David Rabinowitch The Construction of Vision

12.05. - 16. 07. 2017 | Museum Wiesbaden
Eingabedatum: 13.05.2017

Werkabbildung

David Rabinowitch, Construction in 17 Masses and 5 Scales (Sculpture for Hermann Minkowski), 2012. Foto: Heiner Thielbilder

Das Zeichnen war für David Rabinowitch lange Zeit untrennbar mit der Bildhauerei verbunden. Bis zu The Construction of Vision, einer Werkreihe, die er 1969 begann, wurden Zeichnungen immer mit Bezug auf die Bildhauerei angelegt (oder hatten andere Referenzen, beispielsweise architektonische). Auch wenn die Zeichnungen aus The Construction of Vision nun keine direkte Referenz zur Bildhauerei mehr aufweisen, liegen ihnen gleichwohl Strategien zugrunde, die Rabinowitch für die von 1964–74 geschaffenen bildhauerischen Werke entwickelt hat.

Die Zeichnungen übertragen die formalen und wahrnehmungsbezogenen Anliegen der Bildhauerei David Rabinowitchs mit Tinte und Graphit auf das Papier. Dabei bleiben die ursprünglichen Merkmale einer Zeichnung erhalten. Sie erfüllen alle Kriterien eines unabhängigen und völlig eigenständigen Kunstwerkes.
Der Fokus der rund 60 Werke umfassenden Ausstellung liegt auf diesen und weiteren im Zuge des bildhauerischen Schaffens angefertigten Zeichnungen, die den gleichen ästhetischen Prämissen folgen. Fünf Skulpturen, deren Planung in den Zeitraum 1969–75 fällt, komplettieren die Ausstellung.

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2,
65185 Wiesbaden
museum-wiesbaden.de

Presse






Daten zu David Rabinowitch:

- Art Basel 2013
- Chinati Foundation Collection ,Marfa
- documenta 7, 1982
- documenta 8, 1987
- MoMA Collection
- S.M.A.K. Sammlung, Gent
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Sammlung, Museum of Contemporary Art in Krakow
- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: David Rabinowitch



Die Natur der Kunst - Kunstmuseum Winterthur


In welchem Verhältnis stehen Künstler zur Natur? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung "Die Natur der Kunst. Begegnungen mit der Natur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart". Anhand von Gemälden der letzten 150 Jahre soll das Verhältnis Kunst und Natur erforscht werden.

Das Spektrum der ausgewählten Kunstwerke reicht dabei von der französischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts über die klassische Moderne bis in die Gegenwart.
Den Anfang der Ausstellung bilden die intimen Landschaften der Impressionisten (u.a. von Delacroix, Courbet, Monet und Renoir), die die Natur in atmosphärischen Momentaufnahmen festzuhalten versuchten. Die Landschaftsdarstellung findet eine ekstatische Steigerung in den Gemälden Van Goghs und wird schließlich von Ferdinand Hodler in seinen berühmten Berglandschaften symbolisch überhöht.

Mit Paul Cezanne´s Gemälden markiert die Ausstellung das Eintreten der Moderne, in der die internen Formgesetze des Kunstwerks in den Vordergrund treten. Es werden unter anderem Arbeiten von Constantin Brancusi, Piet Mondrian und Paul Klee zu sehen sein, die die Natur in ihren Kunstwerken gänzlich neu bestimmen und erschaffen wollen.

Als erneuter Bruch im Umgang mit "Natur" wird Jackson Pollocks Werk vorgestellt. Mit seinem Ausspruch “I am nature” tritt der Künstler selbst als Natur auf und versinnbildlicht mit seiner Geste natürliche Energie. Einer solchen Position werden wiederum Künstler gegenübergestellt, die sich mit der Darstellung von Naturprozessen beschäftigen. Zu ihnen zählt die Ausstellung beispielsweise Richard Long, Giovanni Anselmo und Roman Signer.

Ein ganzer Saal wird den Lackgemälden Gerhard Richters gewidmet, der mit seinen Gemälden "zur romantischen Tradition der Landschaftsmalerei zurückkehrt" (so die Ausstellungsmacher). Seine Abstraktionen sind stets auch dem Prinzip des Zufalls unterworfen und versinnbildlichen somit unsere Erfahrung mit einer übermächtigen Natur.


