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PELES EMPIRE. EVER BUILD

Katharina Stöver und Barbara Wolff

23. 02. - 08. 06. 2014 | GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST E.V. BREMEN
Eingabedatum: 25.02.2014

bilder

Kopien sind eng mit ihrem Original verknüpft und geben doch ein verzerrtes Bild auf das ab, was sie duplizieren. Kopien wiederholen und sichern ihre Vorlage, aber eröffnen auch die Möglichkeit, eine neue Perspektive auf sie einzunehmen – denn bereits der Vorgang der Reproduktion selbst entfernt sich vom Original, so dass die Kopie immer im gewissen Sinne eine Abstraktion ihrer Vorlage ist und eine Verschiebung in Wahrnehmung, Ausformung oder Material stattfindet.

Diesen Mechanismen spüren Peles Empire, ein Zusammenschluss der Künstlerinnen Katharina Stöver und Barbara Wolff, auf vielfältige Weise nach. Ausgangspunkt ist dabei das Schloss Peles, eine für König Carol I. Ende des 19. Jahrhunderts fertig gestellte Sommerresidenz in den rumänischen Karpaten. Die Innenausstattung von Peles zeichnet sich durch einen kruden Stilmix aus, in dem jeder Raum unterschiedlichen Epochen der Vergangenheit gewidmet ist. So gibt es etwa ein gotisches, ein barockes, ein Renaissance- oder ein Art Déco-Zimmer. Der Grundgedanke des Schlosses ist also der einer Architektur gewordenen Kopienansammlung, ein Gestalt gewordener Traum historistischer Bau- und Ausstattungskultur. 2005 hat das Künstlerduo Peles Empire begonnen, seine einzelnen Räume fotografisch festzuhalten. Seither sind diese Aufnahmen auf unterschiedliche Weise Dreh- und Angelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Sie bilden die Grundlage nicht nur von eigenen Arbeiten, sondern auch von kuratorischen Projekten.

So rekonstruieren Stöver und Wolff auf der Basis der in Peles gemachten Fotografien zunächst einzelne Räume des Schlosses, indem die Bilder den jeweiligen Ausstellungsraum wie Wandtapeten auskleiden. Diese Situation bildet oft den Hintergrund für Ausstellungen anderer, vom Duo eingeladener Künstler/innen (z.B. in ihrer ehemaligen Wohnung in Frankfurt oder in den beiden von ihnen betriebenen Projekträumen in London und Cluj) oder für eine Bar (2011 in den Frieze Projects der Frieze Art Fair in London). Die mittels der Wandtapeten rekonstruierten Räume können aber auch als eigenständige Setzung bestehen (etwa 2009 in der Gruppenausstellung Space Revised. Friendly Takeovers in der GAK Bremen). Wesentlich ist hier noch die wechselnde Verortung im Privaten und Öffentlichen: Einmal als Salon in der eigenen Wohnung, einmal als Bar auf einer Kunstmesse, einmal im geschützten Rahmen einer Institution oder schließlich als Ausstellungsraum im Londoner Atelier. Zum anderen steht die Verschiebung von der Dreidimensionalität des originalen Schlossraumes hin zur Zweidimensionalität seiner Reproduktion wieder zurück zur Dreidimensionalität des Ausstellungsraumes im Fokus, in dem die zweidimensionalen Kopien des Originals nun den Hintergrund bilden für eigene Installationen oder die von Künstlerkolleg/innen. Eine schrittweise Verzerrung auf allen Ebenen also. In diesem Zusammenhang fügt sich auch der Ausschank rumänischen Schnapses in der Peles-Bar der Frieze Kunstmesse sinnfällig ein – führt sein Konsum doch ebenfalls zu einer verzerrten Wahrnehmung unserer Welt.

