Tatjana Doll erhält den Konrad-von-Soest-Preis 2018

Mai 2018
Eingabedatum: 11.05.2018

Werkabbildung


Preisträgerin Prof. Tajana Doll, Foto:Wesley de Wit fullscreenbilder

Tatjana Doll, Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, erhält den Konrad-von-Soest-Preis. Die Auszeichnung wird vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verliehen. Der namhafte westfälische Kunstpreis ist mit 12.800 Euro dotiert.

"Gegenständliche Motive sowie geometrisch-abstrakte Elemente kombiniert Tatjana Doll zumeist in Bildserien und bearbeitet diese in die Tiefe über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie kontextualisiert ihre eigene künstlerische Position politisch und kulturell mittels ihrer Bilder, lässt die Bewertung dieses Vorgehens jedoch offen. Somit sind Debatten nicht ausgeschlossen, sondern die Betrachter zu eigenem Urteilen aufgefordert und auch zur Befragung des eigenen Urteils", begründet die Jury ihre Entscheidung. Die "hohe Qualität von Rückbezügen auf Felder der Kunstgeschichte, auf piktorale und gestische Zeichensysteme verschiedener Herkunft, die Verwendung kultureller Versatzstücke und der Unterhaltungskultur" habe die Jury in ihrer Entscheidung bestärkt, heißt es weiter.

Der nach dem bedeutendsten westfälischen Künstler des Mittelalters benannte Konrad-von-Soest-Preis wird Künstlern verliehen, die in Westfalen geboren sind oder hier leben und arbeiten. Tatjana Doll wurde 1970 in Burgsteinfurt (Kreis Steinfurt) geboren und studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie lebt und arbeitet in Berlin, Karlsruhe und Johannesburg (Südafrika)

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Reinhold-Frank-Str. 67
76133 Karlsruhe
kunstakademie-karlsruhe.de

Presse











Daten zu Tatjana Doll:


- abc 2013

- Art Basel 2013

- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art cologne 2015

Weiteres zum Thema: Tatjana Doll



Meldungen von der ART COLOGNE (5.9.03)


Kontinuität hat sich bewährt. Seit nunmehr 23 Jahren unterstützt die ART COLOGNE (29. Oktober bis 2. November 2003) junge Kunst und Künstler. 1980 riefen die Koelnmesse, der Bundesverband Deutscher Galerien (BVDG) die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Köln gemeinsam ein Förderprogramm ins Leben, von dem bislang 445 Künstlerinnen und Künstler profitiert haben. In diesem Jahr hat eine fünfköpfige Jury 14 deutsche und 5 ausländische Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Avantgarde aus 79 Bewerbungen ausgewählt. Das vorliegende Ergebnis lässt den Schluss zu, dass die Juroren jede gängige Disziplin und alle derzeit verfügbaren Medien, entsprechend ihrer derzeitigen internationalen Marktsituation, berücksichtigt haben. Die Auswahl ist in jeder Hinsicht gut austariert. Damit ist aber auch kein aktueller Trend erkennbar, weder thematisch noch medien- oder gattungsbezogen.

Den Malerinnen und Malern des Förderprogramms der ART COLOGNE ist das Experimentieren und Abstrahieren fremd. Sie malen solide Bilder, schwelgen expressiv in satten Farben oder sind verliebt in akkurate, fotogetreue Wiedergabe ihrer Wahrnehmungen, Träume, Visionen. Die junge Generation verneigt sich respektvoll vor der Generation der Altvorderen des 20. Jahrhunderts: Tatjana Doll (Galerie Conrads, Düsseldorf), Christian Hahn (Galerie Sfeir-Semler, Hamburg), Martin Kobe (Dogenhaus Galerie, Leipzig), Christoph Ruckhäberle (Galerie Kleindienst, Leipzig), Markus Vater (art
agents gallery, Hamburg), Sven Kroner (Galerie Fons Welters, Amsterdam).

Zahlenmäßig gleich auf liegen die Künstlerinnen und Künstler im Installations- und Environment-Sektor. Es sind durchweg Multimediatalente, versiert im Umgang mit allen Techniken wie Zeichnen, Malen, Bildhauern, Fotografieren, Filmen. Wie, was, wann, wo verwendet und arrangiert wird, ist nicht dem Zufall überlassen, sondern gehorcht einer konzeptuellen Strategie. Das ist tatsächlich auffallend: Installationskunst hat inzwischen eine Reihe von Kriterien der Concept-Art übernommen, was ihre Stringenz verstärkt.
Beispiele dafür liefern: Vasco Araújo (Galerie Filomena Soares, Lissabon), Slawomir Elsner (Galerie Johnen + Schöttle, Köln), FUTURE 7 (Galerie Ascan Crone, Berlin), Gibbs (Galerie Benden & Klimczak, Viersen), Fabrice Langlade (Galerie Steinek, Wien), Shahryar Nashat (Galerie Kaufmann, Zürich), Katerina Vincourová (Jiri Svestka Gallery, Prag), Christof Zwiener (Galerie Frehrking Wiesehöfer, Köln).

