Thomas Grünfeld – homey

Werke von 1981 bis 2013

26.5. – 8.9. 2013 | Museum Morsbroich, Leverkusen
Eingabedatum: 27.05.2013

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Ockerfarbene Polsterlachen schmiegen sich an den Boden, in stacheligen Zimmerpflanzen hat sich der zarte Muff der 50er-Jahre verfangen, farbenfrohe Filzcollagen zieren die Wände, und seltsame Tierwesen bevölkern den Raum: Willkommen im unbezähmbaren Reich der kollektiven Erinnerungen. Die Ausstellung ist die erste institutionelle Retrospektive des in Leverkusen geborenen und an der Kunstakademie Düsseldorf lehrenden Künstlers. Thomas Grünfelds außerordentlich vielfältiges Werk, das hier erstmals in einem Überblick präsentiert wird, ist durch strikt getrennte Werkgruppen gekennzeichnet.

Ist Grünfeld den meisten wegen seiner aus Tierkörpern collagierten Mischwesen bekannt, so fasziniert sein aus 16 unterschiedlichen Werkkomplexen bestehendes Gesamtwerk durch seine enorme Vielseitigkeit: Es bewegt sich in Spannungsfeldern zwischen Malerei und Bildhauerei, Kunst und (Möbel-)Design, Natürlichkeit und Künstlichkeit, Funktionalität und Absurdität, Heimeligem und Befremdlichem.

Der Furor des Dekors im Spießerglück, die Sehnsucht nach der Heimat des Hässlichen und des Exzentrischen: Indem seine Werke und ihre hybriden Mischungen den Betrachter irritieren, Erwartungen unterlaufen und Konventionen sprengen, weist Grünfeld auf das empfindliche Gleich-gewicht hin, in dem sich Kunst und Leben befinden.
Idee der Ausstellung ist es, Grünfelds frühe Passepartout-Arbeiten, seine Wand- und Möbelobjekte (Tabletts und Polster), seine Textil- und Kautschukskulpturen (Röcke und Gummis), die Tierpräparate (Misfits) und Augenbilder, Fotografien (Dyes) und Filze in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander zu beziehen. Vom skulptural gebrauchten Filz zum collagierten Bild, von der malerischen Oberfläche mit plastischen Einsprengseln bis zur scheinbar fließenden Skulptur: Ausgangspunkt ist dabei immer wieder die minimale Form in ihren verschiedenen kunsthistorischen Ausprägungen, die Thomas Grünfeld mit leiser Ironie weiterentwickelt zum Objekt emotionaler Erinnerung und individueller Aufladung.

In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler wird eine szenografische Präsentationsform entwickelt, welche die Werke im Wechselspiel mit der Atmosphäre der historischen Räumlichkeiten in einen Dialog um die Themen Privatheit und Häuslichkeit (homey) einbindet. ...

Kurator der Ausstellung ist Fritz Emslander.

pm




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