2012-2013 finden die Kopieversionen des Schlosses ihren Weg zurück in ihr Ursprungsland: Für etwa ein Jahr betreiben Peles Empire einen Projektraum in Cluj, Rumänien. Teil des Konzeptes ist es, Künstler/innen parallel in London und Cluj einzuladen. Um die Gleichheit und Unterschiedlichkeit der beiden Orte zu verdeutlichen, bildete derselbe Schlossraum den Hintergrund der dort stattfindenden Präsentationen – allerdings in Großbritannien in S-W-, in Rumänien in Farbaufnahmen. Die ausstellenden Künstler/innen bekamen für die Art des Umgangs mit den dort bereits befindlichen Interventionen der Betreiberinnen keinerlei Vorgaben: „Wir treten komplett in den Hintergrund. Wir bieten in diesem Zusammenhang etwas Statisches, das sich nur durch die Spuren der letzten Ausstellungen und durch die Arbeiten der Künstler verändert. Der Einfluss der Künstler auf uns besteht vor allem darin, die permanente Installation mit anderen Augen sehen zu können.“ (Peles Empire)

Seit 2010 erweitert das Duo seine Umgangsweise mit dem Bildmaterial des Schlosses und treibt den Gedanken der Abstrahierung eines Originals mittels seiner Reproduktion immer weiter. Grundlage ist auch hier die Schnittstelle von drei- und zweidimensionalem Raum, aber auch von Objekt und Bild sowie die Möglichkeiten der Materialverschiebung. Dafür kopieren die Künstlerinnen Ausschnitte ihrer großformatigen Fotografien des Schlosses in s/w auf DINA3-Papier (dem klassischen Kopienformat), stellen also Reproduktionen der Reproduktionen her, die in ihrer Farbigkeit, Materialität und Ausschnitthaftigkeit kaum noch einen Hinweis auf das Original geben. Diese Kopienblätter werden auf Wände collagiert oder zu Pappmaché weiterverarbeitet und zu großen, minimalistischen Skulpturen geformt. Letztere werden zu Hybriden zwischen eigenständiger Setzung und Träger für andere Werke, indem sie oftmals eine Aufgabe im architektonischen Gesamtzusammenhang des Raumes übernehmen, als Abtrennung, Sichtschutz oder Sockel für die Keramiken und kleineren Objekte von Peles Empire dienen. Auch bei den skulpturalen Arbeiten handelt es sich um Abstrahierungen der DINA3-Papiere mit Schlossausschnitten oder von originalen Ausstattungsgegenständen des Gebäudes. Durch die Methode des Kopierens und hierarchielosen Nebeneinanderstellens verschiedener Materialien und Stile verzerren Peles Empire ihre Vorlage immer mehr – so weit, dass das Original nahezu verschwindet und sich etwas eigenständig Anderes formt, sich eine neue Perspektive aus dem Bekannten eröffnet.

Für EVER BUILD in Bremen realisieren Peles Empire neue Arbeiten, die sie in eine eigens für den Ort entwickelte Präsentation integrieren. Die Ausstellung wird begleitet von einem ausführlichen Rahmenprogramm und einer Publikation.

GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST E.V. BREMEN
Teerhof 21
D-28199 Bremen

presse@gak-bremen.de
gak-bremen.de

Pressemitteilung






Weiteres zum Thema: Katharina Stöver



Jahresgaben der Kunstvereine




Wer art-in.de kennt weiß, dass wir zu Weihnachten nur empfehlen können, Kunst zu schenken - sich selbst oder anderen. In welchen Kunstvereinen es interessante Jahresgaben gibt, präsentieren wir hier in einer Auswahl:


Kölnischer Kunstverein

weitere Jahresgaben von:
David Adamo, Juliette Blightman, Paul Czerlitzki, Jason Dodge, Nathalie Djurberg & Hans Berg, FORT, Friedrich Kunath, Kitty Kraus, Alwin Lay, Jochen Lempert, Gerhard Richter/Sigmar Polke, Matthew Ronay, Gert und Uwe Tobias, Katharina Wulff

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.koelnischerkunstverein.de

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Bielefelder Kunstverein


KATERINA SEDA, Drei Hügel, drei Baume, zwei Rosen (Schatzuchein Sennestadt), 2014, Farbstift auf Papier, 6 Unikate (datiert und signiert), Preis: 780 Euro / 680 Euro (für Mitglieder)

weitere Jahresgaben von:
Awst & Walther, Michael Beutler, Katrin Kamrau, Manfred Pernice, Arne Schmitt, Luise Schröder, Katerina Šedá, Jeronimo Voss und Katarina Zdjelar.

