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Reinhard Scherer „dynamische Räume – energiegeladene Leere“

9. März bis 26. April 2018 | Marburger Kunstverein
Eingabedatum: 08.03.2018

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Vom 9. März bis zum 26. April präsentiert der Marburger Kunstverein den Bildhauer Reinhard Scherer mit Skulpturen, Wandarbeiten und Installationen. Seit Ende der 1970er Jahre arbeitet der Künstler bereits mit Stahl, in den verschiedensten Variationen, und in seiner Ausstellung „dynamische Räume – energiegeladene Leere“ wird er uns und den Besuchern das ganze Spektrum seines Schaffens zeigen.

„Mit Stahl baue ich im Raum, lade die Formen mit Energie auf, halte Bewegung in einem Moment fest, fasse den Raum, baue an der nächsten Etappe.“ Reinhard Scherer nutzt sein Material nicht nur als Mittel zum Zweck – die äußere Form seiner Skulpturen steht in direkter Beziehung zur inneren Struktur des Werkstoffs, aus dem sie entstehen. Hinsichtlich der Titelgebung erläutert der Künstler, dass für ihn der Kontrast zwischen der vermeintlich geschlossenen Form und dem sich öffnendem Raum eben eine „energiegeladene Leere“ bildet.

Als „Begrüßung“ erwarten im Foyer zwei Arbeiten aus geglühtem Stahl die Besucher. Vier größere (ergo auch schwere) Skulpturen sollen im unteren Bereich Platz finden, unter anderem der „Moment der Balance“. Dass dieser Begriff in scheinbarem Widerspruch zu der Schwere des Materials steht, ist gewissermaßen typisch für Scherer. Nicht umsonst bescheinigt Clemens Ottnad den Stahl-Plastiken des Künstlers im Katalog zur Ausstelllung „Raumortung“ 2015 ein „weit über bloß architektonische Bauformen hinausgehendes Eigenleben, das die dem Stahl anhaftende Starrheit längst hinter sich gelassen hat“. Die Plastiken mit dem Titel „Wanderung der Formen“ tragen laut Scherer auch die Bedeutung einer „Wanderung der Kulturen“ – ein Thema, mit dem er sich bereits seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt.

Eine geschmiedete Bogenarbeit über der Treppe weist dann den Weg nach oben. Wichtig ist Reinhard Scherer, dass die Ausstellung nicht einfach nach Werkgruppen geordnet konzipiert ist, sondern dass sich eine Spannung ergibt. Im ersten Stock sollen dann unter anderem drei Skulpturen und zwei Gruppen mit Bodenarbeiten zu sehen sein. An einer Wand zeigt der Künstler Stahlprägungen – Abdrücke und Materialübertragungen, denen sich Scherer inzwischen seit Ende der 1970er Jahre widmet. Was auf angefeuchtetem Büttenpapier wie zarte Aquarelle wirken, das sind in Wirklichkeit Rostpartikel oder die Zunderschicht des Schmiedefeuers. Für Scherer sind diese Arbeiten eine Art „Zeitschiene“ – die Vorbereitung und das Präparieren der speziellen Druckstöcke nehmen oft Monate in Anspruch.

Manfred Fath bescheinigte Reinhard Scherer bereits in einem Text aus dem Jahr 1985 „eine meisterhafte Beherrschung des Materials und der Technik“. Fünf Jahre später schreibt Werner Meyer, jede Skulptur Scherers halte mit ihren bildnerischen Mitteln „Physis und sinnliche Wahrnehmung und die Erfahrung von Befindlichkeit in ständiger Bewegung“. Seine Arbeit „Elemente“ aus dem Jahr 1995 bringt der Künstler ebenfalls mit nach Marburg. DIN-A-4-große Glasplatten geben das Periodensystem der chemischen Elemente wieder – mit einem stählernen Fingerzeig an (der) Stelle des Elements „Fe“, Eisen.

Mit der Metallurgie beschäftigt sich Reinhard Scherer schon viele Jahre. Betrachtet man Metalle unter dem Rastermikroskop, zeigen sich gitter-, netzartige Strukturen. Diese sind Ausgangspunkt für Arbeiten, die gewissermaßen „ein Sandkorn auf einer weit gefassten Raumebene sichtbar machen“, wie Scherer selbst es formuliert. Was ihn immer wieder beschäftigt, sei ein „Austarieren von Kräften im Raum“. Auch der Bezug von Innen und Außen, von Anwesendem und Abwesendem spielt eine maßgebliche Rolle in der Arbeit des Künstlers. „Ich möchte keine langweiligen Arbeiten machen“, sagt Scherer. Wenn man sich einem Objekt von einer Seite nähert, soll man nicht schon wissen, wie es von der anderen Seite aussieht.

