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pieces of mind - Haus am Kleistpark Berlin vom 18.11.01


Eingabedatum: 18.11.2001


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pieces of mind - eine Ausstellung im Haus am Kleistpark

Auf der Dia-Installation sind riesige rosa Seerosen vor dem Hintergrund der Stadtsilhouette Venedigs zu sehen - Moment mal, Seerosen in der Lagune? Nach dem schnellen ersten Blick wird deutlich: bei den Seerosen handelt es sich eigentlich um umgewandelte Spülhandschuhe und damit um eine weitere Arbeit aus dem work in progress der chinesischen Künstlerin Ping Qui.
Überhaupt der zweite Blick: er ist erforderlich bei den Fotografien von Objekten der Künstlerin Salome Haettenschweiler - scheinbar glamouröse Handtaschen, aber eigentlich Skulpturen von Entrümpeltem, das nach seinem Glanzauftritt wieder in die Vergessenheit entschwindet. Genaueres Hinsehen verlangen auch die bemalten Holzscheiben von Maren Krusche, die an eine Reihe von Seifenblasen oder Perlen erinnern und eine auf die Wand gemalte Fortsetzung finden, so als ob Schatten das Reale reflektierten. Und erst nach einem Augenblick des Verwunderns wird deutlich, daß die kleine Installation "ein bißchen Zeit" nichts anderes als das Innere eines Loches zeigt, das die Künstlerin Renate Herter durch die Wand gebohrt hat.

Kuratorin Klara Wallner hat die eher trockenen Räume gelungen bespielt: Zwei Videokabinette mit Videos von Anna Werkmeister und Yaeko Osono/Danny Nimbis bilden die Endpunkte, verbunden sind die Arbeiten über die Räume hinweg durch das Ausstellungsdesign der Gruppe rude_architecture, das u. a. aus Hockern, die an einer Leine von den Besuchern mitgenommen werden können, besteht. Damit wird einerseits die Möglichkeit gegeben, länger, ohne zu ermüden, vor den Arbeiten zu verweilen, zum anderen wird ein spielerisches Element eingebracht (und das kam zumindest bei der Eröffnung auch gleich gut an).

Pieces of mind sollen eine Bewegung nach innen beschreiben; viele der Arbeiten beschäftigen sich mit Sein oder Schein, mit Geschwindigkeit und Erinnerung, was der Ausstellung einen ruhigen, fast meditativen Grundcharakter gibt. Alle ausstellende Künstlerinnen leben und arbeiten in Berlin und sind zum Teil GEDOK-Mitglieder.

Mit dieser Ausstellung feiert die GEDOK-Berlin (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V.) ihr 75-jähriges Bestehen: vielleicht ein Geburtstagsgeschenk waren die Mittel des Hauptstadtfonds, die die Ausstellung und ein zusätzliches Musikbegleitprogramm ermöglicht haben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Dezember 2001im Haus am Kleistpark, Grunewaldstr. 6-7, 10823 Berlin zu sehen. Öffnungszeiten sind Di - So 14 - 19 Uhr, Eintritt frei. Das Konzert zur Ausstellung findet am 3.12. 2001 um 20 Uhr statt.


Christine Roth


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