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SINOPALE 6: „TRANSPOSITION“

Biennale

noch bis 17. September 2017 | Sinop, Turkei
Eingabedatum: 25.08.2017

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Eröffnung der Ausstellung: 19. August 2017 / Finissage-Wochenende 16./17. September 2017

Die Sinopale, die Internationale Biennale für Zeitgenössische Kunst in Sinop am Schwarzen Meer, wird in diesem Sommer stattfinden. Gerade im Rahmen der politisch prekären Situation in der Türkei ist es uns wichtig, den transkulturellen Austausch zwischen den Künstlern und Künstlerinnen zu fördern und zivilgesellschaftliche Prozesse zu stärken. Die Sinopale 6 setzt auf Prozesse der Teilhabe. Die Künstler und Künstlerinnen arbeiten zusammen mit Akteuren vor Ort, nehmen die Situation, die lokalen Initiativen und die Menschen ernst. Seit der kurzfristigen, aufgrund der politischen Lage notwendigen Entscheidung im Sommer 2016, die Biennale zu verschieben, halten wir die Prozesse der Transposition und Transformation in Gang. Die Beziehungen zwischen allen Akteuren haben sich gefestigt. So werden Ausstellungen, Interventionen und Aktionen an verschiedenen Orten in der Stadt zu sehen sein sowie unterschiedliche Workshops und ein Filmfestival im Rahmen der Sinopale stattfinden.

KONZEPT
Im Sommer 2017 kommen zum 6. Mal internationale zeitgenössische Künstler ins türkische Sinop. Sinop, eine Stadt am Schwarzen Meer, ist heute eine Shrinking City an der Peripherie, mit vielfältigen, die Stadtstruktur deutlich prägenden Spuren ihrer grandiosen Geschichte: Sinope, benannt nach der Nymphe, die sich Zeus verweigerte, war der Geburtsort des antiken Philosophen Diogenes. Aus der Region kommt das rote Pigment für die Sinopie, die in ganz Europa bis ins 16. Jahrhundert hinein gebräuchliche Vorzeichnung von Fresken. In der Osmanischen Zeit fungierte die Ansiedlung als bedeutendes Zentrum des Schiffsbaus. 1853, zu Beginn des Krimkrieges, wurde die in Sinop stationierte osmanische Flotte von den Russen zerstört. Daraufhin wurden die historischen Werften in Verbindung mit den Wehranlagen der Stadt 1887 in einen Gefängniskomplex umgewandelt, der bis 1997 in Betrieb war. Als nördlichster Ort der Türkei, von den großen Metropolen weit entfernt, und aufgrund der Lage auf einer Halbinsel, konnte der Komplex effektiv abgeriegelt werden. Und so wurde das bedeutende Handelszentrum zu einer Stadt der Überwachung. Denn in der Zeit des Kalten Krieges siedelte man zudem eine große Nato-Basis auf der Halbinsel an. Die USA hörten bis 1992 von hier aus die nördlichen Anrainersaaten des Schwarzen Meeres ab.


leavinghomefunktion, On the Landway to New York, 2014-2017, Road of Bones, Jakutien, August 2015, Photographie, © leavinghomefunktion

Die Sinopale ist eine junge Biennale, die internationale und lokal verortete Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen dazu einlädt, ortsspezifische Werke in einem Austausch mit den Bürgern der Region zu entwickeln. Sie setzt auf sublime Formen des Widerspruchs, die Kollaboration mit Initiativen der Zivilgesellschaft und ökologisch orientierten Interessensgemeinschaften. Sie vertraut auf die Kooperation mit NGO´s – und auf eine Sprache der Metaphern. Prozesse der Teilhabe, der Solidarität und der Differenzierung werden den Sommer in Sinop prägen. Mittels einer horizontalen Struktur werden ästhetische, soziale und politische Praktiken verknüpft.

Parallel zu den Werkpräsentationen finden mannigfaltige Formate statt, von Workshops über Diskussionsforen zu investigativen Aktionen, mit Kommunikationsorten vom Teegarten über die Volksküche bis zur Agora.