Ausgestellte KünstlerInnen:

19. und frühes 20. Jahrhundert:
Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Antoine Chintreuil, Lovis Corinth, Gustave Courbet, Charles-François Daubigny, Eugène Delacroix, Narcisse Diaz de la Peña, Giovanni Giacometti, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Barthélémy Menn, Claude Monet, Camille Pissarro, Odilon Redon, Pierre-Auguste Renoir, Théodore Rousseau, Edouard Sain, Traugott Schiess, Giovanni Segantini, Alfred Sisley, Johann Gottfried Steffan, Constant Troyon, Félix Vallotton, Louis Valtat

Klassische Moderne:
Hans Arp, Constantin Brancusi, Max Ernst, Paul Klee, Fernand Leger, Piet Mondrian, Pablo Picasso

Nachkriegszeit und Gegenwart:
Giovanni Anselmo, Pedro Cabrita Reis, John Cage, Vija Celmins, Jan Dibbets, Barry Flanagan, Lucio Fontana, Hamish Fulton, Francesco Gennari, Richard Hamilton, Richard Long, Sylvia Plimack Mangold, Brice Marden, Agnes Martin, Mario Merz, Joan Mitchell, Giuseppe Penone, Jackson Pollock, David Rabinowitch, Gerhard Richter, Thomas Schütte, Roman Signer, Thomas Struth, Richard Tuttle, Lawrence Weiner

Abbildung: Paul Klee, Blühendes, 1934, Ölfarben auf Leinwand, 81,5 x 80 cm, Kunstmuseum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
©2010 Pro Litteris, Zürich

Ausstellungsdauer: 31.10.10-27.2.11

Öffnungszeiten:
Di 10–20 Uhr
Mi-So 10–17 Uhr

Kunstmuseum Winterthur
Museumstrasse 52
CH-8400 Winterthur

kmw.ch

Kyrill Koval


Unter dem Titel "Radikalbaustellen" – Die neuen Antworten des Materials zeigt der russische Künstler Kyrill Koval im Kunstverein Grafschaft Bentheim Installationen, Fotografien und Zeichnungen.

Kyrill Koval wurde 1968 in Sankt Petersburg geboren, studierte von 1991 bis 1992 an der Kunstakademie St. Peterburg und von 1994 bis 2000 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Man sieht sie überall, Baustellen, Gruben, Löcher, Gerippe aus Gerüstteilen, Baustützen und Armaturstäben. Diese Orte als Kunstmaterial zu begreifen und als Quellen für seine Materialien zu benutzen, ist ein zentrales Thema seiner künstlerischen Arbeit der letzten Jahre.
Die Referenzen zur Minimal Art und und zum Konstruktivismus der 1920er Jahre wie auch zu seinen Düsseldorfer Lehrern Gerhard Merz und David Rabinowitch sind in Kovals Arbeiten erkennbar.

Der hohe Grad an Abstraktion seiner Arbeiten verweist auf die zunehmende Gesichtslosigkeit des modernen Stadtraums überall auf der Welt, wo man charakteristische Merkmale zunehmend verdrängt und mit genormten visuellen Elementen überlagert, die global gelesen werden können.
Wenn der Künstler über die Ästhetik eines industriell gefertigten, normierten Gegenstandes reflektiert, denkt er zugleich auch über dessen Gestaltungsprinzipien nach.

Das Bauhaus z.B. nahm industriell verarbeitete Materialien in das Repertoire der künstlerischen Gestaltungsmittel auf. Bauhauskünstler glaubten an eine Welt, in der sich Kunst und Leben durchdringen und sich allein durch reine Formen und Farben eine ästhetisch gute Umwelt schaffen ließe.
Heute findet Koval vor allem auf Baustellen noch Überbleibsel dieser Idee und holt sie in den Kunstraum zurück – und damit an jenen Ort, an dem grundlegende Ordnungsprinzipien einst präzise definiert wurden.

Was ist konsequenter in der Rückbesinnung auf den Raum und seine philosophische Erfassung, als Kyrill Kovals Forderung nach „Radikalbaustellen“? Denn, wie Donald Judd sagte: „Es liegt etwas von Objektivität in der nackten Identität eines Materials.“ (D. Judd, „Specific Objects“, 1964)

Abbildung: Copyright Kyrill Koval

Öffnungszeiten: mi–sa 15 –18, so 11–18 Uhr

Kunstverein Grafschaft Bentheim
D 49828 Neuenhaus
tel. +49 5941-9 80 19
kunstverein-grafschaft-bentheim.de


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