Berenice Güttler - Fitting

27.08. – 22.10.2017 | Kunstverein Göttingen
Eingabedatum: 19.08.2017

bilder


Mit „Fitting“ präsentiert der Kunstverein Göttingen die erste institutionelle Einzelausstellung von Berenice Güttler. In Göttingen wird Güttler, die 2016 Rezipientin des New York-Residenzstipendiums des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und der Kultur-Sparkassenstiftung war, nun erstmals eine Reihe von neuen Arbeiten zeigen, die zum Teil durch ihren New-York-Aufenthalt inspiriert wurden.

„Fitting“ untersucht und konstruiert die Beziehung zwischen Stoff und menschlichem Körper. In den Medien Zeichnung und Textil nähert sich die Künstlerin verschiedenen möglichen Wesenheiten im Bezug auf soziale und gesellschaftliche Fragen, wie etwa nach der politischen Geschichte oder Genderpolitik, an. Dem Stoff als künstlerisches Medium kommt dabei eine besondere Funktion zu: Die Auswahl der einzelnen Textilien aufgrund ihrer Farbe, Textur und Oberfläche wie auch deren Entstehungs- und Referenzgeschichte ist ein zentraler Aspekt in Güttlers Praxis. Das Zusammenbringen und die Kombination der einzelnen Stoffelemente im künstlerischen Prozess entwickelt Güttler mit großer Sorgfalt und spielerischer Leichtigkeit. Die Künstlerin bedient sich der Techniken des Nähens, Schneidens und Zeichnens und greift immer auch die Geschichte und den Einfluss von Textilarbeiten auf Kunst und Alltag auf, um Arbeiten zu entwickeln, die unter anderem über Struktur, Muster, Material und Webtechniken Aussagen über unsere Welt treffen.

Die skulpturalen Werke, die auf diese Weise entstehen, präsentieren abstrakte Zustände, die Güttler in materielle Hüllen verfestigt hat – im Ausstellungsraum vor allem in „Kleidungsstücken“, für die sie eigene Präsentationsformen und Displays entwickelt. Die Künstlerin thematisiert und präsentiert gesellschaftliche Verwandlungsprozesse und Seinszustände, die sie in opaken wie transparenten Körpern einfängt und so sichtbar werden lässt. Güttler verbindet die unterschiedlichen Materialen und legt den Entstehungsprozess – vom Schnittmuster zum Objekt – offen. Trotz ihrer Kenntnis und den Bezügen zur Formsprache der Schneiderei und Modeindustrie zeigt Güttler keine „perfekten“ fertigen Kleidungsstücke, sondern deutet die maschinelle Verarbeitung nur an – etwa indem sie die Nähte offenlegt oder die Schnittkanten nicht versäubert – und hält die Stoffarbeiten in einem fragilen, fast unfertigen Schwebezustand. Die gezeigten „Westen“ oder „Hosen“ sind keine tatsächliche Kleidung, sie sind keine Gebrauchs- oder Alltagsgegenstände, sondern Collagen, die mit der Kombinatorik unterschiedlicher Farben und Materialien spielen. Im Ausstellungsraum lässt Güttler die Farbigkeit und die Formen der ausgewählten Arbeiten miteinander kommunizieren und schafft so eine skulpturale Form „Konkreter Malerei“.
Zu der Ausstellung „Fitting“ im Kunstverein Göttingen, die im Anschluss an die Städtische Galerie Nordhorn wandert, entsteht ein Überblickskatalog, herausgegeben im Kunstbuchverlag argobooks.


Berenice Güttler (*1984 in Hannover) absolvierte eine Ausbildung zur Damenschneiderin und studierte anschließend Freie Kunst an der HBK Braunschweig, wo sie 2012 das Diplom ablegte und bis 2013 Meisterschülerin von Prof. Thomas Rentmeister war. Sie erhielt 2010 das Istanbul-Residenzstipendium der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und 2016 das New York-Residenzstipendium. Berenice Güttler hat an zahlreichen internationalen Ausstellungsprojekten teilgenommen, u.a. in Istanbul, Köln, Hannover, Berlin und New York.


