Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart - Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München (2.6.–13.8.06)


Eingabedatum: 23.05.2006

bilder

In diesem Sommer zeigt die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung eine große Gruppenausstellung unter dem Titel "Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart". Als Reaktion auf den figurativen Malerei-Boom, den der Kunstmarkt in den letzten Jahren verzeichnet hat, versammelt dieses Projekt Bilder von mehr als 80 nationalen und internationalen Künstlern.
Konzentriert auf die Auseinandersetzung mit dem Bild des Menschen - also weder Landschaft noch Stillleben sind hier mit Figuration gemeint - wurde junge Kunst ausgesucht. Hierbei war nicht das Alter des Künstlers, sondern das Entstehungsdatum des Werkes ausschlaggebend.
So zeigt die Ausstellung nur Bilder, die nach dem Jahr 2000 gemalt wurden. Dadurch entsteht ein Kaleidoskop aktueller Malerei, das erstmals einen kritischen Überblick auf die Figuration im 21. Jahrhundert ermöglicht.

Die Kuratoren der Ausstellung, Dr. Christiane Lange, seit 1.3.06 Direktorin der Hypo-Kunsthalle und Dr. Florian Matzner, Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, gliedern die etwa 120 Werke unter folgenden Überschriften wie beispielsweise: sachlich-magisch-surreal, pop-crossover-subkultur, porträt, körper und psyche, alltag-gesellschaft-politik, welten-gegenwelten. Durch ihre Zusammenstellung machen die Bilder deutlich, welche Genres und Traditionslinien für die aktuelle Malerei wichtig sind. Ein besonderer Reiz liegt im Dialog der verschiedenen Generationen, denn "Altmeister" wie Lucian Freud, Eric Fischl, Mel Ramos, Alex Katz oder Maria Lassnig sind ebenso zu sehen sein wie Jungstars der Szene, Neo Rauch, Jenny Saville, John Currin oder Glenn Brown, um einige wenige zu nennen. Aber auch weitgehend unbekannte Künstler können und sollen in dieser Ausstellung entdeckt werden.

Die beiden großen Linien der Moderne, Abstraktion und Figuration, verliefen immer parallel, letztere jedoch wurde bereits unzählige Male für tot erklärt. Der Titel der Ausstellung "Zurück zur Figur" meint keineswegs eine Zurückwendung oder gar einen Rückschritt zu überkommenen Modellen. Vielmehr will er Anregung sein, darüber nachzudenken, ob es analog zum "Retour á l’ordre" in den 1920er Jahren auch heute gesellschaftliche Verunsicherungen gibt, die Auslöser für den figurativen Trend unserer Gegenwart sind.

Die Ausstellung präsentiert dem Besucher einen Überblick über die Bandbreite aktueller figürlicher Malerei. Sie gibt Anreiz deren Vielfalt vor den Originalen zu entdecken. Für den Szenekenner ermöglicht die Übersicht zum gegenwärtigen "Malerei-Boom" eine kritische Bilanz zu ziehen.

Die Ausstellung begleitet ein umfangreicher Katalog, der im Prestel Verlag München erscheint. Er enthält Aufsätze von Robert Fleck, Cornelia Gockel, Julia Haußmann, Christiane Lange, Florian Matzner und Reinhard Spieler. Der Katalogteil, in dem wie immer alle ausgestellten Werke farbig abgebildet sind, läßt sich, anhand der Künstlernamen von A-Z gegliedert, wie ein kleines Lexikon der Malerei der Gegenwart benutzen. Der Katalog kostet in der Kunsthalle EUR 25. ... (Presse/KH der Hypo-Kulturstiftung)

Abbildung: Joanna Price, Good form and nice style, 2003-2005, Öl/Leinwand, 122 x 122 cm, Courtesy Galerie Heufelder & Koos, München
© Joanna Price

Öffnungszeiten: Täglich 10-20 h


Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
D - 80333 München



ch










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