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Urs Stahel kuratiert das 6. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg

Personalien:

18.9.-15.11.2015
Eingabedatum: 23.09.2014

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Ein Jahr vor Beginn des 6. Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg freut sich das Auswahlgremium bekanntgeben zu dürfen, dass Urs Stahel die 6. Ausgabe des Fotofestivals kuratieren wird. Urs Stahel, geboren 1953 in Zürich, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich. Er arbeitete als Redakteur und Kunstkritiker für Feuilletons und Kunstmagazine. 1993 gründete er zusammen mit Walter Keller und George Reinhart das Fotomuseum Winterthur, das sich in den 20 Jahren unter seiner Leitung zu einem der wichtigsten Häuser für Fotografie entwickelt hat. Der international tätige Fotografiespezialist ist heute selbständiger Kurator, Autor und Dozent. Er ist unter anderem tätig als Gastprofessor an der Universität Zürich, als Dozent an der Zürcher Kunsthochschule und als Kurator des neuen Zentrums für Industriekultur in Bologna, MAST. Er kuratierte zahlreiche Ausstellungen weltweit und verfasste Publikationen der bekanntesten Fotokünstler.

Urs Stahel über seine Ernennung: „Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg hat sich zu einer viel beachteten europäischen Biennale entwickelt. Fotografie wird hier wirklich ernst genommen.“

Das Auswahlgremium, bestehend aus ehemaligen Kuratoren des Festivals, den Leitern der teilnehmenden Kulturinstitutionen und den Hauptverantwortlichen des Trägervereins, hat sich in einem mehrgängigen Auswahlverfahren für den Schweizer Kurator entschieden.

Das Gremium begründet seine Wahl: „Urs Stahel ist ein international renommierter Kurator und im Bereich der Fotografie ein angesehener Experte. Seine Erfahrung und sein Wissen werden das Fotofestival im nächsten Jahr zu einem besonderen Erlebnis machen. Mit Urs Stahel ist es gelungen einen gleichermaßen bekannten wie inhaltlich hoch interessanten Kurator zu gewinnen, der dem Fotofestival neue Akzente und Impulse gibt.“

Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg gilt als das größte kuratierte Fotofestival in Deutschland. Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2005 hat sich das Fotofestival zu einer viel beachteten europäischen Biennale entwickelt. Alle zwei Jahre stellt das Fotofestival zeitgenössische Tendenzen der Fotografie wie auch richtungsweisende Positionen der Fotogeschichte durch Ausstellungen und begleitenden Veranstaltungen zur Diskussion.

Für die Realisierung des Fotofestivals arbeiten Kulturveranstalter und -förderer einer ganzen Region eng zusammen. Ein übergreifendes Ausstellungskonzept verbindet dabei drei Städte und die teilnehmenden Kulturinstitutionen. Im kommenden Jahr werden in acht Museen und Kunstvereinen Werke von internationalen Künstlern präsentiert. In Mannheim sind die teilnehmenden Institutionen die Kunsthalle Mannheim, die Galerie im Kreativwirtschaftszentrum und ZEPHYR der Reiss-Engelhorn-Museen. In Ludwigshafen werden im Kunstverein Ludwigshafen und im Wilhelm-Hack-Museum Ausstellungen zu sehen sein. Die Ausstellungsorte in Heidelberg sind der Heidelberger Kunstverein, die Sammlung Prinzhorn u.a.

www.fotofestival.info

Presse








Weiteres zum Thema: Urs Stahel



Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz (Jan. 02)


