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DAS NEUE MKM - Eröffnung des Erweiterungsbaus von Herzog & de Meuron

Neupräsentation der Sammlung Ströher

September 2021 | Museum Küppersmühle, Duisburg
Eingabedatum: 26.09.2021

DAS NEUE MKM - Eröffnung des Erweiterungsbaus von Herzog & de Meuron

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg Erweiterungsbau 2021 Blick in die Silos © MKM Duisburg / Herzog & de Meuron © Foto: Simon Mengesbilder


Neue Landmarke im Ruhrgebiet: Nach rund vier Jahren Bauzeit ist der Erweiterungsbau des Museum Küppersmühle von Herzog & de Meuron fertiggestellt. Ab dem 25. September öffnet das Haus seine Türen für Besucher:innen. Mit der Präsentation der Werke aus der Sammlung Ströher auf zusätzlichen 2.500 Quadratmetern wird das MKM ein zentraler Ort deutscher und europäischer Nachkriegskunst. Zu sehen sind über 300 Werke seit den 1950er Jahren.

Außen Ziegel, innen White Cube: Der Erweiterungsbau des MKM verbindet Industriekultur mit Museumsarchitektur der Gegenwart. Wie bereits beim Umbau der historischen Küppersmühle zum Museum (1999) haben sich Herzog & de Meuron am Bestand des MKM und der Architektur des Innenhafens orientiert. Drei unterschiedlich hohe Baukörper schreiben den vorhandenen Museumsbau fort und fügen sich zu einem neuen Kopfbau, der die gesamte Gebäudezeile des Hafensbeckens harmonisch abschließt. Der Neubau mit seiner markanten roten Backsteinfassade mündet in einen Platz mit 35 neu gepflanzten Platanen– eine grüne Oase in der Stadt.

Im Inneren lässt eine Abfolge von 36 hellen, klar strukturierten Sammlungsräumen der Kunst viel Raum zum Wirken. Im Zuge des Erweiterungbaus wurden auch die historischen Silos erschlossen und in den Bau integriert. Hier schaffen Brücken im 1. und 2. OG die Verbindung zwischen den neuen und den bereits existierenden Räumen. Die Silos selbst bleiben in der äußeren Optik wie auch ihrer weitestgehend ursprünglichen Materialität als Industriedenkmal erhalten. Eine Plattform auf den Silos, die je nach Jahreszeit und Witterungslage begehbar ist, bietet einen weiten Blick über das Ruhrgebiet.

„Der Erweiterungsbau reiht sich in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein und komplettiert so den bestehenden Museumskomplex. Zugleich definiert der neue Kopfbau den Abschluss der gesamten Gebäudezeile am Hafenbecken. Das neue Projekt ist eine integrierte und ergänzende Architektur.“
Herzog & de Meuron, 2021

Ermöglicht wurde das Vorhaben durch das Engagement der privaten MKM-Stiftung, die von den Sammlern Sylvia und Ulrich Ströher gegründet wurde. Die Sammler haben maßgeblich an der Auftakt-Planung der Ausstellungsräume mitgewirkt. Im Neubau liegt der Schwerpunkt auf Informel und Abstraktion deutscher Künstler, ergänzt durch einige Positionen europäischer Nachkriegskunst.

Die Sammlung Ströher präsentiert hier eine große Bandbreite von Werken folgender Künstlerinnen und Künstler: Afro, Josef Albers, Hans Arp, Willi Baumeister, Bernd und Hilla Becher, Anna und Bernhard Blume, Peter Brüning, Alberto Burri, Rafael Canogar, Abraham David Christian, Karl Fred Dahmen, Jean Dubuffet, Jean Fautrier, Adolf Fleischmann, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Otto Herbert Hajek, Hans Hartung, Bernhard Heiliger, Gerhard Hoehme, Anselm Kiefer, Norbert Kricke, Georges Mathieu, Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, Georg Meistermann, Manolo Millares, Ernst Wilhelm Nay, Jean-Paul Riopelle, Otto Ritschl, Giuseppe Santomaso, Antonio Saura, David Schnell, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Jaroslav Serpan, K.R.H. Sonderborg, Pierre Soulages, Antoni Tàpies, Fred Thieler, Hann Trier, Hans Uhlmann, Emilio Vedova, Maria Helena Vieira Da Silva, Fritz Winter und Wols.

