Stephen Prina, galesburg, illinois+“

30. 01. - 17. 04. 2016 | Museum Kurhaus Kleve
Eingabedatum: 27.01.2016

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Der amerikanische Künstler Stephen Prina (*1954 Galesburg, Illinois) arbeitet in verschiedenen Medien und kombiniert häufig Malerei, Skulptur und Musik zu großräumigen Installationen. Seine Werke spannen ein komplexes Netzwerk an Assoziationen und Referenzen auf, das man als Betrachter weder vollständig entschlüsseln kann noch soll. Vielmehr schafft er Arbeiten, die in ihrer Form als auch Interpretation mobil sind und sich über die Zeit verändern bzw. eine zeitliche und ortsspezifische Komponente als Gestaltungsmittel integrieren. Man könnte Prina als postkonzeptuellen Künstler bezeichnen, der den streng kognitiven Ansatz der konzeptuellen Kunst mit expressiven Aspekten verknüpft – Prina selbst bezeichnet sich schlicht als „Maler“.

Das Museum Kurhaus Kleve freut sich Prinas neues Projekt galesburg, illinois+ präsentieren zu können und es mithilfe älterer Arbeiten und einer Serie, die spezifisch für Kleve entstanden ist, in den Kontext der Sammlung einzubetten. So werden zum ersten Mal überhaupt die drei raumfüllenden Installationen The Second Sentence of Everything I Read Is You zusammen gezeigt. Als sogenanntes „Mini-Broadway-Musical“ oder Zirkus bezeichnet, werden sämtliche Bestandteile in Transportkisten verstaut, die im Ausstellungsraum kurzerhand zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert werden: Stereoanlage, Lautsprecher, Sitzkissen, Schablonen für die Wandbeschriftung sowie Teppichfliesen. Die installativen Räume verfolgen mit Absicht den Eindruck eines Provisoriums, sie sind nicht fertig gestrichen, legen Kabel und Beleuchtung offen und gebrauchen prekär wirkende Decken und Wandelemente. Prina sträubt sich gegen die Idee eines vollendeten Werks, anstelle dessen wird jeder Aufführungsort in die Arbeit eingeschrieben und so zu einem wesentlichen Bestandteil derselben: Die Teppichfliesen werden nicht gereinigt, sondern stellen ihre Abnutzung durch die Besucher offen zur Schau. Am Ende wird die Arbeit trotz verschiedener Hilfsmittel nicht in den vorhandenen Raum passen, da ihr die Architektur zugrunde liegt, die bei der ersten Installation vorhanden war. Da es ein Ding der Unmöglichkeit ist dieselben Dimensionen zweimal vorzufinden, ist damit auch eine Kritik an der ortsspezifischen Kunst verbunden, die zugleich institutionskritisch sein wollte und sich dennoch immer perfekt an die Gegebenheiten anpasste.

Spezifisch für das Museum Kurhaus Kleve entsteht eine neue Serie aus Marmorarbeiten, die den Titel The Kleve Marbles trägt. Sie besteht aus insgesamt 19 Marmorplatten, die mit schwarzer Tusche bemalt wurden und sich auf Robert Ryman beziehen. Sowohl Ryman als auch Prina arbeiten beide als Musiker und Prina untersucht in dieser Serie die Idee eines rhythmischen Farbauftrags.

Das Projekt galesburg, Illinois+, das in Kooperation mit der Kunst Halle Sankt Gallen entstand, nimmt als Ausgangspunkt seine Geburtsstadt Galesburg, eine Kleinstadt im mittleren Westen. Der Ort wird nicht im klassischen Sinne bebildert oder beschrieben, sondern anhand von historischen, politischen, kulturellen und persönlichen Referenzen abgetastet, die von Abraham Lincoln über Dorothea Tanning bis hin zu John Cage reichen.
Zum Einsatz kommen sowohl Interieur-Elemente wie Bücher, Buchstützen, Vitrinen und Memorabilia als auch Kunstwerke im klassischen Sinne wie Fotografien. Ein Aspekt, der sich durch die gesamte Ausstellung zieht, ist der Harbor Lights Supper Club, ein Lokal im Art Deco Stil, indem Prina selbst regelmäßig als Musiker mit der Band Jeannie and the Aladdins auftrat. Das Motiv wurde nach Vorlagen des Künstlers in St. Gallen, einem internationalen Zentrum für Haute-Couture-Textildesign und der ersten Station dieser Ausstellung, in ein hochwertiges Stoffmuster transferiert. Das so entstandene Gewebe wird von Prina für alle „Display“-Elemente in der Ausstellung eingesetzt: Vitrinen und Tische aber auch der Anzug des Künstlers werden damit bezogen. Nicht zuletzt setzt galesburg, illinois+ auch die lebenslangen Projekte der Exquisite Corpse: The Complete Paintings of Manet (1988–heute) sowie seine Serie der Blinds fort.

Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung
Tiergartenstraße 41
47533 Kleve
museumkurhaus.de

Presse







Daten zu Stephen Prina:

- Art Basel 2013
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach, 2014
- art cologne 2015
- documenta 9, 1992
- Galerie Gisela Capitain
- Kölnischer Kunstverein
- Maureen Paley - Gallery
- MoMA Collection
- Whitney Biennale 2008

Weiteres zum Thema: Stephen Prina



"Adorno: Die Möglichkeit des Unmöglichen" im Frankfurter Kunstverein (29.10.03 - 4.1.04)


Betrachtet man die illustere Künstlerliste zu der Adorno-Ausstellung, in der u.a. Namen wie Gerhard Richter, Bruce Nauman, Andreas Slominski, Florian Pumhösl oder Sarah Morris auftauchen, so läßt sich mit Neugier erwarten, wie die Kuratoren Nicolaus Schafhausen und Vanessa Joan Mueller die Ausstellung konzipiert haben. Immerhin ist der Frankfurter Kunstverein die einzige Institution, die aus dem Kontext der bildenden Kunst heraus auf Theodor W. Adornos 100. Geburtstag reagiert. Inwieweit das mit Werken zeitgenössischer Kunst funktioniert, wird die Schau zeigen.

Pressemitteilung / Auszug: "... Werke von Ad Reinhardt, Gustav Metzger, Bruce Nauman und Gerhard Richter bilden, chronologisch betrachtet, den Anfangspunkt, speziell für das Projekt entwickelte, zum Teil direkt auf Texte Adornos sich beziehende Arbeiten von Peter Friedl, Henrik Plenge Jakobsen, Markus Schinwald und Cerith Wyn Evans den Endpunkt.
Viele dieser Werke erhalten ihren Bezug zum Denken Adornos erst im Kontext der Ausstellung. Es geht insofern eher um eine Annäherung an sein Denken denn um eine Beweisführung, die dessen Aktualität unbedingt zur Schau stellen will.

Als einziges Projekt im Adorno-Jahr 2003 setzt sich die Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins produktiv mit dem nach wie vor radikalen Potenzial von Adornos Überlegungen zu Kunst, Kultur und Gesellschaft auseinander. Kunst ist für ihn jener ästhetische Raum von Utopie, die an anderer Stelle noch nicht realisiert ist. Sie steht stellvertretend für das Andere, für das aus den Produktions- und Reproduktions-prozessen Ausgenommene. Diese für das Denken Adornos zentrale Hoffnung, zumindest in der Kunst könne sich eine Alternative zu den bestehenden Verhältnissen andeuten, hat auch heute noch ihre Berechtigung. Wie diese Kunst vielleicht aussehen könnte, versucht die Ausstellung "Adorno. Die Möglichkeit des Unmöglichen" annäherungsweise, aber auch exemplarisch zu beschreiben. ..."

Künstlerliste: Carl Andre, Art & Language, Samuel Beckett, Martin Boyce, Andre Cadere, Martin Creed, Thomas Demand, Jason Dodge, Maria Eichhorn , Peter Friedl, Isa Genzken, Liam Gillick, Henrik Plenge Jakobsen, Louise Lawler, Euan MacDonald, John Massey, Jonathan Monk, Sarah Morris, Bruce Nauman, Kirsten Pieroth, Mathias Poledna, Stephen Prina, Florian Pumhösl, Ad Reinhardt, Gerhard Richter, Markus Schinwald, Andreas Slominski, Lawrence Weiner, Christopher Williams, Cerith Wyn Evans

Ausstellungsdauer: 29. Oktober 2003 - 4. Januar 2004

Öffnungszeiten: di-so 11-19

frankfurterkunstverein | markt 44 | 60311 frankfurt am main. | tel: +49 (0)69 / 2193140
fkv.de

No Desaster


Das Berliner Sammlerpaar Barbara und Axel Haubrok wurde eingeladen, Auszüge seiner Sammlung nach eigenen Vorstellungen in den Räumlichkeiten der Sammlung Falckenberg zu präsentieren. Damit wird eine Tradition fortgesetzt, Privatsammler einzuladen, ihre Werke in einem neuen Kontext zu zeigen. Letztes Jahr war Thomas Olbricht zu Gast.

