13. Triennale Kleinplastik Fellbach 2016

FOOD – Ökologien des Alltags

11. Juni bis 2. Oktober 2016 | Fellbach
Eingabedatum: 15.06.2016

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Die Triennale Kleinplastik Fellbach gehört zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit dem Schwerpunkt auf Skulptur. Vom 11. Juni bis 2. Oktober 2016 erlebt sie ihre 13. Auflage. Die Skulpturenschau in der „Alten Kelter“ wird kuratiert von Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und zweimalige Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Biennale Venedig. Co-Kuratorin ist die in Frankfurt lebende Schweizerin Anna Goetz.

Der Titel der Ausstellung, FOOD – Ökologien des Alltags, ist Programm. Gezeigt werden Arbeiten von über 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die das Thema Essen und seine Implikationen als paradigmatisch, anthropologisch universelle Beispiele für soziale, politische, ökologische und ökonomische Zusammenhänge reflektieren.

Die imposante Alte Kelter, ehemals Umschlagsplatz für Wein, wurde anlässlich der diesjährigen Triennale von dem renommierten Architekturbüro Kuehn Malvezzi zur idealen Bühne für die vielschichtige Ausstellung und ihre komplexe Thematik umgestaltet.

Bezugsrahmen für die Ausstellung FOOD – Ökologien des Alltags bildet das von Gordon Matta-Clark und Künstlerkolleginnen 1971 im New Yorker Stadtteil SoHo gegründete Restaurant „FOOD“ – eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen bildenden KünstlerInnen, MusikerInnen, TänzerInnen und SchriftstellerInnen. Die 13. Triennale Kleinplastik untersucht mit Fokus auf das kleine skulpturale Format, wie die Gegenwartskunst die Themen Essen, Ernährung und andere ökologische Wechselbeziehungen eigenständig und vieldeutig reflektiert. Einige historische Positionen wie die von Gordon Matta-Clark, Félix González-Torres und Paul Thek bilden den Bezugsrahmen. Ausgewählte KünstlerInnen wie etwa Andrea Büttner, Laure Prouvost oder Subodh Gupta nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein und sind mit größeren Werkgruppen vertreten.

Mit Andrea Büttners ambivalenter Begrifflichkeit der „Little Works“ wird die Beschäftigung mit dem kleinen Format als künstlerisches Programm vorgestellt und der Zusammenhang zwischen ökonomischen Bedingungen und ästhetischen Konsequenzen untersucht. Laure Prouvost thematisiert die psychologische und körperliche Dimension von Essen als sozial konstruierte Handlung. Subodh Gupta beleuchtet die globale und spirituelle Dimension von Nahrungsmitteln und Essgewohnheiten. Andere Positionen vermitteln Aspekte der ökonomischen und ökologischen Kreisläufe von Nahrungsmitteln, widmen sich den gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Essens oder fragen, inwiefern wir uns über das, was wir zu uns nehmen, definieren und sich darin unser Selbstverständnis und Körperbewusstsein spiegelt. Doch die Ausstellung geht über den konkreten Bezug auf Nahrungsmittel hinaus und wirft einen Blick auf breitere Kontexte. So thematisieren die Beiträge von Abbas Akhavan und Petrit Halilaj die ökologischen und kulturellen Folgen von Kriegen und anderen politischen Umwälzungen. Das Essen und seine Implikationen werden im Rahmen von FOOD – Ökologien des Alltags zu einem paradigmatischen, anthropologisch universellen Beispiel für politische, ökologische und ökonomische Zusammenhänge und hin und wieder laden die Beiträge auch ganz unmittelbar zum Verkosten ein.

