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Braunschweig PROJECTS

Abschlusspräsentation der Stipendiaten 2013-2014

22. 10. - 7. 11. 2014 | HBK Braunschweig
Eingabedatum: 25.10.2014

In einer Abschlusspräsentation vom 22. Oktober bis zum 7. November 2014 an verschiedenen Orten in der HBK zeigen die Braunschweig PROJECTS-Stipendiaten des Jahrgangs 2013/14 Arbeiten, welche überwiegend in Braunschweig entstanden sind. Die Bildenden Künstler Adrian Alecu (Deutschland), Dima Hourani (Palästina), E.S. Mayorga (Mexiko), Kevin Schmidt (Kanada), Ayesha Zulfiqar (Pakistan) und die Klangkünstler Mario de Vega (Mexiko), Leo Hofmann (Deutschland), Joonas Siren (Finnland) zeigen Arbeiten aus den Bereichen Video, Fotografie, Skulptur, Performance und Klangkunst.

Im vergangenen Jahr wurde die Künstlerförderung des Landes Niedersachsen an der HBK Braunschweig zum dritten Mal ausgeschrieben. Wie in jedem Jahr wurden anschließend fünf Stipendiaten für den Bereich Bildende Kunst und drei Stipendiaten für den Bereich Klangkunst ausgewählt.

Ausstellungsdauer 22.10.2014 - 07.11.2014
Ort HBK, Galerie (Johannes-Selenka-Platz 1), Montagehalle (Broitzemer Str. 223) und Ausstellungsraum im Mensafoyer (Eingang Pippelweg), 38118 Braunschweig
Öffnungszeiten Mo. - Fr. 13 - 18 Uhr

Informationen zu den ausstellenden Stipendiaten 2013/14
Die fünf Stipendiaten aus dem Bereich der Bildenden Kunst:

Mit seinem Film ‚The Egg‘ entwirft Adrian Alecu (*1972 Bukarest/Rumänien) ein Bild des heutigen Beirut und seiner jüngeren Vergangenheit. The Egg bezeichnet ein bekanntes Shopping Center im Zentrum Beiruts aus dem Jahre 1965 mit einem ehemaligen Kino. Während des Bürgerkrieges lag hier die Demarkationslinie, heute befinden sich hier Neubauten und Hochhäuser – mitten darin der modernistische Bau, der noch die Zeichen der Zerstörungen aus dem Krieg zeigt. Im Werk von Adrian Alecu wird daraus ein Symbol für die Geschichte des Landes, für die Stadt als Kunstort und für das Bedürfnis der Menschen in der Dunkelheit des Kinosaals die Wirklichkeit für eine Weile zu vergessen.

Der Film der aus Palästina stammenden Künstlerin Dima Hourani (*1985) greift das Thema der Vertreibung großer Teile der palästinensischen Bevölkerung im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel 1948 auf. Anhand von Archiv-Fotografien rekonstruiert sie historische Situationen der Flucht und Vertreibung, indem sie die Szenen mit Schauspielern und Requisiten im Schwarz-Weiß der historischen Aufnahmen vor Ort nachstellt und sie so mit der heutigen Wirklichkeit konfrontiert.

E. S. Mayorga (*1975 Mexiko City) zeigt mit ‚The Role of Fear‘ einen autobiografischen Dokumentarfilm, der von der Verschleppung seiner Schwester im Jahr 2012 durch ein Drogenkartell und die mexikanische Bundespolizei handelt. Die privaten Szenen aus dem Familienleben werden durch Interviews mit dem amerikanischen Philosophen Noam Chomsky sowie Gesprächen mit politischen Aktivisten ergänzt, die auf die sozialen und politischen Unruhen in Mexiko eingehen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Angst, die ein solches Verschwindenlassen auslöst. Auf einer zweiten Ebene befasst sich der Film mit paranormalen Phänomenen der Psychokinesis und deren filmischen Umsetzungen im Horrorgenre wie ‚Carrie‘ oder ‚Poltergeist‘ und entspannt einen Dialog zwischen Wissenschaft, Fiktion und persönlichen Erfahrungen.

Kevin Schmidt (*1972 Kanada) setzt sich in seinen aktuellen Arbeiten mit verschiedenen Do It Yourself-Kulturen und ihren Strategien der Transparenz und Authentizität auseinander. Für seine Ausstellung im Rahmen der Braunschweig PROJECTS wählt er zwei dieser Kulturen aus: den Eigenbau von High Fidelity Audio Systemen und Außenaufnahmen von Naturgeräuschen. In beiden Gebieten geht es um die Nachbildung bzw. Repräsentation. Seine Installation im Ausstellungsraum im Mensaforum der HBK verwendet beeindruckende Geräusche aus der Natur – optisch bezieht sich die Arbeit auf Interieurs von Amateur-HiFi-Anlagenbauern.

