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Emília Rigová. Nane Oda Lavutaris / Who Will Play for Me?

8. 10. 2022 - 5. 02. 2023 | museum moderner kunst stiftung ludwig, Wien wien
Eingabedatum: 05.10.2022

Emília Rigová. Nane Oda Lavutaris / Who Will Play for Me?

Emília Rigová. copyright Emília Rigovábilder


Emília Rigová bezieht sich in ihren Arbeiten auf die Geschichte und Gegenwart gesellschaftlicher Minderheiten, die von hegemonialen Diskursen ausgeschlossen sind. Sie thematisiert deren kollektive Erinnerungen, aktuelle Anliegen, Visionen und Perspektiven in Installationen, Videos, Performances und Fotografien. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biografie konzentriert sich Rigová in ihrem Œuvre der vergangenen Jahre auf die Geschichte sowie die Gegenwartserfahrungen der Roma und deren eigene wie fremdbestimmte Identitätsbilder. Ihre Arbeiten basieren auf gesellschaftsbezogener Forschung und Analyse und sind mitunter als Performances und Installationen im öffentlichen Raum auch als Formen von politischem Aktivismus zu verstehen. Eines der Ziele ist dabei die Dekonstruktion stereotyper, von der Mehrheitsgesellschaft bestimmter gesellschaftlicher Rollenbilder und Vorurteile.

In der Ausstellung Nane Oda Lavutaris / Who Will Play for Me? thematisiert die Künstlerin traditionelle Liedkompositionen der Roma, die von deren historischen Einbindungen zeugen und negativen, klischeehaften Identitätszuschreibungen widersprechen. Ausschnitthaft hören die Besucher*innen einzelne Melodien, die maschinell auf präparierten Klavieren abgespielt werden und einander akustisch überlagern können. Ein weiterer Bestandteil des installativen Settings sind Granitplatten, in die Titel und Notenfragmente historischer Lieder eingraviert sind, deren Gravur sich zum Teil im Rahmen der Eröffnungsperformance vollzieht. Die Pianos werden zudem von Epiphyten umgeben, d. h. von Pflanzen, die auf anderen Pflanzen gedeihen und sich gemeinsam mit diesen entwickeln. Rigová konzentriert sich dabei auf Pflanzen indischen Ursprungs, die auch als Metapher für die Herkunft der Roma dienen und als Zeichen der Co-Existenz mit anderen Völkern zu deuten sind. Zugleich jedoch haftet den Epiphyten das Stigma des Andersartigen an: Sie erscheinen als Repräsentanten des Orientalischen, des Wilden und Exotischen und erinnern damit an die dominante europäische Sicht auf die Roma seit deren Ankunft in Europa im 12. Jahrhundert.

Kuratiert von Rainer Fuchs

museum moderner kunst stiftung ludwig wien
Museumsplatz 1, A-1070 Wien
T +43-1-25 00-0
www.mumok.at

Presse





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