Teilnehmende KünstlerInnen: Abbas Akhavan, Ayreen Anastas / Rene Gabri, Valentin Beck / Adrian Rast, Björn Braun, Andrea Büttner, Elaine Cameron-Weir, Aslı Çavuşoğlu, Banu Cennetoğlu, Mark Dion, Arpad Dobriban, Latifa Echakhch, Gina Folly, Simon Fujiwara, Simryn Gill, Félix González-Torres, Tue Greenfort, Mauricio Guillén, Subodh Gupta, Petrit Halilaj, Lena Henke, Huang Po-Chih, Pierre Huyghe, Josh Kline, Tetsumi Kudo, Alicja Kwade, Zac Langdon-Pole, Gordon Matta-Clark, Paulo Nazareth, Roman Ondák, Att Poomtangon, Laure Prouvost, Dan Rees, Pamela Rosenkranz, Ben Schumacher, Dana Sherwood, Shimabuku, Rasmus Søndergaard Johannsen, Paul Thek, Rirkrit Tiravanija, Patrick Van Caeckenbergh, Cathy Wilkes, Anicka Yi

Die Triennale Kleinplastik Fellbach wurde 1980 gegründet und hat 2001 mit der „Alten Kelter“ einen unverwechselbaren Ausstellungsort bezogen. Die Erfolgsgeschichte der Triennale wurde maßgeblich von deren künstlerischen Leitern geschrieben, unter ihnen Manfred Schneckenburger (1986), Jean-Christophe Ammann (2004), Ulrike Groos (2010) und Yilmaz Dziewior/Angelika Nollert (2013). Die Ausstellung wird gefördert vom Land Baden-Württemberg, der Fellbacher Firma wohninvest, Toto Lotto, Südwestbank AG, Ritter Sport, Ernst &Young, Wüstenrot Stiftung, Péter Horváth-Stiftung, wgv Versicherungen, Stadtwerke Fellbach und dem Verein der Freunde der Triennale.

Ausstellungsort Alte Kelter Fellbach, Untertürkheimer Straße 33

Öffnungszeiten Di bis Fr 14 bis 19 Uhr, Do 14 bis 21 Uhr, Sa und So 11 bis 19 Uhr

Weitere Informationen:
Stadt Fellbach – Kulturamt
Marktplatz 1
70734 Fellbach, Telefon 0711/5851-364
triennale.de


Presse










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11. Triennale Kleinplastik 2010 - Fellbach


Zum 11. Mal findet in diesem Jahr die Triennale Kleinplastik in Fellbach bei Stuttgart statt. Die Triennale hat sich dem kleinen Format in der plastischen Kunst verschrieben und will auch dieses Jahr unter dem Titel "Larger than Life - Stranger than Fiction" internationale und zeitgenössische Künstlerpositionen vorstellen.

Unter der kuratorischen Leitung von Ulrike Groos wurden insgesamt 40 Künstler eingeladen, die das Kleinformat für sich zum Thema gewählt haben. Dabei sollen die vielfältigen inhaltlichen Möglichkeiten, sowie der ästhetische Eigenwert des "Kleinen" aufgezeigt werden.

Neben klassischen Skulpturen und Skulpturenensembles werden auch Video- und Filmarbeiten in das Blickfeld gerückt, in denen Knetfiguren oder Marionettenpuppen als Protagonisten agieren. Auch hier sind es Fragen nach dem Maßstab, nach Größenverhältnissen und Materialität, die im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses stehen.
Die Ausstellung bemüht sich darüber hinaus um eine Erweiterung des Präsentationsspektrums. Neben klassischen Sockeln werden neue Präsentationsmöglichkeiten erprobt, die eine eigene künstlerische Qualität für sich beanspruchen.

Gezeigt werden Werke u.a. von Guy Bar-Amotz, Marcel Dzama, Tessa Farmer, Matt Johnson, Friedrich Kunath, Liliana Porter, Vincent Tavenne, Verena Pfisterer.

Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-19 Uhr
Do 14-21 Uhr
Sa,So 11-19 Uhr

Stadt Fellbach - Kulturamt
Marktplatz 1
70734 Fellbach

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12. Triennale Fellbach Kleinplastik 2013


Nach der Triennale ist vor der Triennale: bereits ein Jahr nach Eröffnung der erfolg-reichen 11. Kleinplastik-Triennale Fellbach 2010 wurden jetzt die Kuratoren für die nächste, die 12. Triennale 2013, berufen. Die international bedeutende und beachtete Schau für zeitgenössische Skulptur im kleineren Format wird die Handschrift von Yilmaz Dziewior und Angelika Nollert tragen. Damit wird erstmals in der langen Geschichte der Ausstellung eine Doppelspitze für Konzeption und Künstlerauswahl verantwortlich zeichnen. Dies teilte das Kulturamt der Stadt Fellbach mit.