Mit Fotokunst aus der Schweiz setzt der Neue Berliner Kunstverein (NBK) seine Ausstellungsreihe fort, die der Fotografie verschiedener Länder gewidmet ist.
Neun Künstler und Künstlerinnen hat der Kurator Urs Stahel, Direktor des Fotomuseums Winterthur, ausgewählt, um möglichst unterschiedliche Positionen der Schweizer Fotografie zu verdeutlichen.
Während der vordere Raum durch die stark verfremdeten Stadtansichten Strbas, die beleuchtete Rauminstallation von Buetti und die Körperbilder Rondinones an einer grünen Wand dominiert wird, entwickeln die kleinteiligen Arbeiten von Marco Poloni und Peter Tillessen einen ganz anderen Zugang: Poloni wurde durch Berichte in italienischen Tageszeitungen auf die illegalen albanischen Einwanderer aufmerksam und kam so auf die Idee, den heimlichen Reiseweg eines fiktiven Migranten über Süditalien, den Hafen von Otranto über Mailand bis in die Schweiz in vielen kleinen Sequenzen festzuhalten und diese zusätzlich mit szenischen Anweisungen zu Kamerastandpunkt, Geräusch und Geschehen zu bezeichnen. Alles wird aus der Sicht des Migranten gezeigt; er selbst bleibt, wie in der Gesellschaft, unsichtbar. Es entsteht eine künstliche Dokumentation, die bewußt mit dem Übergang von Fotografie zu Film spielt. Tillessen (übrigens in Hanau geboren) zeigt Serien mit den Titeln "Aktionskünstler", "Kunst am Bau", "Degenerative Bilder", die den Blick auf absurde Motive des Alltags lenken. Unprätentiös als einfache Ausdrucke an die Wand gepinnt, sind sie mit ihrer Art des Humors nach Stahels Aussage vielleicht am ehesten in eine Schweizer Tradition (Fischli/Weiss) zu stellen.
Im Nebenraum erinnern Hans Danusers "Frozen Embryo Series" von weitem an steinerne Landschaften; sie enthalten zugleich Leben und Tod. Weiter die absonderlichen Mädchenbilder von Katrin Freisager, meditative Landschaftsblicke kombiniert mit Tokioter Stadtansichten von Cat Tuong Nyuyen, die urbanistischen Situationen von Claudio Moser.
Die Fotoszene in der Schweiz habe in den letzten 15 Jahren einen großen Boom durchgemacht, und Stahel legt Wert auf die Feststellung, daß man die Anzahl der Künstler gut hätte verdreifachen können, ohne einen Qualitätsverlust hinzunehmen (und einige dieser Künstler nennt er in seinem Katalogtext). Die stark gestiegene Popularität der Fotografie ist aber auch in anderen Ländern zu verzeichnen und so bleibt die Frage nach einer Schweizer Schule, die man in dieser Ausstellung zumindest nicht findet. Wie der Künstler Marco Poloni sagt: "Charakteristisch für den Schweizer Künstler ist, daß an ihm nichts Charkateristisches ist." Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz ist international und hier kontrastreich und interessant präsentiert.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar im NBK (Neuer Berliner Kunstverein), Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin. Öffnungszeiten sind Mo - Fr 12 - 18 Uhr, Sa, So 12 - 16 Uhr.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Ernst Wasmuth Verlag erschienen (19 Euro) mit einem Textbeitrag von Urs Stahel.

Rineke Dijkstra erhält Hasselblad Award 2017


The Hasselblad Foundation is pleased to announce that Dutch artist Rineke Dijkstra is the recipient of the 2017 Hasselblad Foundation International Award in Photography to the sum of SEK 1,000,000 (approx. EUR 100,000). The award ceremony will take place in Gothenburg, Sweden, on October 9, 2017. A symposium will be held on October 10 in honor of Rineke Dijkstra, followed by the opening of an exhibition of her work at the Hasselblad Center, as well as the launch of the book Rineke Dijkstra – Hasselblad Award 2017.

Motivation
The Foundation´s citation regarding the Hasselblad Award Winner 2017, Rineke Dijkstra:

»Rineke Dijkstra is one of the most significant contemporary artists working in photographic portraiture. Her largescale photographs focus on the thematics of identity, typically capturing her subjects at moments of transition or vulnerability. Working in series, Rineke Dijkstra’s images recall the visual acuity of seventeenth-century Dutch portraiture, offering intimate portrayals of her sitters whilst also suggesting the situated aspects of their being. Rineke Dijkstra’s investigations in portraiture also include video. Her fixed-camera video studies yield images that appear to be moving photographs, revolutionizing our understanding of the fluid boundary between the still and moving image.«

The jury
The Hasselblad Award Jury that submitted its nomination to the Hasselblad Foundation’s Board of Directors, consisted of:

Duncan Forbes, Chair
Curator and writer based in London and Los Angeles, and Visiting Research Fellow at the Institute for Modern and Contemporary Culture, University of Westminster, London

Jennifer Blessing
Senior Curator, Photography, Solomon R. Guggenheim Museum, New York

Simon Njami
Curator and Writer, Paris

Esther Ruelfs
Head of Photography and New Media Department, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Mark Sealy
Curator and Director, Autograph ABP, London

»Rineke Dijkstra’s photographs and films speak brilliantly to the intricacy of the portrait image: its embodiment in time; its capacity to reveal history; the contingency of the act of exchange between sitter, photographer and spectator; and, ultimately, photography’s revelation of the self. At a moment when the portrait image dissipates itself in an economy of narcissism and fractal celebrity, Rineke Dijkstra reminds us of the photographic portrait’s public potential,« notes Duncan Forbes, Chair of the Jury for the Hasselblad Award 2017.

»Rineke Dijkstra has developed an impressive body of work focusing exclusively on portraiture. Her close studies of the transformation of young people into adults are captivating. Furthermore, we are proud that Rineke Dijkstra is the first Dutch recipient of the Hasselblad Award,« states Christina Backman, Managing Director of the Hasselblad Foundation.

