Logo art-in.de

Doris Salcedo erhält Possehl-Preis für Internationale Kunst

07.09. – 03.11.2019 | Kunsthalle St. Annen, Lübeck

Eingabedatum: 04.09.2019

Logo art-in.de
Die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo erhält in Lübeck den ersten Possehl-Preis für Internationale Kunst und wird mit einer Werkschau in der Kunsthalle St. Annen geehrt.

Die international renommierte Künstlerin Doris Salcedo (*1958) beschäftigt sich in Objekten, Skulpturen und großen ortsspezifischen Installationen mit den Auswirkungen von Gewalt und Ausgrenzung in ihrer Heimat Kolumbien und anderen Regionen der Welt. Nach Ausstellungen in der Tate Modern (London 2007) und im Guggenheim Museum (New York 2015) richtet die Kunsthalle St. Annen in Lübeck vom 7. September bis 3. November ihre erste Einzelausstellung in Deutschland aus.

Die international besetzte Jury (Stephan Berg, Intendant Kunstmuseum Bonn; Hannah Firth, Direktorin Chapter, Cardiff; Anette Hüsch, Direktorin Kunsthalle Kiel; Oliver Zybok, Direktor Overbeck-Gesellschaft, Lübeck) des erstmals vergebenen Possehl-Preises für Internationale Kunst betont, dass Doris Salcedo poetische Bilder für politische Herrschaftssysteme, Rassismus und systematische Ungleichbehandlungen finde und ihr Werk „von höchster Relevanz für unsere Gegenwart“ sei. Die Preisverleihung findet mit der Eröffnung am 7. September statt, der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Kunst gegen das Vergessen
Wo Andere sich abwenden, beginnt Salcedos Arbeit, sie recherchiert vorher genau, bevor sie in die künstlerische Umsetzung geht: Mit großer Sensibilität thematisiert sie in ihren Skulpturen und Installationen die tragischen Folgen von Gewalt als Konsequenz politischer und ökonomischer Herrschaftsansprüche und führt dabei den Betrachter auf die emotionale Ebene der Opfer und ihrer Angehörigen. Der seit fünf Jahrzehnten währende, bürgerkriegsähnliche Konflikt in ihrer Heimat Kolumbien ist Ausgangspunkt zahlreicher Projekte Salcedos. Ihre Kunstwerke sind Anti-Monumente, Zeugnisse von Folter, Verlust und Traumata. Dabei schafft die Künstlerin poetische Installationen und raumgreifende Arbeiten, die in ihrer Fragilität und Verletzlichkeit eben jenen Menschen eine spürbare Präsenz verleihen, die Brutalität und Ungerechtigkeit erfahren mussten oder nicht überlebten. Auf der 8. Biennale in Istanbul (2003) stapelte sie beispielsweise 1.500 Stühle in einem engen Spalt zwischen zwei Häusern in einem einst von Angehörigen der griechischen und jüdischen Minderheit bewohnten Stadtviertel. Den Umgang Europas mit Migrant*innen nahm sie 2007 in „Shibboleth“ in der Tate Modern in den Blick und hinterfragte mit einem langen und tiefen Riss im Betonboden der Turbinenhalle die Abschottungs- und Ausgrenzungsmechanismen der sogenannten ‚ersten Welt‘. Die Künstlerin lebt in Bogotá, wo sie 2018 ein beeindruckendes „Anti-Monument“ mit dem Titel „Fragmentos“ aus einem Teil der rund 13.000 von den FARC-Rebellen abgegebenen Waffen erschaffen hat. Eingeschmolzen und in Zusammenarbeit mit weiblichen Gewaltopfern bearbeitet, dienen diese als Bodenplatten für ein neues Museum im Zentrum der Stadt, als Ort der Reflexion über die langen Jahre gewalttätiger Konflikte in Kolumbien. Das einfache Einschmelzen reichte Salcedo bei weitem nicht aus. Um die Tragweite des Projekts noch deutlicher zu machen, lud sie Frauen ein, die während des Konflikts systematisch missbraucht wurden, die Platten durch Hämmern mit »Kriegsverletzungen« zu versehen. 37 Tonnen geschmolzener, schwerer Geschütze wurden in 1.300 Metallplatten verwandelt und bedecken nun 800 Quadratmeter Fußboden.

Die Ausstellung „Tabula Rasa“
In ihrer aktuellen, in der Ausstellung vertretenen, Werkreihe „Tabula Rasa I-IV“ setzt sich Salcedo künstlerisch mit Vergewaltigungen auseinander, die viele Frauen während des kolumbianischen Bürgerkriegs und der bis heute anhaltenden Gewaltherrschaft erlitten haben. …

Weitere Informationen, siehe: www.kunsthalle-st-annen.de

Kunsthalle St. Annen
St. Annen-Straße 15
23552 Lübeck

Öffnungszeiten: Di-So | 10-17 Uhr

Presse


Kataloge/Medien zum Thema: Doris Salcedo


Doris Salcedo:

- Art Basel 2013
- Art Basel Hong Kong 2014
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel Paris 2025
- artbasel2021
- documenta 11 2002
- Frieze LA 2019
- Frieze London 2022
- Liverpool Biennial 2012
- MACBA COLLECTION
- MoMA Collection
- Preistraeger Praemium Imperiale Painting
- Sharjah Biennial 2023
- Solomon R. Guggenheim Collection
- White Cube - Gallery

Rene Matić erhält Deutsche Börse Photography Foundation Prize
Wolfgang Tillmans erhält Roswitha-Haftmann-Preis
Gitte Zschoch wird neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts
Oscar Cueto. Entwurf für kein Museum
Jonas Englert erhält 2026 RE-SEARCH - ZF-Forschungsstipendium
Jiajia Zhang erhält Art Vontobel Contemporary Photography Prize – «A New Gaze»
Kulturelle Vielfalt in Gefahr
Raquel Villar-Pérez erhält Curatorial Fellowship
ART-Kuratorenpreis: Die beste Ausstellung des Jahres 2025
Deutscher Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026
In memoriam: Alexander Kluge (1932 – 2026)
Teilnehmer*innenliste der Manifesta 16
Markus Hoffmann erhält den Preis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung 2026
Ernst von Siemens Preis für Kunst und Handel
Nezaket Ekici erhält den MO_Kunstpreis 2026
Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie
Astrid Becker ist die neue Leiterin des Kupferstichkabinetts im HAUM
Hendrike Nagel übernimmt die Leitung des Dortmunder Kunstvereins
Fynn Ribbeck erhält Max Ernst-Stipendiaten 2026
Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring 2026
documenta archiv mit neuer Website
Claudia Emmert tritt Intendanz des Kunstmuseums Bonn an
Nnena Kalu gewinnt den Turner-Preis 2025
Johan Holten wechselt nach Kopenhagen
Nam June Paik Award 2026 geht an Michael Beutler
Msgr. Otto Mauer Preis an Nadim Vardag
Lee Ufan erhält den Wolfgang-Hahn-Preis 2026
Carsten Möller und Clemens von Wedemeyer erhalten Sächsischen Lehrpreis 2025
Stefanie Böttcher wird neue Direktorin der Kunsthalle zu Kiel
Adam Szymczyk wird Direktor am S AM