In moderater Form treten Fotografie und Video in Erscheinung. Auch dies ist offenbar eine Konsequenz der Jury, das eingereichte Material marktkonform zu selektieren. Nachdem der Foto-Boom seinen Zenit überschritten hat, ist die Fotografie mitten im Konsolidierungsprozess. Sammler und Käufer verhalten sich abwartender, sind wählerischer, dürften indes bei Videoarbeiten, C.-und Videoprints von Heike Aumüller (Meyer Riegger Galerie, Karlsruhe), sowie bei den Landschafts- und Architekturaufnahmen von Beate Gütschow (Produzentengalerie, Hamburg), Stephen Hughes (Galerie Thomas Zander, Köln) und Annette Kisling (Galerie Kamm, Berlin) einen guten Griff tun.

Unter den Geförderten ist auch eine Einzelgängerin: Anny Öztürk (Galerie Vera Gliem, Köln), eine Zeichnerin, die sich auf unbeschwertes Fabulieren versteht und dies in Serien farbiger Comics zum Ausdruck bringt.

Jede ausstellende Galerie kann einen jungen Künstler als Kandidaten für das Förderprogramm der ART COLOGNE vorschlagen. Die obere Altersgrenze liegt bei 40 Jahren. Die Vorgeschlagenen müssen eine Einzelausstellung in einem Museum oder in einem Kunstverein vorweisen können. Voraussetzung ist auch, dass sie von der Hausgalerie bereits ein- oder mehrmals gezeigt worden sind und längerfristig von dieser Galerie betreut werden. Die Jury, in diesem Jahr Isabel Greschat (Baden-Baden), Ulrich Bischoff (Dresden), Anita Beckers (Frankfurt/Main), Ralf Lehmann (Dresden) und Thomas Zitzwitz (Offenbach), vergibt maximal 25 kostenfreie Kojen à 25 m”. Das obere Preislimit für die Exponate beträgt 3.580 EUR. Die ausgewählten Teilnehmer des Förderprogramms
für junge Künstler präsentieren sich in ihren 25 m” großen Kojen geschlossen im Erdgeschoss der Halle 3, nördlicher Bereich.

Dirk Mangold | Pressereferent Unternehmenskommunikation/PR | Koelnmesse GmbH
Messeplatz 1| 50679 Köln

Telefon: + 49 221 821-2907 | Telefax: + 49 221 821-2181
d.mangold@koelnmesse.de | koelnmesse.de

I love ALDI


Francisco Sierra, Fleisch. Serie von 11 Bildern, 2004/2005, Farbstift auf Papier, jeweils 50cm x 70cm, Fotos: Dominique Uldry © Francisco Sierra

Unter dem Titel "I love ALDI" reflektieren 38 Künstlerinnen und Künstler teils unmittelbar, teils im weiteren Sinne Aspekte der industriellen Lebensmittelproduktion, der Billigware und des postmodernen Konsumverhaltens. Es geht dabei ebenso um inhaltliche wie auch um ästhetische Fragen. In fünf Kapiteln entfaltet sich ein Ausstellungs-Parcours, der zum Teil kritisch, zum Teil aber auch humorvoll und ohne moralisierende Tendenz durch verschiede-ne Aspekte des Themenkreises führt.

Verpackung
Das System "Discount" tritt nach außen durch eine spezifische Ästhetik in Erscheinung, die sich in der uniformen scheunenartigen Architektur der Filialen ebenso manifestiert wie in der schnörkellos-simplen Warenpräsentation, dem Verpackungsdesign der Billigware und nicht zuletzt auch im Marken-Logo, das bei ALDI, Lidl, Penny oder auch bei Ikea aus dem For-menvokabular der konkreten Kunst aus den 70er Jahren stammt. Die berühmte ALDI-Nord-Tüte, die bis heute produziert wird, entwarf Günter Fruhtrunk 1970; Torben Giehler, Joachim Grommek und Sebastian Freytag beziehen sich auf diese Bildsprache,
Konstantin Voit und Guido Münch arbeiten mit Marken-Logos. Angelika Schröder, Ina Weber und Gabriele Langendorf machen die Architektur der Discounter zum Thema, Tatjana Doll und Stefanie Schneider die Einkaufswagen.

Inhalt
Das Kapitel "Inhalt" konzentriert sich weitgehend auf die Auseinandersetzung mit dem Ange-bot, dem Konsum und der Produktion von Lebensmitteln als Massenware – ein für uns alle existenzielles Thema, das immer mehr in den Fokus gerät und heftige Debatten hervorruft. Thomas Rentmeisters Wurst-Skulptur wie auch seine Zucker-Installation zeugen von der Überflussgesellschaft ebenso wie von absurden Konservierungsmöglichkeiten. Francisco Sierra thematisiert die Schattenseiten der Massentierhaltung und der Fleischproduktion, Piero Steinle hat erschütternde Eindrücke in Tierkörperbeseitigungsanstalten gesammelt. Alice Musiols uniforme Häusersiedlung aus Toastbroten ist eine industrielle Ernährungs-wüste ohne jeden Nährwert. Die Nahrungsmittel-Grundsortimente von Discountern werden in Florian Slotawas Vergleich ununterscheidbar.

