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Acts of Voicing

Über die Poetiken und Politiken der Stimme

13.10.2012 – 13.1.2013 | Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Eingabedatum: 17.10.2012

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Die Stimme ist schwer zu fassen. Anders als Auge oder Ohr stellt sie kein einheitliches Sinnesorgan dar, sondern besteht aus dem flüchtigen Zusammenspiel mehrerer Organe wie Lunge, Stimmbänder, Zunge und Gaumen. Sie befindet sich immer zugleich innerhalb und außerhalb des Körpers, ist ebenso immateriell wie von beträchtlichem sozialem und politischem Gewicht. Sie bringt gleichermaßen Schrei und Rede, Sinn und Unsinn, Rauschen und Gesang hervor. Und sie ist nie nur Werkzeug der Artikulation, sondern immer auch mit Handlung verknüpft: Die Stimme kann Dinge benennen, befehlen oder einen Schwur leisten, Menschen für schuldig oder zu Mann und Frau erklären. „How to Do Things with Words?“ (Wie kann ich etwas mit Worten tun) lautete 1962 die Frage des Begründers der Sprechakttheorie John L. Austin.

Die Ausstellung Acts of Voicing widmet sich der ästhetischen, performativen und politischen Bedeutung der Stimme aus der Perspektive von bildender Kunst, Tanz, Performance und Theorie. Das Projekt rückt den Handlungs- und Aufführungscharakter der Stimme in den Blick. Dabei geht es gleichermaßen um die widerständige wie um die disziplinierte und disziplinierende Stimme, um solche Stimmen, die gehört, und andere, die nicht gehört werden. Der Kampf darum, seiner Stimme Gehör zu verschaffen, wird ebenso beleuchtet wie der Akt, Stimmen zum Schweigen oder zum Sprechen zu bringen.

Die Ausstellung, für die eine spezielle Architektur entwickelt wurde, zeigt hierzu nicht nur Werke von über 30 KünstlerInnen, sondern begreift sich zugleich als Bühne für Performances, Workshops und Vorträge sowie eine Reihe von prozessualen Installationen, die im Verlauf der Ausstellung erweitert werden und das Gesamtszenario beständig verschieben. Anstelle einer statischen Situation soll ein sich immer wieder verändernder
Erfahrungsraum entstehen, durch den hindurch sich die BesucherInnen auch im physischen Sinne auf unterschiedlichen Ebenen bewegen. Sowohl die
Ausstellungschoreografie als auch ihr Display spielen mit dem performativen Charakter der Stimme.

Das Projekt basiert auf einer Kooperation des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart mit dem Para/Site Art Space in Hongkong, dem Total Museum of Contemporary Art in Seoul sowie Caminul Cultural in Bukarest und wurde bzw. wird von den KuratorInnen Iris Dressler, Hans D. Christ, Christine Peters, Cosmin Costinas und Nathalie Boseul Shin entwickelt.

Zur Ausstellung erscheint ein Reader und ein detailliertes Programmheft. Sie wird 2013 in modifizierter Form im Para/Site Art Space in Hongkong und im Total Museum in Seoul zu sehen sein. Eine abschließende Dokumentation des Projektes erscheint im Herbst 2013.

Künstlerliste: Bani Abidi, Daniel Garcia Andujar, Anonym / Transgender Voice, John Baldessari, Samuel Beckett, Gérard Courant, deufert + plischke, Ines Doujak, Juan Manuel Echavarria, Tim Etchells, Rainer Ganahl, Mariam Ghani, Gary Hill, Anette Hoffmann / Matei Bellu / Regina Sarreiter, Karl Holmqvist, Ranjit Hoskoté, Jacques Lacan, Minouk Lim, Nazario Luque, Mara Mattuschka, José Pérez Ocana, Manuel Pelmus, David Riff / Dmitry Gutov, Anri Sala, Smith / Stewart, Marcus Steinweg, Imogen Stidworthy, Rasa Todosijević, Fadi Toufiq, Ingrid Wildi Merino / Decolonial Group Berlin, Katarina Zdjelar, Yang Zhenzhong und andere


Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
D - 70173 Stuttgart
T: +49 (0)711 - 22 33 70
wkv-stuttgart.de

pm



Daten zu Tim Etchells:


- Göteborg Biennial for Contemporary Art, 2009

- Kunstverein Braunschweig 2016

- Kunstverein Braunschweig 2017

- Manifesta 7


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