Die aus Pakistan stammende Künstlerin Ayesha Zulfiqar (*1986 Lahore) beschäftigt sich in ihren aktuellen Arbeiten mit Wohnhäusern, Wohnungen und Zimmern, mit ihrer Anatomie wie den nicht sichtbaren Versorgungsleitungen und ihrer Funktion als Metapher für urbane Entwicklungsprozesse. Das eigene Zimmer als Rückzug und Identifikationsort ist Thema ihrer Videoarbeit ‚Parallel‘, für den sie den Grundriss ihres Zimmers in Lahore digital animiert, so dass er wie ein Herz gleichmäßig pulsiert.

Die drei Stipendiaten aus dem Bereich der Klangkunst:

Mario de Vega (*1979 Mexiko) befasst sich in seinem Projekt ‚NODE‘ mit dem Phänomen des tieffrequenten Schalls – zu dessen Auswirkungen auf den menschlichen Körper steht die wissenschaftliche Forschung noch ganz am Anfang. Herzstück der künstlerischen Arbeit ist eine große Beschallungsanlage, die im unteren Frequenzbereich Schallwellen erzeugt, die akustisch kaum wahrnehmbar sind und die körperliche und psychische Reaktionen verursachen können.

Bereits einen Tag vor der Eröffnung der Gruppenausstellung findet ein Künstlergespräch mit Mario de Vega und Carsten Seiffarth (Kurator, Berlin) statt: am Montag, den 20.10.2014 um 18 Uhr in der Aula.

Leo Hofmann (*1986 Deutschland). Wie viel Plan muss ich haben, bevor ich anfange zu sprechen? Wie viel Absicht liegt in den Dingen, die sich in unwahrscheinlicher Weise aus einer Ursuppe zusammenkombinierten? In dem Stück ‚From Primordial Soup to my Ideals of Natural Order‘ wird das Narrativ von Schöpfungs- und Entstehungsgeschichten als Versuch begriffen, Idealbilder und Wunschvorstellungen an die Natur heranzutragen und ihr zu unterstellen. Ausgehend von den verspielten Tonbandaufzeichnungen des visionären Kybernetikers Peter Toulman entspinnt sich ein performatives Hörspiel, welches die Notwenigkeit zur Lücke, zu einem blinden Fleck entwirft.

Der Klangkünstler Joonas Siren (*1983 Helsinki/Finnland) beschäftigt sich in seiner Installation ‚Time Fractures‘ mit akustischen Manifestationen von Zeit und mit dem Konstrukt der Zeit als Konzept an sich. Ein hölzernes Metronom und eine hölzerne Uhr werden durch zwei Transducer zum Klingen gebracht. Mithilfe eines Zufallsgenerators werden jeweils im Wechsel, die Töne und akustischen Signale verschiedener Metronome und Uhren, unter anderem auch der Atomuhr der PTB, sowie verschiedene Uhrzeiten von Uhren mit Sprachsystemen in Englisch, Deutsch, Schwedisch und Finnisch zu hören sein.

Über das Künstlerförderprogramm Braunschweig PROJECTS
Das Stipendienprogramm Braunschweig PROJECTS ist Teil der Künstlerförderung des Landes Niedersachsen. Seit 2011 wird es an der HBK Braunschweig durchgeführt. Insgesamt acht internationale Künstler aus der Klangkunst und der Bildenden Kunst werden jährlich durch die Stipendien unterstützt. Die Stipendien umfassen eine monatliche Förderung, einen projektabhängigen Zuschuss für Sach- und Reisekosten sowie Wohnung und Atelier in Braunschweig.

Den Stipendiaten stehen Professorinnen und Professoren der HBK als Mentoren zur Seite. Das Programm ermöglicht über die Erarbeitung einer Ausstellung hinaus eine weite Vernetzung mit Institutionen aus Niedersachsen und Partnern in Europa und Amerika.

HBK,
Galerie (Johannes-Selenka-Platz 1),
Montagehalle (Broitzemer Str. 223) und Ausstellungsraum im Mensafoyer (Eingang Pippelweg),
38118 Braunschweig
http://www.hbk-bs.de/



Presse



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