Art Vontobel gibt bekannt, dass die in Zürich lebende Künstlerin Jiajia Zhang mit der fünften Ausgabe des Art Vontobel Contemporary Photography Prize – «A New Gaze», ausgezeichnet wird. Der Preis umfasst ein Preisgeld von CHF 20’000, die Realisierung einer Einzelausstellung sowie die Herausgabe eines Katalogs. Das neue, ortsspezifische Werk wird am 5. Juni 2026 in Zürich eröffnet.
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Das Gewinnerprojekt: «And in 2084, You are 62»
Jiajia Zhang übersetzt dieses Leitmotiv in eine dynamische künstlerische Vorgehensweise und verbindet Fotografie, Text, skulpturale Elemente und Video zu einer offenen, prozessorientierten Untersuchung. In einer Abfolge fotografischer Konstellationen, Lentikularbilder und räumlicher Anordnungen stehen persönliche Bildwelten neben alltagskulturellen und historischen Referenzen. So wird sichtbar, wie Identitäten, Rollen und Werte zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zirkulieren und es eröffnen sich neue Perspektiven auf das sich wandelnde Gefüge der Schweizer Gesellschaft.
Im Zentrum der Installation befindet sich eine verspiegelte Videokammer, die als visueller Anker der Ausstellung dient. In diesem immersiven Raum entfalten sich bewegte Bilder in Verbindung mit einem Text der britischen Philosophin und Autorin Sadie Plant, wobei intime persönliche Momente mit Fragmenten aus politischen, technologischen und popkulturellen Kontexten verwebt werden. Die reflektierende Architektur lässt die Bilder widerhallen und sich überlagern; es entstehen fortwährend wechselnde Kompositansichten, die das Publikum dazu einladen, eigene Projektionen in die Zukunft zu entwickeln.
Anstelle auf grosse Narrative oder politische Massnahmen zu setzen, legt Zhangs Installation nahe, dass alltägliche visuelle Spuren, etwa Gesten der Fürsorge, technologische Artefakte, Objekte sowie sich wandelnde soziale Rollen, die emotionalen und kulturellen Grundlagen sichtbar machen können, aus denen eine mögliche Zukunft der Schweiz hervorgeht. In dieser nuancierten Perspektive lädt die Arbeit dazu ein, darüber nachzudenken, wie das scheinbar Gewöhnliche des Alltags zum grösseren Gewebe gesellschaftlicher Transformation beiträgt.
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Über die Künstlerin
Die in Zürich lebende Künstlerin Jiajia Zhang (*1981, China) arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie, Video und Installation. In ihrer Praxis verwendet sie häufig gefundenes Bildmaterial aus dem Internet, um zu untersuchen, wie die Zirkulation von Bildern Intimität, Autorschaft und die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verschiebt. Mit dem Projekt «And in 2084, You Are 62» überzeugte Zhang die Jury: eine multimediale Installation, konzipiert als visueller Brief an ihre eigene Tochter, in dem sie aktuelle Fotografien, Found Footage und digitale Fragmente zu einer Bildbefragung einer möglichen Schweiz im Jahr 2084 zusammenführt. Zhang studierte zunächst Architektur an der ETH Zürich, später Fotografie am International Center of Photography in New York sowie Kunst an der ZHdK in Zürich. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt, darunter Swiss Institute New York (in Vorbereitung), Singapore Biennale, Milieu, Bern, Istituto Svizzero, Mailand, Kunstmuseum St. Gallen, Fluentum, Berlin, FriArt, Fribourg, Kunsthaus Glarus sowie die Fondation d’entreprise Pernod Ricard, Paris.
«And in 2084, You are 62»
5. Juni – 31. August 2026
Vontobel
Gotthardstrasse 43
CH - 8002 Zürich
www.vontobel.com