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Forthcoming. Spekulationen im urbanen Raum

13. 04. - 4. 08. 2024 | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21, Düsseldorf
Eingabedatum: 16.04.2024

Forthcoming. Spekulationen im urbanen Raum

Anusha Alamgir, An Atlas of the Informal, 2021–2022, Künstler*inbuch, 52 S., 29,7 × 42 cm, Courtesy of the artistbilder


Von Beirut nach Dhaka, über Los Angeles und Berlin nach Brasilia und Neapel: In der Ausstellung Forthcoming. Spekulationen im urbanen Raum reagieren neun zeitgenössische Künstler*innen in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen auf
Umbrüche im städtischen Raum. Filminstallationen, Videos, Fotografien und Bücher beschäftigen sich mit Verlust und Zerstörung, Erinnerung und Wiederaufbau sowie auch Visionen und Ideen. Der Blick richtet sich auf die Stadt als Austragungsort von Zukunftsfragen – Fragen, mit denen kontinuierlich neue Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens verhandelt werden. Das Bevorstehende – „forthcoming“ – wird zum Moment der Spekulation über Zerfall, Erneuerung und Spuren des Vergangenen in dem, was gerade erst entsteht.

Im Zentrum der Ausstellung steht die raumgreifende Videoinstallation Sweet Talk Commissions Beirut (Solidere: 1994-1997), 2019, des libanesisch-US-amerikanischen Künstlers Walid Raad. Das Werk wurde 2021 von der Kunstsammlung NordrheinWestfalen erworben und wird auf einer beeindruckenden Breite von 15 Metern erstmals gezeigt. In den beiden angrenzenden Räumen sind sieben weitere künstlerische Perspektiven der Gegenwart zu sehen. Großstädte des globalen Südens (bei Raad, Alamgir, Do Divino Amor) rücken neben westliche Metropolen (bei Darabi, Zielony und Steyerl). Auch fiktionale Städte (bei Young und Roman) spielen eine Rolle und heben die Grenze zwischen Utopie und Dystopie auf. Zukunftsorientierte Spekulationen über die durch Klimaschutz, Künstliche Intelligenz und Globalisierung beförderten Transformationen stehen neben kritischen Blicken auf die historische Entwicklung urbaner Projekte, die aus den Fortschrittsversprechungen der Moderne entstanden sind.

Der Titel Forthcoming ist dem gleichnamigen, im Jahr 2000 erschienenen Buch des libanesischen Schriftstellers und Filmemacher Jalal Toufic (*1962) entnommen. Seine Ausführungen der Auswirkung von Katastrophen auf die Kultur als nonlineare Ereignisse in der Zeit spielen für Walid Raads gesamtes Werk eine zentrale Rolle. Der Begriff „forthcoming“ (das Bevorstehende) reflektiert spekulativ über einen nachträglichen Moment des Zerfalls und der Regeneration, in dem die Vergangenheit immer präsent ist. Toufics Bücher und eine Auswahl an weiterführender Literatur laden zu einer vertieften Beschäftigung mit den Themen der Ausstellung ein.

Mit Anusha Alamgir, Hannah Darabi, Guerreiro do Divino Amor, Walid Raad, Hedda Roman, Hito Steyerl, Liam Young, Tobias Zielony

Kurator*innen: Catherine Frèrejean, Doris Krystof, Victor Zaiden

Stiftung Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
www.kunstsammlung.de

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