Konsum
Der Welt der Waren steht der Käufer mit seinem Konsumverhalten und Einkaufsritualen ge-genüber. Der Video-Klassiker von Christian Jankowski zeigt, wie elementar und archaisch Einkaufen ist – als Jagd mit Pfeil und Bogen im Supermarkt. Hysterie im Schnäppchenmarkt ist das Thema von Gardar Eide Einarsson. Heinrich Gartentor betätigt sich vor idyllischer Heidi-Kulisse als Konsum-Terrorist und mischt ALDI-Artikel zu Explosivkörpern. Markus Vater lässt Kunden mit dem Leben bezahlen, Pietro Sanguineti beschwört in seinen Schriftzügen Versprechen und Bedrohungen der schönen neuen Warenwelt. Die fast religiöse Dimension der Warenverehrung thematisieren Iskender Yediler in seinem AldiLidlPlus-Kreuz und Stephanie Senge in ihren "Konsum-Thangkas".

Kunst
Discountware ist eigentlich genau das Gegenteil der auf elitäre Verknappung zielenden Kunst. Kunst als Massenware, Massenware als Kunst erscheint als Widerspruch. Eine Reihe von Künstlern nähert sich dieser Festlegung in subversiver Manier. Katinka Pilscheur kre-iert monochrome Malerei aus dem ALDI-Nagellack-Sortiment, Hötsch Höhle malt Bilder im Dutzendpack zum Billigtarif, Baumann/Bien bieten einen Kunstautomaten an, aus dem man sich Kunstwerke wie Zigaretten ziehen kann, Stephanie Senge veredelt ALDI-Produkte in einer Performance zu Kunstwerken, Jani Leinonen entdeckt den (künstlerisch-poetischen) Mehrwert der Waren in der Kombination ihrer Markennamen. Auch ALDI selbst hat die Gren-zen von Kunst und Massenware mit mehreren ALDI-Kunsteditionen gesprengt, die in einer Auflage von je 10.000 vertrieben wurden. Schließlich wurden selbst Einkaufstüten als Kunstmedium entdeckt. 1982 zeigte Elke Koska im Düsseldorfer Kunstverein eine legendäre "Plastiktüten-Show", die im Rahmen der Ausstellung präsentiert wird.

Gesellschaft
Gesellschaftliche und gesellschaftskritische Aspekte des Discountsystems thematisieren unter anderem Arbeiten von Joseph Beuys und von Felix Droese, Lili Fischer zeigt ihr "Hungertuch". Thomas Henke entwirft ein reziprokes Video-Portrait von einem Discounter-Vorstandsvorsitzenden und einer Filialleiterin. Stephanie Senge organisiert eine Konsum-Demonstration, deren Spruchbänder als Bilder im Museum präsentiert werden. Das Künst-lerduo M+M ruft in einem Fiat Seicento zum ALDI-Streik auf, Alexander Kosolapov und Jani Leinonen vermischten in ihren Lenin-Portraits Kommunismus und Kapitalismus.

Künstler-Liste
Peter Anton, Winfried Baumann/Anna Bien, Günther Beier, Joseph Beuys, Tatjana Doll, Felix Droese, Gardar Eide Einarsson, Robert Filiou, Lili Fischer, Sebastian Freytag, Günther Fruhtrunk, Heinrich Gartentor, Torben Giehler, Joachim Grommek, Thomas Henke, Hötsch Höhle, Christian Jankowski, Gabriele Langendorf, Jani Leinonen, Alexander Kosolapov, M+M, Guido Münch, Alice Musiol, Birgit Nadrau, Katinka Pilscheur, Thomas Rentmeister, Pietro Sanguineti, Stefanie Schneider, Angelika Schröder, Stephanie Senge, Francisco Sierra, Daniel Spoerri, Florian Slotawa, Piero Steinle, Markus Vater, Konstantin Voit, Ina Weber, Iskender Yediler.


Öffnungszeiten: Mo geschlossen
Di, Mi, Fr, 11 - 18 Uhr
Do, 11 - 20 Uhr
Sa, So, 10 - 18 Uhr

Wilhelm-Hack-Museum
67059 Ludwigshafen am Rhein
Berliner Straße 23
Telefon 0621/504-3403 /-3411
museum.de



Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:


    Tatjana Doll erhält den Konrad-von-Soest-Preis 2018


    Francesco Neri wird mit dem August-Sander-Preis 2018 ausgezeichnet


    Preisträger ars viva 2019: Niko Abramidis & NE | Cana Bilir-Meier | Keto Logua


    ADKV-ART COLOGNE-Preis für Kunstkritik an Radek Krolczyk


    ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine 2018 geht nach Köln an die Temporary Gallery

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