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Rob Pruitt - History of the World

Kunstverein Freiburg | 25.05. – 29.07.2012
Eingabedatum: 23.05.2012

bilder

Rob Pruitt, Source material for Hoarder Landscapes, 2012 © Rob Pruitt, Courtesy Gavin Brown’s Enterprise, New York

Der Kunstverein Freiburg freut sich, die erste institutionelle Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Rob Pruitt (* 1964, Washington DC, USA) anzukündigen. Rob Pruitt wurde in den frühen 1990er Jahren mit einer postmodernen Pop Ästhetik und politischen Satire bekannt. Von Beginn an arbeitete er gleichzeitig mit den Mitteln der Provokation und Verführung. Seit dem Jahr 2000 entstanden neben skulpturalen Installationen und performativen Happenings auch Serien von Gemälden.

Für seine Ausstellung im Kunstverein Freiburg hält Rob Pruitt an der Verbindung von Malerei und skulpturaler Installation fest. Zwei neue Werkgruppen werden in der Ausstellungshalle als archäologische Landschaft angelegt. Der Ausstellungstitel History of the World deutet Archäologie und Kulturgeschichte an, Wissenschaft und Kunst. Wie immer bei Pruitt sollte nach ironischen Ansätzen Ausschau gehalten werden. Im Raum verteilte Skulpturen menschengroßer Modelle von Dinosauriern aus Fiberglas, hergestellt von einem Zulieferer für Naturkundemuseen, erscheinen mit ihrer schwarz glänzenden Oberfläche wie ausgeschnittene Negativ-Silhouetten.

Pruitts Skulpturen blicken auf eine Serie großformatiger fotorealistischer Gemälde von Aufnahmen privater Räume, die mit häuslichen Gegenständen vollgestopft sind. Die Bewohner dieser Räume leiden am Messie-Syndrom und horten pathologisch ihren Besitz, der ihren jeweiligen Lebensraum vollkommen zu überfüllen droht. Pruitt erweitert den ausgeklügelten archäologischen Ansatz und stellt sich Messies (engl. „hoarder“) als Archäologen vor, die sich mit dem kulturellen Schutt umgeben, um die verborgenen Muster und Zeichen, die dieser enthüllen könnte, zu entdecken.

Die Darstellungen der Gemälde verweisen ebenso auf die Dynamik des unkontrollierbaren Konsums.Die politische Schlussfolgerung daraus ist mehrdeutig: Die Ansichten provozieren den Ekel und das Schamgefühl gegenüber einer unkontrollierbaren Maßlosigkeit und Gier. Gleichzeitig zeigen sie eine Leidenschaft und fetischistische Freude an der Beschaffenheit der Gegenwartskultur, die sich in Objekten manifestiert, jetzt meist wertlose Gegenstände, in die jedoch einmal Geld investiert wurde. Bezeichnenderweise sind Pruitts Hoarder-Gemälde „Made in China“. Von Auftragsmalern in China ausgeführt, stammen sie von der größten Exportnation, in der wahrscheinlich viele der Dinge produziert wurden, die in den Gemälden zu sehen sind. Mit History of the World hat Pruitt einen großen Mythos kultureller Überalterung geschaffen, der unsere Kultur gleichzeitig anklagt und zelebriert.

Biografisches:

Rob Pruitt wurde 1964 in Washington DC, USA, geboren. Sein Werk wurde seit den 1990er Jahren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem in Gruppenausstellungen 1992 in den Deichtorhallen, Hamburg; 1993 in der Kunsthalle Düsseldorf; 2000 im Museum of Contemporary Art, Washington, D.C.; 2001 im Irish Museum of Modern Art, Dublin und in der Barbican Gallery, London; 2002 auf der Shanghai Biennale; 2006 im PS1 Contemporary Art Center, New York; 2008 auf der Art Basel Miami, Miami sowie 2008 in der Tate Modern, London. In Einzelausstellungen wurde sein Werk 2002 im Consortium, Dijon; 2007 auf der Frieze Art Fair, London; 2009 im Guggenheim Museum, New York und 2011 im Dallas Contemporary, Dallas und beim Public Art Fund, New York präsentiert. Der Künstler lebt in New York.

Öffnungszeiten:
Di - So 12:00 - 18:00 h | Mi 12:00 - 20:00 h | Mo geschlossen

Kunstverein Freiburg
Dreisamstr. 21
79098 Freiburg
Tel.: +49 761 349 44
kunstvereinfreiburg.de




Medienmitteilung






Daten zu Rob Pruitt:

- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Gavin Brown's enterprise - Gallery

- JULIA STOSCHEK FOUNDATION E.V., Sammlung

- Kunstverein Freiburg

- Massimo De Carlo

- Yokohama Triennale 2017

Weiteres zum Thema: Rob Pruitt



Trisha Donnelly


In 2017 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst Trisha Donnelly mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus.

Zu diesem Anlass entsteht im Untergeschoss des Museum Ludwig ein Raum, den Trisha Donnelly gestaltet. Die Künstlerin schafft dabei eine Installation mit neuen Werken, deren Präsentation spezifisch für diesen Raum konzipiert ist. Die Medien, mit denen die Künstlerin arbeitet – Videos, Fotografien, Zeichnungen, Skulpturen, Projektionen und Installationen – variieren je nach Ort. Dadurch entfalten sie in dem jeweiligen Raum eine Präsenz, Präzision und Beiläufigkeit, als ob sie schon immer dagewesen seien. Sie versuche, die Dinge zu kondensieren, so Donnelly in einem ihrer raren Interviews (2005, mit Catrin Lorch).