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.bielefelder-kunstverein.de

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Bonner Kunstverein


FRANZ ERHARD WALTHER, Skulpturfindung, 2014, Ölkreide und Bleistift, 42 x 29,7 cm, 10 Unikate signiert, nummeriert, datiert, Preis: 1200,-

weitere Jahresgaben von:
JANA EULER, HENNING FEHR & PHILIPP RÜHR, LUTZ FRITSCH, SABRINA FRITSCH, JESSICA GISPERT, KLAUS HANN, CLAIRE HOOPER, ANNA K.E., ATA KAM, GABRIEL LESTER, BETTINA MARX, DÓRA MAURER, ALEX MORRISON, ANNE PÖHLMANN, THOMAS RENTMEISTER, KATHRIN SONNTAG, ESTHER STOCKER, STUDIO FOR PROPOSITIONAL CINEMA, FRANZ ERHARD WALTHER, HAEGUE YANG, SILJA YVETTE

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.bonner-kunstverein.de/

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GAK - Gesellschaft für aktuelle Kunst
(Bremen)


Verena Issel, These Kids are not ok / Design löst Probleme, 2014, Klebebänder auf Glas, diverse Größen, 16 Unikate, mit Zertifikat, Einzelarbeit: 160,- Euro, Zweierset: 260,- Euro, Dreierset: 310,- Euro

weitere Jahresgaben von:
Koenraad Dedobbeleer (*1975 in Halle, Belgien, lebt in Brüssel) / Marcel Hiller (*1982 in Potsdam-Babelsberg, lebt in Köln) / Nina Hoffmann (* 1980 in Spaichingen, lebt in Berlin) / Verena Issel ( * 1982 in München, lebt in Hamburg) / Peles Empire (Katharina Stöver: *1982 in Giessen / Barbara Wolff: *1980 in Fogaras, Rumänien, Zusammenarbeit seit 2005, Leben in Berlin) / Matthias Ruthenberg (*1984 in Berlin/Ost, lebt in Bremen)

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.gak-bremen.de/de/jahresgaben/

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Kunstverein Hamburg


Liz Craft, Checkerboard Mountains, 2014, Glasiertes Porzellan, Publikation, 14×14×5 cm, Auflage 15, signiert, datiert, nummeriert, exklusiv für den Kunstverein, 450, - Euro

weitere Jahresgaben von:
Liz Craft, Heinz Emigholz, Geoffrey Farmer, Gustav Kluge, Karl Larsson, Ida Lennartsson, Daniel Lergon, Marie Losier, Jonathan Monk, Nick Oberthaler, Lisa Oppenheim, Richard Phillips, Luther Price, Bernd Ribbeck, Ludwig Schönherr, Nedko Solakov, Sofie Thorsen und Amelie Zadeh.
Die Präsentation wird vom 15.11.2014 bis zum 11.1.2015 im Foyer des Kunstvereins zu sehen sein.

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.kunstverein.de/jahresgaben.pdf

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Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen


Marie Angeletti, Party 5, 2014, Digital Print, 50 x 76,3 cm 10 + 2 AP, gerahmt, je 500,- EUR

weitere Jahresgaben von:
Neben den Arbeiten von KünstlerInnen, die das diesjährige Ausstellungsprogramm widerspiegeln, gibt es eine Auswahl von Arbeiten, die aus der Kooperation mit ProfessorInnen der Kunstakademie Düsseldorf resultiert.
Siegfried Anzinger, Udo Dziersk, Martin Gostner, Katharina Grosse, Gereon Krebber, Stefan Kürten, Andreas Schulze und Rebecca Warren, Rita McBride
Außerdem aus dem Programm des Vereins: Maria Angeletti, Tim Berresheim, Michael Dreyer, Paul McDevitt, Cornelius Quabeck und Rosa Sijbe.

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.kunstverein-duesseldorf.de/Jahresgaben

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Heidelberger Kunstverein


Antje Majewski, Auflage: 7+2, C-Print, 18 x 24 cm, mit Passepartout gerahmt, signiert. Preis: 430 Euro zzgl. MwSt. Mitglieder, 520 Euro zzgl. MwSt. für Nicht-Mitglieder

weitere Jahresgaben von:
Lukas Birk und Sean Foley, Com&Com, Antje Majewski, Bertold Mathes, Minus Delta t und Patrick Rieve, Back Issues: Antje Schiffers und Seiichi Furuya

Informationen zu den Jahresgaben, hier: www.hdkv.de

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Natürlich ließe sich die Liste noch fortsetzten. Wer sich einen Überblick aller Kunstvereine verschaffen will, dem sei die Seite: www.kunstvereine.de empfohlen.





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