About Rineke Dijkstra
Over the past thirty years, Rineke Dijkstra has been established as one of the most prominent and internationally acclaimed artists working within the genre of photography and video portraiture. Her large-scale photographs and films often focus on children, adolescents, and young adults, offering subtle explorations of the formation and representation of identity. Rineke Dijkstra pursues an existential photography, but one that encourages us to focus on the exchange between photographer and subject and the relationship between viewer and viewed.

Among her earliest work from the early 1990s is a series of photographs depic-ting mothers and their newborn children moments after the delivery, as well as portraits of bullfighters directly after leaving the ring. In these works, Rineke Dijkstra aimed at capturing contradictory emotions – exhaustion, joy, fear, relief – experienced simultaneously in extreme circumstances. In the series Beach Portraits (1992–2002), she portrayed children and teenagers on beaches in Eastern and Western Europe, and the USA. As they are standing in front of her large format camera, she poignantly reflects their vulnerability and self-awareness during a period of transition from children to adolescents.

A notable characteristic of Rineke Dijkstra’s oeuvre is her long-term projects, photographing the same people over several years, witnessing the changes as well as the distinctive traits in their personalities. The most noted and still ongoing of these projects started in 1994, when Rineke Dijkstra encountered and photographed a six-year-old Bosnian girl named Almerisa Sehric in a Dutch refugee center for asylum-seekers. She has continued to photograph Almerisa every few years, documenting her transition into a teenager, then a young adult becoming a part of Dutch culture, and eventually becoming a mother.

Portraying an individual and her personal journey from being a refugee to being part of a new society, this body of work has been highly relevant for more than twenty years. It continues to resonate in the current political climate, contrasting the way in which asylum seekers and migrants are often merely described as numbers.

The series Olivier (2000–03) visualizes another kind of physical and psycho-logical development, namely that of a young man becoming a soldier – from his enlistment with the French Foreign Legion through his years of service. Similarly Rineke Dijkstra has photographed new initiates to the Israeli army, such as the female soldier Shany, whom she photographed on her first induction day in uniform, until after she quit the army (2002–2003).

Since the mid-1990s, Rineke Dijkstra has expanded her unique modes of port-raiture to video, offering sensitive studies of young people. Video works such as The Buzz Club, Liverpool, UK/Mystery World, Zaandam, NL (1996–97), and The Krazyhouse (Megan, Simon, Nicky, Philip, Dee), Liverpool, UK (2009), show teenagers from local clubs dancing to their favorite music in multi-channel video installations. The two video works I See A Woman Crying (Weeping Woman), and Ruth Drawing Picasso, both made in 2009 at Tate Liverpool, focus on children’s attentive response to artworks. In more recent video works from 2014, Rineke Dijkstra has filmed girls rehearsing at a Russian gymnastics school or auditioning for the prestigious Vaganova Ballet Academy in St. Peters-burg, portraying humanity in beauty, and perfection.

Biography
Rineke Dijkstra was born in 1959 in Sittard, the Netherlands. She lives and works in Amsterdam, where she was educated at the Gerrit Rietveld Academy. A large retrospective of Rineke Dijkstra’s work was shown at the Solomon R. Guggenheim Museum, New York and San Francisco Museum of Modern Art in 2012. She has had major solo exhibitions at the Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main (2013), the Stedelijk Museum (2012), the Jeu de Paume (2004), and the Art Institute of Chicago (2001). Her works have also been shown at Tate Liverpool (2010) and Bonniers Konsthall, Stockholm (2011). Her publications include Portraits, edited by Hripsimé Visser and Urs Stahel (München: Schirmer/Mosel, 2004) and Menschenbilder, edited by Ute Eskildsen (Göttingen: Steidl, 1998). Coinciding with the exhibition at the Hasselblad Center, a retrospective of Rineke Dijkstra’s work will be held at Louisiana, Museum of Modern Art, Humlebæk, in the autumn of 2017. Both exhibitions make up the first larger presentation of Rineke Dijkstra’s work in Scandinavia.

About the Hasselblad Foundation
The Hasselblad Foundation was established in 1979 under the terms of the last will and testament of Erna and Victor Hasselblad. The purpose of the Foundation is to promote scientific education and research in photography and the natural sciences. The Foundation’s annual international award for outstanding achievements in photography, awarded in 2017 to Rineke Dijkstra, is considered one of the most prestigious photography awards worldwide.

The Foundation holds a photography collection focusing on Hasselblad Award Winners and Nordic photographers. The Hasselblad Center is the Foundation’s exhibition space, situated in the Gothenburg Museum of Art. Further stipends for studies and residencies are awarded each year, and the Foundation itself is actively engaged in the field of academic and artistic research through the publication of books, the organization of symposiums, and other public events.

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