Paul Evers, Charles Frèger, Albrecht Fuchs, Bernhard Fuchs, Jitka Hanzlová, Pepa Hristova, Uschi Huber, Pieter Hugo, Jörg Paul Janka, Sabrina Jung, Dagmar Keller/Martin Wittwer, Annette Kelm, Erik Kessels, Dieter Kiessling, Hiroh Kikai, Jana Kölmel, Eckhard Korn, Joerg Lipskoch, Christian Mayer, Katharina Mayer, Christopher Muller, Francesco Neri, Mark Neville, Peter Piller, Barbara Probst, Timm Rautert, Daniela Risch, Thomas Ruff, Daniel Schumann, Oliver Sieber, Beat Streuli, Thomas Struth, Katja Stuke, Jerry L. Thompson, Wolfgang Tillmans, Mette Tronvoll, Albrecht Tübke, Christopher Williams, Tobias Zielony

Wir leben heute in einer visuellen Welt, die vor allem durch die Kommunikation mit fotografischen Bildern geprägt wird. Und obwohl wir wissen, wie manipulierbar diese Bilder sind, betrachten und benötigen wir sie doch als Zeugnisse historischer, kultureller oder sozialer Aspekte der Wirklichkeit. Seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert liefert die Porträtfotografie die Bilder, mit denen die Identität von Menschen und ihre individuellen Lebensumstände dargestellt werden. Um 1925 entwickelte August Sander (1876-1964) ein ambitioniertes Konzept zur enzyklopädischen Darstellung der damaligen Gesellschafts- und Berufsgruppen. Angelegt auf rund 600 Aufnahmen und unterteilt in sieben Gruppen, porträtierte er Menschen des 20. Jahrhunderts in typischer Umgebung, mit charakteristischer Kleidung oder berufsspezifischen Attributen. Die Unterteilung in die Gruppen Der Bauer, Der Handwerker, Die Frau, Die Stände, Die Künstler, Die Großstadt und Die letzten Menschen mag rund neunzig Jahre später seltsam antiquiert erscheinen, doch sein großes Verdienst besteht in diesem ersten Versuch einer Typologisierung zur repräsentativen Darstellung der Gesellschaft.

August Sanders ästhetische und konzeptuelle Maßstäbe dienen bis heute als Referenz für die frontal ausgerichteten, ganzfigurigen Porträts von Menschen in ihrem Arbeits- oder Lebensumfeld, wie etwa die seriellen Arbeiten von Charles Fréger, Bernhard Fuchs, Hiroh Kikai, Joerg Lipskoch, Francesco Neri, Mette Tronvoll oder Albrecht Tübke in der Ausstellung belegen. Auf Sensibilität und gegenseitigem Vertrauen zwischen Porträtierten und Fotografen basieren die individuellen Einzel-, Gruppen- und Familienporträts von Thomas Struth, Wolfgang Tillmans und Tobias Zielony, während Thomas Ruff mit seinen frühen Porträtserien zwar der Methode der Typologie folgt, diese jedoch nutzt, um zu demonstrieren, dass durch ein Foto gerade nicht das Wesen eines Individuums repräsentiert wird.

Ob Einzelpersonen, Familien, Freunde oder unbekannte Passanten ‒ die Porträtfotografie umfasst ein weites Spektrum der Darstellung von Menschen, das vom Passbild und der sachlichen Typologie über die sensible Reportage bis zum Rollenspiel und der surrealen Inszenierung reicht. Auch die mediale Selbstreflexion, die Montage, die Verfremdung durch technische Mittel, der Rückgriff auf ikonografische Bildtraditionen sowie die Neuordnung und Präsentation vorgefundener Aufnahmen gehören zu der vielseitigen Praxis und Theorie der zeitgenössischen Porträtfotografen. Die Befragung der Identität von Menschen hat sich mit der Vielfalt der technischen Möglichkeiten und den damit verbundenen ästhetischen Bildsprachen wesentlich erweitert und bezieht das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, beispielsweise durch die Fotografie im öffentlichen Raum oder Aufnahmen von Überwachungskameras, ganz selbstverständlich mit ein. Der Schweizer Künstler Beat Streuli hat zu diesem Themenkomplex für den Projektraum der Kunsthalle Nürnberg eine neue Installation mit Fotografien und Filmen geschaffen, die im Juni 2016 zwischen den Anschlägen auf den Straßen Istanbuls entstanden sind, und hier erstmals gezeigt wird.

Die vom Kunstmuseum Bonn und der Photographischen Sammlung/SK-Stiftung Kultur in Köln gemeinsam entwickelte Ausstellung MIT ANDEREN AUGEN. DAS PORTRÄT IN DER ZEITGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE umfasst eine Auswahl von 43 deutschen und internationalen künstlerischen Positionen seit den 1990er-Jahren.

In Nürnberg wird das umfangreiche Projekt zusammengeführt und in der Kunsthalle Nürnberg sowie im Kunsthaus gezeigt. Damit wird nicht nur erstmals das Potenzial des KunstKulturQuartiers zur Durchführung einer thematischen Sonderausstellung genutzt, durch die neue Zusammenstellung und andere Schwerpunktsetzung werden die Arbeiten noch einmal ´mit anderen Augen` wahrnehmbar.

Kunsthalle Nürnberg, Lorenzer Straße 32, 90402 Nürnberg
Kunsthaus im KunstKulturQuartier; Königstraße 93, 90402 Nürnberg
nuernberg.de

Öffnungszeiten: Di, Do – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr,
Mo sowie am 24., 25, 26., 31.12 und 01.01. geschlossen

Mi 18 – 20 Uhr freier Eintritt




Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:


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    Frauenkulturpreis des LVR geht an Julia Bünnagel


    Zhe Wang erhält den Karin Hollweg Preis 2018


    Lili Fischer erhält 5. MO-Kunstpreis "Dada, Fluxus und die Folgen"


    Kunstpreis der Sparkasse Hannover 2018: Dieter Froelich

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