So stark und verdichtet ihre Werke sind, so dezidiert entzieht Donnelly ihre Arbeiten der Routine der Interpretation, Zuschreibung, Auslegung. In der Regel gibt es kaum Pressemitteilungen, Texte oder Publikationen; die Betrachterin, der Betrachter sucht vergeblich nach Werktiteln. Bei Trisha Donnelly existieren die Werke in ihrer ganzen Eigen- und Beschaffenheit an einem spezifischen Ort und sind auch nur dort erfahrbar. Diese Haltung ist im heutigen Zeitalter besonders bemerkenswert und der Gegenentwurf zu der inzwischen üblichen globalen Hyperpräsenz aufgrund von Digitalisierung und Social Media. Die Betrachterinnen und Betrachter sind gefordert, sich auf ihre eigene Wahrnehmung zu verlassen: Ihre Imagination, Erinnerung und Interpretationsfähigkeit zu aktivieren, ihre Beobachtung und Sinne zu schärfen und einzutauchen in das, was Donnelly punktgenau für diesen Ort, diesen Raum geschaffen hat.

Jury:
Die Jury für den Wolfgang-Hahn-Preis 2017 bestand aus der diesjährigen Gastjurorin Suzanne Cotter, Direktorin des Museum Serralves für zeitgenössische Kunst in Porto; Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig; Mayen Beckmann, Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig; Gabriele Bierbaum, Sabine DuMont Schütte, Jörg Engels und Robert Müller-Grünow als Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig.

Sponsoren:
BAUWENS und Ebner Stolz als zwei in Köln ansässige Unternehmen setzen im Jahr 2017 zudem ihre langfristige Unterstützung der Preisverleihung, der Präsentation im Museum Ludwig sowie der Publikation des Wolfgang-Hahn-Preises fort. 2016 konnten beide Unternehmen dafür gewonnen werden, den Wolfgang-Hahn-Preis für mindestens drei Jahre großzügig zu fördern.

Über Trisha Donnelly
Trisha Donnelly wurde 1974 in San Francisco, Kalifornien, geboren. Sie schloss 1995 den Bachelor of Fine Arts an der University of California, 2000 den Master of Fine Arts an der Yale University School of Art ab. Seit 1999 nimmt sie an Ausstellungen teil, institutionelle Einzelausstellungen hatte sie in den vergangenen Jahren in der Villa Serralves in Porto (2016), in der Serpentine Gallery in London (2014), im San Francisco Museum of Modern Art (2013), im Portikus, Frankfurt (2010), im Museo d’Arte Moderna di Bologna (2009), in der Renaissance Society der University of Chicago und im Institute of Contemporary Art in Philadelphia (beide 2008) sowie im Modern Art Oxford (2007) und der Kunsthalle Zürich (2005). In den letzten zehn Jahren war sie in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, u.a bei der 54. als auch 55. Biennale von Venedig (2011 und 2013), bei der dOCUMENTA (13) (2012), in The Quick and the Dead im Walker Art Center (2009) und bei Il Tempo del Postino (2007 in Manchester, 2009 in Basel). In Deutschland hatte Donnelly ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Jahr 2005 im Kölnischen Kunstverein im Rahmen des an sie in 2004 verliehenen Central-Kunstpreises. 2015 zeigte die Julia Stoschek Collection Trisha Donnellys Arbeiten als Ausstellung Number Ten. Frühe Ausstellungen fanden u.a. bei ihrer Galerie Air de Paris in Paris, bei der Galerie Eva Presenhuber, Zürich, sowie bei Casey Kaplan in New York statt. Dort erregte sie im Jahr 2002 Aufsehen mit ihrer Perfomance, als sie als Kurier Napoleons verkleidet auf einem Pferd bis vor Casey Kaplans Galerie ritt und eine mysteriöse Botschaft verlas. Eine Aktion, die sich in 2005 insofern im Kölnischen Kunstverein wiederholte, als dass ein schwarzes Pferd durch den Ausstellungssaal geführt worden sein soll – ein Ereignis, dessen Faktizität die Künstlerin gerne offen lässt.

Neben dem bereits erwähnten Central-Kunstpreis erhielt Donnelly 2010 den Rob Pruitt’s Art Award sowie den Prix de la Fondation Luma in Arles, im Jahr 2011 den 10. Preis der Sharjah Biennale sowie 2012 den Internationalen Faber-Castell Preis für Zeichnung. 2011 war sie unter den Finalisten für den Hugo Boss Prize 2012, vergeben von der Solomon R. Guggenheim Foundation.

Über den Wolfgang-Hahn-Preis
Der Ankaufs-Preis erinnert an Wolfgang Hahn (1924 – 1987), Chefrestaurator des Wallraf-Richartz-Museum / Museum Ludwig und weitsichtiger Kölner Sammler. Heute beträgt der Etat des Preises maximal 100.000 Euro und soll vorrangig Künstlerinnen und Künstler ehren, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Oeuvre einen Namen gemacht haben, aber noch nicht die ihnen zukommende Aufmerksamkeit, vor allem in Deutschland, gefunden haben. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig organisierte Ausstellung mit Arbeiten der Preisträgerin oder des Preisträgers, insbesondere des zu erwerbenden Werks / der zu erwerbenden Werkgruppe, sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.

Museum Ludwig
50667 Köln
museum-ludwig.de





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