Reinhard Scherer wurde 1948 in Wangen im Allgäu geboren. Er studierte Anfang der 1970er Jahre zunächst an der Freien Kunstschule in Stuttgart und dann von 1973 bis 1977 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1976 realisiert er standortbezogene Großskulpturen und Platzgestaltungen – von einem „Offenen Tor“ in seiner Heimatstadt über ein „Mahnmal“ für die ermordeten Sinti und Roma in Ravensburg bis hin zu einer „Balance“ in Santiago de Chile. Seit 1978 ist Reinhard Scherer als freischaffender Bildhauer tätig. Die Orte, an denen er bereits ausgestellt hat, reichen von der klassischen Galerie bis zur Kapelle. Zudem befinden sich zahlreiche Arbeiten von ihm in öffentlichen Sammlungen, zum Beispiel der Staatsgalerie Stuttgart oder dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Auch vor dem Marburger Kunstverein befindet sich seit 2015 eine Skulptur von Scherer.

Die Ausstellung „dynamische Räume – energiegeladene Leere“ beginnt am 9. März und endet am 26. April 2018. Die Vernissage findet am Freitag, den 9. März um 18 Uhr im Kunstverein statt. Zum Pressegespräch vorab laden wir für Mittwoch, den 7. März um 11 Uhr ein. Der Künstler wird dazu anwesend sein. Wie immer gibt es im Ausstellungszeitraum jeden Samstag kostenlose Führungen von Lena Sophie Radtke; bitte weisen Sie auch gern auf die Kooperation mit der KunstWerkStatt Marburg hin, die auf Anfrage spezielle Führungen für Kinder anbietet.



marburger kunstverein e.v.
Gerhard-Jahn-Platz 5 (Biegenstraße 1)
35037 Marburg
marburger-kunstverein.de


Presse






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Nicht nur Skulptur!



Skulpturen von bekannten Bildhauern des 20. Jahrhunderts gehören in Bietigheim-Bissingen zum vertrauten Stadtbild. Längst sind Werke zu modernen Wahrzeichen der Stadt geworden. Mitten im Alltag begegnen die Menschen Kunstwerken, die eine Einheit mit dem Stadtraum bilden und zugleich Akzente setzen.
Das Spektrum der Skulpturen reicht dabei von klassischen Positionen bis hin zu zeitgenössischen Standpunkten.
Anlässlich des städtischen Jubiläums 2014 würdigt die Ausstellung 16 Bildhauer, die sowohl mit Vorarbeiten zu den Plastiken in Bietigheim-Bissingen, als auch mit weiteren reizvollen Facetten der einzelnen künstlerischen Positionen präsentiert werden. Nicht nur Skulpturen sind bei vielen der ausgestellten Bildhauer zu entdecken.


Beteiligte Künstler/innen:
Jürgen Goertz (*1939 Albrechtshagen/Polen, lebt und arbeitet in Angelbachtal-Eichtersheim)
Otto Herbert Hajek (*1927 Kaltenbach/Tschechoslowakei, † 2005 Stuttgart)
Alfred Hrdlicka (*1928 Wien/Österreich, † 2009 Wien/Österreich)
Maria Lehnen (*1949 Nettetal/Lobberich, lebt und arbeitet in Mönchengladbach)
Gerhard Marcks (*1889 Berlin, † 1981 Burgbrohl)
Fritz Melis (*1913 Berlin, † 1982 Bietigheim-Bissingen)
Karl-Ulrich Nuss (*1943 Stuttgart, lebt und arbeitet in Weinstadt-Strümpfelbach)
Leonhard Oesterle (*1915 Bietigheim, † 2009 Toronto/Kanada)
Waldemar Otto (*1929 Petrikau/Polen, lebt und arbeitet in Worpswede)
Reinhard Scherer (*1948 Wangen, lebt und arbeitet in Alfdorf-Pfahlbronn)
Max Schmitz (*1936 Oberhausen, lebt und arbeitet in Leonberg-Warmbronn und auf Teneriffa/Spanien)
Fritz Schwegler (*1935 Breech, † 2014 Breech)
Karl-Henning Seemann (*1934 Wismar, lebt und arbeitet in Löchgau)
Gustav Seitz (*1906 Mannheim, † 1969 Hamburg)
Gunther Stilling (*1943 Srpski Miletic/Jugoslawien, lebt und arbeitet in Güglingen und Pietrasanta/Italien)
Daniel Wagenblast (*1963 Schwäbisch Gmünd, lebt und arbeitet in Stuttgart)

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60-64
74321 Bietigheim-Bissingen

galerie.bietigheim-bissingen.de/





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