Die Räume im Bestandsbau des MKM sind ebenfalls mehrheitlich neu eingerichtet, schwerpunktmäßig mit Werken der deutschen Nachkriegskunst von Georg Baselitz, Jürgen Brodwolf, Abraham David Christian, Günther Förg, Christoph M. Gais, Winfred Gaul, Gotthard Graubner, Ernst Hermanns, Anselm Kiefer, Imi Knoebel, Thomas Lehnerer, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck, Michael Schoenholtz, Heinrich Siepmann, Walter Stöhrer und Rudolf Wachter.

Im großen Saal des 3. OG des Erweiterungsbaus sind Arbeiten von Erwin Bechtold zu sehen, als Reminiszenz an seine pandemiebedingt abgebrochene Ausstellung 2020. In einer späteren Hängung wird hier erstmalig der gesamte Zyklus „Original und Fälschung“ von Sigmar Polke zu sehen sein. Die wiederkehrende Neuhängung von Räumen und Neuvorstellung weiterer Werke aus der Sammlung ist Teil des Präsentationskonzepts. In Wechselausstellungen werden zudem bestimmte Sammlungspositionen vertiefend präsentiert, wie zuletzt Hanne Darboven mit der großen Werkschau „Der Regenmacher“ oder aktuell die umfassende Andreas Gursky-Werkschau.

„Die Sammlung vermittelt ein wesentliches Stück deutscher Kunstgeschichte der Nachkriegszeit“, so MKM-Direktor Walter Smerling. „Das Herz, wenn man so will, sind die informellen und abstrakten Maler, die „Gründerväter“ der deutschen Nachkriegskunst wie Willi Baumeister, K.O. Götz oder Emil Schumacher und ihre europäischen Kollegen Emilio Vedova, Maria Helena Vieira Da Silva oder Wols. Auch die Nachfolgegeneration, die sich intensiv mit der Geschichte auseinandergesetzt hat – u.a. Anselm Kiefer, Georg Baselitz, Gerhard Richter – ist mit zentralen Werken vertreten. Die Sammlung ist zugleich sehr persönlich, das macht ihren Charakter und ihre Vitalität aus. Man spürt die Begeisterung für die Abstraktion durch die Jahrzehnte, das zeigen Werke von Walter Stöhrer, Christoph M. Gais oder David Schnell. Und das Anliegen der Sammler, „ihre“ Künstler:innen mit Werkkonvoluten aus unterschiedlichen Schaffensphasen zu präsentieren, ist ein großes Glück für das Museum. So lässt sich deutsche Kunstgeschichte erleben, die Lehrer- und Schülergeneration vergleichen, die Werk-Entwicklung einzelner Künstlerpersönlichkeiten nachvolllziehen. Der Erweiterungsbau, die Neueröffnung mit der erstmaligen Präsentation der Sammlung in diesem Umfang ist ein großes Glück für die Kunstlandschaft der Bundesrepublik Deutschland.“

Baugeschichte
Das MKM ist ein markantes Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, das seinerzeit als Mühlenbetrieb errichtet und bis zur Stilllegung 1972 als solcher betrieben wurde. Auf Grundlage des vom britischen Architekten Sir Norman Foster entwickelten Masterplans für den Duisburger Innenhafen erfolgte im Rahmen der internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989–1999) die Umgestaltung der einstigen Industriebrache zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal am Wasser – mit Büro- und Wohnflächen, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangeboten. Aus der Küppersmühle wurde das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst.

Beauftragt mit dem Umbau wurden die Basler Architekten Herzog & de Meuron. Sie verwandelten von 1997–1999 das alte Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade in ein Haus für die Kunst, das alle Anforderungen eines modernen Museums erfüllt – bis dato mit einer Ausstellungsfläche von rund 3.600 m2 auf drei Etagen, deren Architektur sich durch Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche auszeichnet. Spektakulär ist der Treppenturm aus gewundenem, terracottafarbenem Beton, der im Inneren einer gigantischen Skulptur gleicht und den Blick sogartig nach oben zieht. Auch im Neubau findet sich ein solches als Pendant.

Museum Küppersmühle
www.stiftungkunst.de

Presse





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