Kunstverein Göttingen
Gotmarstraße 1
37073 Göttingen
kunstvereingoettingen.de

Presse











Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image



Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2018

2018 findet der „Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen“ zum 46. Mal statt. weiter


Anna Boghiguian

Mit der Ausstellung Anna Boghiguian setzt das Museum der Moderne Salzburg seine erfolgreiche Reihe von Premieren herausragender Künstlerinnen fort, und ermöglicht erneut einen transkulturellen Austausch mit Sichtweisen, die über gängige westliche und oft eurozentristische hinausgehen. weiter


Magische Farben in Amberg. Große Hundertwasser-Ausstellung

Wer leuchtende Farben liebt, sollte in diesem Sommer unbedingt einen Besuch in Amberg einplanen.
(Sponsored Content) weiter


Alina Szapocznikow Menschliche Landschaften

Diesen Sommer präsentiert die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden in zwei ihrer großen Oberlichtsäle die bisher umfassendste Werkschau der polnischen Künstlerin Alina Szapocznikow (1926-1973) im deutschsprachigen Raum. weiter

Rundgang 2018 an der Kunsthochschule für Medien Köln

Vier Rundgang-Tage mit über 150 aktuellen Arbeiten von Studierenden und Diplomand*innen in Ausstellungen, Filmprogrammen, Konzerten, Lesungen, Performances sowie mit Einblicken in künstlerische Prozesse in Werkstätten und Laboren. weiter


Dan Flavin, Untitled (for Ksenija) 1994 - Marcia Hafif, Films (1970 - 1999)

Dan Flavin (1933–1996) entwickelte eigens für die Eröffnungsausstellung die Installation Untitled (for Ksenija), 1994. Das Spätwerk bekräftigt Flavins fortwährende künstlerische Beschäftigung im Spannungsfeld von Lichtkunst und Architektur auf eindrückliche Weise. weiter

Vergabe des DAAD-Preises für ausländische Studierende 2018 an Anja Zhukova

Der DAAD‐Preis ehrt ausländische Studierende für herausragende Leistungen und interkulturelles Engagement. weiter

Jakob Baum erhält den Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse 2018

Der Preisträger ist Absolvent der Studienrichtung Bildhauerei/Figur. Anerkennungen erhalten Jantje Almstedt (Keramik), Lisa Kohl (Bildhauerei/Metall) und Hanna Müller-Kaempffer (Textile Künste). weiter


Auf der ganzen Linie! Zur Expansion der Zeichnung

Im Zentrum der Schau steht die Frage, was eine Linie alles sein kann. Damit widmet sich die Ausstellung einem der lebendigsten künstlerischen Ausdrucksmitteln der letzten Jahrzehnte überhaupt – der Zeichnung. weiter


David Claerbout

Die Sommerausstellung im Kunsthaus Bregenz widmet sich dem Belgier David Claerbout. Claerbout gehört zu den renommiertesten und wichtigsten Videokünstlern weltweit. weiter

Findungskommission für documenta 15 steht fest

Die Findungskommission wird bis Anfang 2019 eine künstlerische Leitung für die 15. Ausgabe der documenta benennen. weiter


Daniel Birnbaum verlässt Moderna Museet in Stockholm

Daniel Birnbaum verlässt das Moderna Museet in Stockholm und wechselt zu Acute Art in London. weiter



Ausstellung »Durch den schalldichten Vorhang. Das Experimentalstudio des Polnischen Rundfunks«

Das Experimentalstudio des Polnischen Rundfunks (PRES) wurde 1957 in Warschau gegründet und hatte als größte Plattform für die freie Meinungsäußerung im Ostblock einen hohen symbolischen Wert. weiter


Olaf Nicolai. There Is No Place Before Arrival

Nicolai arbeitet mit verschiedenen Materialien und schafft konzeptionelle Werke von großer inhaltlicher und sinnlicher Dichte. Er entwickelt vielfältige interdisziplinäre Projekte, die die elementaren Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit thematisieren. weiter


Von Ackermann bis Stimpfig

Neben seiner überregional bekannten Picasso Plakate- und Druckgraphiksammlung verfügt das Kunstmuseum Heidenheim auch über einen beachtlichen Bestand an zeitgenössischer Druckgraphik. weiter


Goshka Macuga. Intellectual Co-operation

Die polnisch-britische Künstlerin Goshka Macuga (geb. 1967) arbeitet im Bereich der Installation und gleichzeitig mit so unterschiedlichen Medien wie der Fotocollage, der Skulptur, großformatiger Tapisserie oder auch mit Video und Performance weiter

Jana de Jonge und Steffen Straub als Stipendiaten der Jürgen-Ponto-Stiftung

weiter


Loretta Fahrenholz - Small Habit Revolution

weiter

Perspicuus - Jakob Emdal und Jonas Kasper Jensen

Die Duo-Show zeigt eigens für die Ausstellung entwickelte Neuproduktionen, die in enger Zusammenarbeit der beiden dänischen Künstler entstanden sind. weiter


Hinter dem Horizont … Kunst der DDR aus den Sammlungen des Staatlichen Museums Schwerin

Das Staatliche Museum Schwerin zeigt Werke aus seinen Sammlungen zur Kunst in der DDR. Die Ausstellung widmet sich den leisen, dennoch kritischen Stimmen und zeigt damit, dass es auch jenseits verordneter Staatskunst ein breites Spektrum künstlerischer Positionen gab. weiter