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Kunst auf dem Schirm. Zur Eröffnung von kunstradar, Düsseldorf ( bis 1.12.07)

Eingabedatum: 16.10.2007

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Wenn Sonja Lehnert ihren Radar anschaltet, dann möchte sie damit ganz bestimmte Objekte orten. Die junge Kulturwissenschaftlerin ist auf der Suche nach Kunst, die entweder ihr selbst oder aber diversen Firmen ins Konzept passt. Am Freitag, den 12.10.2007 hat sie den Startschuß für ihr kleines Unternehmen >kunstradar< abgefeuert und zur Vernissage der ersten Ausstellung in ihren Galerie- und Büroräumen auf der Oberbilker Allee geladen.

>kunstradar< ist nicht nur eine Galerie. Unter dem Namen verbirgt sich auch eine Kunstberatungsagentur und eine Projektgruppe. Es sind also gleich drei Standbeine, auf die Lehnert ihren >kunstradar< stellt. Genau genommen sind es sogar vier: Die “Brötchen“ nämlich verdient sich Sonja Lehnert durch ihre hauptberufliche Tätigkeit im PR-Bereich. Ziel ist es jedoch, sich irgendwann ganz vom Geschäft mit und um die Kunst herum finanzieren zu können. Dabei versteht sich Lehnert als Multiplikatorin, die an der Schnittstelle von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Kunst zu vermitteln vermag. Ihr Galerieprofil hat sie auf junge "Vollblutkünstler" ausgerichtet, die sie auf dem Kunstmarkt etablieren, durch Ausstellungen und Projekte bekannt machen und mit anderen Künstlern, Off-Spaces oder Kulturinstitutionen vernetzen möchte. So ist z.B. für den Februar des nächsten Jahres eine Zusammenarbeit mit dem Kulturofen NRW e.V. in Düsseldorf geplant.

In ihrer Eröffnungsausstellung zeigt Lehnert sieben Künstler aus dem Bereich Malerei und Photographie: Helge Emmaneel, Gesine Kikol, Anne Lass, Max Czycholl, Seok Lee, Markus Oeffinger und Sebastian van den Akker. Die doch sehr heterogenen künstlerischen Positionen hängen quer gemischt durcheinander. Seok Lees >Ideoplasma (Nr. 2)Schön hier II< der Immendorff-Schülerin Gesine Kikol behaupten. Im selben Raum ist auch Sebastian van den Akkers Photoserie >One day in Beijing< zu sehen. Die Farbphotos zeigen bühnenhaft ausgeleuchtete Szenerien, deren Protagonisten scheinbar in Gedanken versunken, seltsam fremd in ihrer Umgebung wirken. Eine ganz andere photographische Arbeitsweise legt Max Czycholl an den Tag, der im Stadtbild vorgefundene “Alltags-ready-mades“ auf Hochglanzformate bringt. Diese wiederum werden den Gemälden von Markus Oeffinger gegenübergestellt, die meist aus einem Zusammenspiel von bunten Farbschlieren, Strichobjekten, Tupfen, Flecken und figürlichen Elementen bestehen.

So reihen sich Photos und Malerei sowie die verschiedenen künstlerischen Zielsetzungen leider recht bezugslos aneinander. Vielleicht jedoch wird Lehnerts Radar in Zukunft noch auf gebündeltere, stringentere (Kunst)wellen stoßen und somit einen lebhaften Beitrag zur Düsseldorfer Kunstszene leisten.

Abbildungen
Sebastian van den Akker >One Day in Beijing

Stefanie Ippendorf


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