Aus der Sammlung Haubrok, die sich auf zeitgenössische Konzeptkunst, insbesondere Video, Fotografie und Installation konzentriert, werden mehr als 60 Arbeiten ausgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf Installationen und umfasst Arbeiten von Künstlern wie Martin Boyce, Carol Bove, Christoph Büchel, Martin Creed, Willem de Rooij, Rodney Graham, Wade Guyton, Cady Noland, Simon Starling, Kelley Walker, Haegue Yang und Heimo Zobernig, Michael Beutler, Tim Lee, Rodney McMillian, Michael Riedel oder Jan Timme.

Die Ausstellung, die sich über drei Etagen der Sammlung Falckenberg in Harburg ausdehnt, lebt von der Gegenüberstellung. Aus der Sammlung Haubrok sind eher zurückhaltende Werke zu sehen, die schon deshalb einen Kontrast zu den meisten Arbeiten der Sammlung Falckenberg bilden. Beide Sammlerauffassungen verdeutlichen repräsentative Standpunkte der postmodernen Gegenwartskunst. Der Dialog oder auch der gegenseitige Kommentar erlaubt einen umfassenden Einblick in die Gastsammlung in neuem Kontext und eröffnet darüber hinaus auch einen neuen Blick auf die Sammlung Falckenberg als Teil des Ausstellungsprogramms der Deichtorhallen.

"Michael Riedel hat für die Ausstellung eine Plakatarbeit entwickelt, die im kommenden Jahr auch in der Sammlung Haubrok in Berlin gezeigt wird. Der Berliner Künstler Michael Beutler hat seine ortsspezifische Arbeit »Copy Graffitty« im Hinblick auf die spezifischen Verhältnisse der Räume in Harburg erweitert. In den Fabriketagen der Sammlung Falckenberg sind außerdem Lichtarbeiten von Cerith Wyn Evans und Olafur Eliasson installiert, es gibt Material-Konvolute von Haegue Yang und Florian Slotawa zu entdecken. Für Rodney Grahams Film »Two Generators« wurde ein Vorführraum eingerichtet." (pm)

Die Sammlung Haubrok umfasst heute mehr als 750 Kunstwerke, unter anderen von Martin Boyce, Carol Bove, Martin Creed, Wade Guyton, Georg Herold, Jonathan Monk, Peter Piller, Stephen Prina, Wolfgang Tillmans. Christopher Williams, Haegue Yang und Heimo Zobernig. Unter dem Namen haubrokshows richtet Haubroks in seinem Berliner Projektraum am Strausberger Platz jährlich thematische oder monografische Ausstellungen mit Werken der Sammlung aus.

ÖFFNUNGSZEITEN / FÜHRUNGEN
Ein Besuch der Sammlung Falckenberg ist innerhalb von Führungen möglich. Diese finden mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 und 15 Uhr statt. Eine Anmeldung kann telefonisch oder über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden. Gruppen-Sonderführungen sind täglich nach Absprache möglich.

Sammlung Falckenberg | Deichtorhallen Hamburg
Wilstorfer Straße 71, Tor 2
21073 Hamburg-Harburg
sammlung-falckenberg.de


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    Henriette Grahnert

    Gekonnt jongliert die Künstlerin Henriette Grahnert (*1977 in Dresden) mit den unterschiedlichsten Malereitraditionen: Ihre Bilder zitieren klassische Abstraktion und konkrete Malerei, minimalistische Traditionen und Bad Painting, amerikanische Farbfeldmalerei und Pop Art. weiter

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    Überbordende Lebensfülle – diabolische Muster – Figuren aus Margarine, Butter, Schokolade oder Wurst. Sonja Alhäusers multimediale Arbeiten wandern durch alle Schattierungen irdischer Existenz, verbinden Freud und Leid, Schönheit und Vergehen, schöpfen ihren Inhalt aus der alltäglichen Umgebungsrealität weiter