Als langfristig orientierte Organisatorin der Sinopale legt unser Projektpartner, die European Cultural Association, Wert auf nachhaltige mikro-politische und emanzipatorische Vorhaben. Die Organisation arbeitet eng mit internationalen Kuratoren zusammen, die für jede Biennale neu bestimmt werden, zum Teil aber auch wiederholt, und damit in wachsender Kenntnis der Strukturen vor Ort, mit dem Team der Sinopale zusammenarbeiten. Gemeinsam sind die Kuratoren für die Auswahl der Künstler und Künstlerinnen und das Programm verantwortlich. Ziel ist es, einen transkulturellen Austausch mit den lokalen Kontexten zu generieren.


Ginan Seidl & Yalda Afsah: Bacha Posh, 2016, Zweikanalinstallation, 30 min, Still, © Ginan Seidl & Yalda Afsah

Transposition ist das Leitthema der Sinopale 6. Transposition ist ein Begriff mit vielfältigen Bedeutungen, die alle eine Verschiebung zwischen unterschiedlichen Werten umfassen. Sie impliziert den Tausch, den Wechsel, die Übertragung ebenso wie die Verschlüsselung. Transposition erlaubt das Spiel mit dem Zwischenraum, eröffnet einen Denk- und Handlungsraum sowie ein Feld der Imagination. So entsteht ein Assoziationsraum, der den Eigensinn der Dinge und Bilder, der Behauptungen ebenso wie Aktionsfelder von Individuen zulässt. Darüber hinaus beinhaltet er auch Aktionen, welche die Spuren der Geschichte sowie Erinnerungen herauslösen und ins Heute transponieren. Aspekte des Sammelns, der Schichtungen, der Erzählung und der Ordnung der Dinge werden bedeutsam. Die transdisziplinäre Verknüpfung der Interessen von Künstlern, Handwerkern, Händlern, Liebhabern seltener Stücke, von internationalen und lokalen Akteuren wird wirksam.

Als ein weiteres Leitbild fungiert daher die voraufklärerische, transdisziplinär aufgestellte und global vernetzte Wunderkammer. Dieses Ideengebäude ist mit der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen in Halle prominent präsent. Die Wunderkammer steht in Kontrast zu Ordnungssystemen, welche Naturalia und Artificialia separieren, eine Trennung, die seit der Industrialisierung zu spezialisierten Museen und Forschungsinstitutionen führte. Künstler und Künstlerinnen aus der Region Halle und aus internationalen Kontexten haben sich mit diesem exemplarischen Konzept auseinandergesetzt und werden ihre Erkenntnisse und Werke hinaus in die Welt tragen. Eine solche Sondierung korrespondiert mit der neuen, nicht nostalgischen Wahrnehmung lokaler Handwerkstraditionen.

Im Sinne der universalen Ausrichtung der Wunderkammersammlungen sowie der multimedial und transnational vernetzten künstlerischen Produktion werden die Künstlerinnen und Künstler in Sinop ihre Werke in Kollaboration mit aktuell hinzukommenden Künstlern und Künstlerinnen aus verschiedenen Regionen der Welt sowie gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickeln. Dabei werden Prozesse und Objekte kultureller Hybridisierung, der Nationalisierung und Trans-nationalisierung und Kolonialisierung sichtbar sowie die Reiserouten nachvollziehbar, die diese Prozesse mit bedingen.


Julian Rosefeldt: Asylum, 2001/2002, Shortfilm Version, 14 min 16 sec, Still, © Julian Rosefeldt und VG Bild-­Kunst

Folgerichtig wird die Sinopale 6 in die rohen Gebäude einer ehemaligen Glas- wie einer Eisfabrik einziehen. Sie wird ihr Büro und den zentralen Versammlungsort in der Markthalle zwischen Gemüsestand, Metzger und Fahrradladen aufschlagen. Im Archäologischen wie im Ethnographischen Museum werden Interventionen realisiert. Exponate nisten sich zwischen den Büchern der Rıza Nur Bibliothek, einer der größten kommunalen Bibliotheken der Türkei, ein. Die Sinopale nutzt außerdem eine durch die Architektenkammer restaurierte osmanische Stadtvilla und schwärmt in den städtischen Raum aus.
Die Sinopale 6 eröffnet ein dialogisches Feld zur Geschichte der Artefakte sowie zum konkreten lokalen und ins Transkulturelle übertragbaren und befragbaren Gedächtnis – um einen assoziativen Raum voller Querverbindungen zu schaffen.

TEILNEHMENDE KÜNSTLER UND KÜNSTLERINNEN DER SINOPALE 6
Anne Baumann (DEU), Sophie Baumgaertner (DEU), Alvaro Campo (SWE), Bernhard Cella (AUT), Aylin Çakıner (TUR), Philippe van Eetvelt (TUR/CAN), Cevdet Erek (TUR), Ayşe Erkmen (TUR/DEU), Mürteza Fidan (TUR), Wilhelm Frederking (DEU), Ulrike Grossarth (DEU), Frank Hagen (AUT), İpek Hamzaoğlu (TUR/AUT), Murat Haschu (RUS), Kristina Heinrichs (DEU), Susanne Hopmann (DEU), Nil İlkbaşaran-Güngör Erdem (TUR/NL), Christian Jankowski (DEU), Volkan Kızıltunç (TUR), Sebastian Körbs (DEU), Maria Lantz (SWE), leavinghomefunktion: Anne Knoedler, Johannes Foetsch, Elisabeth Oertel, Effy Zeniou, Kaupo Holmberg, Burçak Konukman (DEU/CYP/EST/TR), Ulrike Mohr (DEU), Nina Viktoria Naussed (DEU), Emre Okuçer (TR), Raluca Popa (ROU), Julian Rosefeldt (DEU), Bella Rune (SWE), Ginan Seidl & Yalda Afsah (DEU), Maria Sezer (TR/NL), Roland Stratmann (DEU), Esther Suarez Ruiz (COL), Youssef Tabti (FRA/DEU) sowie regionale Initiativen.

KURATOREN
T. Melih Görgün (TUR), Nike Bätzner (DEU), Jonatan Habib Engqvist (SWE)

AUSSTELLUNGS- UND AKTIONSORTE
Ehemalige Eisfabrik am Hafen, Sinop Hal Buluşma Merkezi (ehemalige Markthalle), Dr. Rıza Nur Bibliothek, Architektenkammer, Archäologisches Museum, Ethnographisches Museum, ehemalige Glasfabrik, öffentlicher Raum von Sinop und Gerze.

VERMITTLUNGSPROGRAMM
Die Sinopale 6 wird begleitet von einem umfangreichen Programm mit Workshops, Diskussionsrunden, Performances, Film- und Musikvorführungen und Festen. Hierbei werden die Künstler und Künstlerinnen mit lokalen und internationalen Akteuren zusammenarbeiten sowie mit der Bevölkerung von Sinop. Durch die gezielte Involvierung der Bewohner von Sinop und die im Sommer in der Ferienregion zahlreichen Touristen, die Kulturreisenden und insbesondere Kinder und Jugendliche entstehen vielfältige Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch, zur Entwicklung konkreter Arbeiten und jeweils eigener kreativer Potentiale.

Zu früheren Sinopale Events siehe: sinopale.org

KONTAKT:
nike.baetzner@online.de , mobil: 0049-179-1419641
melgorgun@gmail.com , mobil: 0090-532 414 34 47
jonatan@philosophy.se , mobil: 0046-70-7755014


Gefördert durch: Stadt Sinop, Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Goethe Institut Istanbul, Franckesche Stiftungen zu Halle, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, SAHA Association, Mimar Sinan Fine Arts University, Österreichisches Kulturforum Istanbul, Bundeskanzleramt Österreich, Generalkonsulat von Rumänien in Istanbul, Generalkonsulat von Schweden in Istanbul

Außerdem unterstützt durch: Siemens//Sanat Istanbul, Women’s Council Sinop, Tourist Association Sinop, Sinop Sürdürülebilir Kalkınma Derneği, Geschäftsleute, Handwerker, Hoteliers, NGOs aus Sinop und Gerze


Nike Bätzner



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