Beide Kuratoren leiten wichtige Podien für Gegenwartskunst im deutschsprachigen Raum. Yilmaz Dziewior ist seit 2009 Direktor des Kunsthauses Bregenz, das dank der von Peter Zumthor entworfenen einzigartigen Gestalt und einer Reihe profilierter Ausstellungen im internationalen Kunstgeschehen eine herausgehobene Rolle spielt.
Angelika Nollert ist seit 2007 Direktorin des Neuen Museums. Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg. Auch dieses Haus gehört aufgrund seiner von Volker Staab ent-wickelten Architektur und erfindungsreichen Ausstellungsformaten an den Schnittstellen zwischen Kunst und Design zu den beachteten neueren Häusern für die Präsentation zeitgenössischer Kunst.

Yilmaz Dziewior wurde 1964 in Bonn geboren, studierte in London und Bonn Kunstgeschichte und promovierte an der Berliner Humboldt-Universität über den Architekten Mies van der Rohe. Nach einer Kuratorentätigkeit am Museum Ludwig Köln leitete er von 2001 bis 2008 den Kunstverein Hamburg und hatte zudem eine Professur für Kunstgeschichte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg inne.

Angelika Nollert, 1966 in Duisburg geboren, studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an den Universitäten Würzburg und Münster. Nach ihrer Promotion war sie im Team von Kasper König für „Skulptur Projekte Münster“ 1997 tätig und übernahm im gleichen Jahr die wissenschaftliche Leitung des Portikus – der Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Frankfurt a. M. 2001/2002 war sie Projektleiterin der documenta 11 in Kassel, anschließend arbeitete sie bis 2007 als Projektleiterin für Bildende Kunst beim Siemens Arts Program in München, bis sie nach Nürnberg berufen wurde. Sie ist u. a. Mitglied im Beirat Bildende Kunst des Goethe-Instituts.

Die beiden Kuratoren verbindet ein Interesse an interdisziplinären Zusammenhängen, an der Kontextbezogenheit von Kunst und kulturellen Identitäten. Eines der von ihnen gemeinsam realisierten Projekte war die Ausstellung EV+A (Exhibition of visual art) im irischen Limerick, die sie unter das beziehungsreiche Thema „Reading the city“ stellten.

Der Dialog zweier dezidiert an interdisziplinären Fragestellungen interessierten und international vernetzten Kuratoren lässt eine spannende 12. Ausgabe der traditionsreichen und innovationsfreudigen Triennale Kleinplastik in Fellbach erwarten.

Die Triennale Fellbach Kleinplastik wurde 1980 als Forum für zeitgenössische Skulptur gegründet und findet seither alle drei Jahre statt. Im Jahr 2001 hat sie mit der Alten Kelter einen unverwechselbaren Ausstellungsort bezogen. Er bietet eine Fläche von 3000 qm unter einem riesigen Dachstuhl aus Holz.

Die Erfolgsgeschichte der Triennale wurde maßgeblich von deren künstlerischen Leitern geschrieben. Während für die Triennale 1-7 geografische und geopolitische Prämissen vorgegeben waren, haben sich die Verantwortlichen seit 2001 – im Zeichen einer Globalisierung der Kunst – für eine konzeptionelle Öffnung entschieden, wodurch ästhetische, kunsthistorische und soziologische Fragen in den Vordergrund rückten. Die Internationalität der ausgestellten Künstler blieb gleichwohl Richtschnur – ebenso eine nicht dogmatisch verstandene Fokussierung auf Skulptur im kleineren Format. Bisherige Kuratoren waren u. a. Manfred Schneckenburger (1986), Christoph Brockhaus, damals Direktor des Wilhelm-Lehmbruck-Museums Duisburg (1989 und 1992), Loránd Hegy (1995), Thomas Deecke, damals Leiter des Neuen Museums Weserburg (2001), Jean-Christophe Ammann (2004), Matthias Winzen (2007) und zuletzt Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart.

Abbildung: Copyright Yilmaz Dziewior / Triennale Fellbach

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