Till Krause Kunde von Nirgendwo @KVHBF Vitrinen

20. März - 16. Mai 2021 | Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg
Eingabedatum: 19.03.2021

Till Krause Kunde von Nirgendwo @KVHBF Vitrinen

Courtesy Kunstverein Harburger Bahnhofbilder

Freie Flusszone Süderelbe. Hypothetische Schließung für die Binnenschifffahrt. ist ein Kunst- und Forschungsvorhaben der Galerie für Landschaftskunst, einem freien Künstlerprojektraum in Hamburg, zur Neubestimmung eines Landschaftsraumes. Bei Hamburg spaltet sich die Elbe für einige Kilometer in zwei Arme, beide sind zu kanalähnlichen Schifffahrtsstraßen umgebaut. Wäre es angesichts dieser Doppelung möglich, einen Teil des einen Arms aus der ökonomischen Nutzung zu lösen? Was würde dann hier geschehen und welch ein neuartiger Stadt- und Landschaftsraum könnte sich entwickeln? Der etwa sieben Kilometer lange Abschnitt der Süderelbe zwischen Elbbrücken und Bunthäuser Spitze wird zur Freien Flusszone erklärt. Das Projekt wurde 2011 von Till Krause initiiert und entwickelt gemeinsam mit vielen Beteiligten in Aktionen, Kunst und wissenschaftlicher Forschung die Idee von einem neuen Fluss- und Stadtraum.
In den Vitrinen des Kunstverein Harburger Bahnhof wird im Frühjahr 2021 eine besondere Entdeckung aus dem Gebiet der Freien Flusszone präsentiert.

„Kürzlich machten wir in dem Dorf Bullenhausen ganz in der Nähe Harburgs einen Fund. Auf einer Seitenstraße in einem Sperrmüllhaufen lagen fünf Papierblätter mit einem Textausdruck, überschrieben mit der Zeile Abschrift nach den Papieren meiner Urgroßmutter Natalie Liebknecht. Ein vergessener Abschnitt aus William Morris’ KUNDE VON NIRGENDWO. Da uns der Fund eigenartig vorkam, nahmen wir ihn mit und begannen nachzuforschen. Natalie Liebknecht (1835–1909), im Netz ist wenig über sie zu finden, aber sie muss Erstaunliches bewirkt haben. Ihr Leben war eng mit der frühen sozialistischen Bewegung des 19. Jahrhunderts verbunden. Gemeinsam mit der Schriftstellerin Clara Steinitz (1844–1931) fertigte sie die erste deutsche Übersetzung von William Morris’ Roman News from Nowhere an. William Morris (1834–1896) war ein in England lebender Künstler, dessen Tätigkeit Malerei, Kunstgewerbe, Architektur, Dichtung bis hin zu den Ingenieurs- und Buchdruckkünsten vereinte. 1890 erschien seine Erzählung News from Nowhere – ein idyllischer Traum von einer zukünftigen Gesellschaft nach der kommunistischen Revolution – in The Commonweal, der Zeitschrift der britischen Socialist League. Bereits 1892/1893 erschien die Übersetzung unter dem Titel Kunde von Nirgendwo in der sozialistischen Zeitschrift Die Neue Zeit in Deutschland.

Der Text scheint zunächst von einem unbedeutenden Spaziergang zu handeln, aber schnell führt er zu merkwürdigen Beschreibungen und Gedanken. Ein vergessener Abschnitt des Romans, so heißt es im Manuskript. Vergessen von William Morris? Von den Übersetzerinnen? Aus motivischen Vergleichen könnte man folgern, der Text stehe in Verbindung mit dem fünften Kapitel des Romans. Aber weder in den bekannten Veröffentlichungen noch in zugänglichen Handschriften von William Morris existiert eine solche oder ähnliche Passage.

Und ein weiterer Umstand scheint uns merkwürdig: der Fundort. Bullenhausen ist Teil eines Gebietes entlang der Süderelbe, das wir 2011 zur Freien Flusszone ausgerufen haben – gepaart mit der These der hypothetischen Schließung für die Binnenschifffahrt. Die verschiedensten Aktionen von Kunst bis hin zu naturwissenschaftlicher Forschung kreisen seitdem um das Gebiet, einige leise und ganz um ihrer selbst willen, andere lauthals und herausfordernd. Was ist das für ein Gebiet, was könnte hier sein? Könnte es den auferlegten ökonomischen Funktionen und Beschränkungen entrissen werden und sich völlig verwandeln? Ausgerechnet hier ein solches Manuskript zu finden, kommt uns wie eine Frage oder Aufforderung vor. Darum entschließen wir uns zur Veröffentlichung. In den Vitrinen des Kunstverein Harburger Bahnhof soll der Fund nun zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Von den Vitrinen aus führen mehrere Führungen und Streifzüge in das Gebiet der Freien Flusszone und zum Fundort.“

(Text: Till Krause)


Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Bahnhof über Gleis 3&4
Hannoversche Straße 85
21079 Hamburg

www.kvhbf.de



Presse



Till Krause:


- art berlin 2017

- GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen 2015

- Kunstverein GAK Bremen 2016

- Kunstverein Harburger Bahnhof 2017


Anzeige
vonovia award-teilnahme


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image

Chatbot

Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

»No Body Get a Head, 1991–2020« von Pieter Schoolwerth

11.04.-13.6.2021 | Kunstverein Hannover

Card image cap

Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung ging an Ralf Gudat

bis 04.07. 2021 | Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe

Card image cap

Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2020 geht an Hannah Weinberger

Junge Kunst aus der Schweiz ist noch bis zum 25.4.2021 zu sehen. | Kunstmuseum Bonn

Card image cap

Heba Y. Amin - neue Professorin für für Digitale und Zeitbasierte Kunst

April | Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK Stuttgart)

Card image cap

Online-Anmeldung für Masterstudium

April | Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle