Fotografie Total

Sammlungspräsentation um 300 Werke erweitert


Eingabedatum: 31.07.2012

bilder

Anja Niedringhaus, aus der Serie "At War", 2006, mit freundlicher Leihgabe von Anja Niedringhaus

Nach dem Ausstellungsumbau der vergangenen Wochen steht das MMK Museum für Moderne Kunst ganz im Zeichen der fotografischen Sammlung: Alle drei Ausstellungsebenen des Hauses zeigen die aktuelle Präsentation „Fotografie Total. Werke aus der Sammlung des MMK“. Die Werk- und Raumfolgen wurden geändert, so dass rund 300 zusätzliche Arbeiten die Ausstellung komplettieren und insgesamt über 800 Werke einen fundierten Einblick in die fotografische Sammlung des Museums geben.
Hinzugekommen sind Fotografien von Künstlern wie Candida Höfer, Thomas Ruff, Taryn Simon oder Bernd und Hilla Becher, die sich thematisch auf unterschiedliche Art und Weise mit der Abbildung sozialer und gesellschaftlicher Realität beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem dokumentarischen Ansatz der Werke.
Die Idee der Fotografie, übertragen in den dreidimensionalen Raum, zeigt eine Skulptur des amerikanischen Künstler John DeAndrea. „Seated Woman, Black Chair“ (1987) ist eine der wenigen Figuren des Künstlers die nicht farbig, sondern in grau gefasst ist, wodurch die fotorealistische Wirkung der neu erworbenen und erstmals im MMK präsentierten Skulptur noch verstärkt wird. Zu den weiteren Höhepunkten der Ausstellung zählt die Serie „Die Toten“ von Hans-Peter Feldmann, eine Schenkung des Künstlers, die das MMK als einziges Museum weltweit besitzt. Die Arbeit ist eine sachlich nüchterne Bestandsaufnahme der weit mehr als 100 Personen, die im Kontext des „Deutschen Herbstes“ und der RAF-Bewegung zwischen 1967 und 1993 gewaltsam ums Leben gekommen sind. Feldmann hat hierfür ausschließlich Bilder aus Printmedien der Zeit zusammengetragen.
Als wegweisend für die jüngere Fotografiegeschichte kann auch die neu gehängte Serie „Evidence“ (1977) von Mike Mandel und Larry Sultan bezeichnet werden. In einer knapp dreijährigen Recherche haben die Konzeptkünstler hierfür dokumentarisches Bildmaterial aus über 100 amerikanischen Regierungs-, Militär- und Forschungsarchiven ausgewählt. Diese Fotografien wurde dann als Readymade verwendet. Die Serie „Evidence“ wurde zu einem Meilenstein konzeptueller Fotografie. In diesen Kontext ist auch die nach einer mehrjährigen Recherche entstandene Bildserie von Taryn Simon „An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ (2007) einzuordnen, die ebenfalls auf der ersten Ebene des MMK zu sehen ist.

Noch bis zum 13. Januar 2013 zeigt das MMK mit „Fotografie Total“ neue thematische Zusammenstellungen aus dem Sammlungsscherpunkt Fotografie mit einem Fokus auf bedeutenden konzeptuellen Positionen sowie auf die Reportage-Fotografie.

Das MMK verfügt mit ca. 2600 Werken über eine der größten Sammlungen internationaler Gegenwartsfotografie. Seit der Gründung des MMK im Jahr 1991 wurde das Medium Fotografie gleichwertig neben anderen Bereichen wie Zeichnung, Malerei, Skulptur oder Film gesammelt. Seit Anbeginn bestimmen ganze Werkgruppen den Facettenreichtum dieses Sammlungskonvoluts.

Neu integrierte Künstler der Ausstellung:
John DeAndrea, Bernd und Hilla Becher, Hans-Peter Feldmann , Candida Höfer , Axel Hütte, On Kawara, Mandel&Sultan, Thomas Ruff, Sebastiao Ribeiro Salgado, Gregor Schneider, Fischli/Weiss, Taryn Simon.

MMK und MMK Zollamt
Mo geschlossen
Di, Do, Fr, Sa, So 10-18 Uhr
Mi 10-20 Uhr

MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 69 21230447

mmk-frankfurt.de/

Medienmitteilung






Daten zu Anja Niedringhaus:

- Sammlung MMK, Frankfurt

Weiteres zum Thema: Anja Niedringhaus



Boom She Boom


Die erste Ausstellung des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main in der neuen Museumsdependance im TaunusTum, dem MMK 2, setzt sich aus Beständen des Museums zusammen und ist ausschließlich den Künstlerinnen der MMK Sammlung gewidmet.

Wie kaum ein anderes Museum der Gegenwartskunst in Deutschland, hat das MMK von der ersten Stunde im Jahr 1991 bis heute ein ganz besonderes Augenmerk auf die starken Positionen der
Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet. Seit den frühen 1990er-Jahren gingen Werke der großen deutschen Bildhauerinnen und Konzeptkünstlerinnen der Gegenwart wie Katharina Fritsch, Isa Genzken und Rosemarie Trockel, in die Sammlung ein, flankiert von internationalen Kolleginnen wie Vija Celmins, Marlene Dumas, Cady Noland, Pipilotti Rist und Sturtevant. Der Einfluss dieser Künstlerinnen auf die Entwicklung der bildenden Kunst ist fundamental. In ihrer Radikalität und Konsequenz haben sie Stile geprägt und sind bis heute wichtige Vorbilder für die nachfolgende Generation geblieben. Mit so markanten Positionen von Künstlerinnen wie Charlotte Posenenske, Hanne Darboven, Lee Lozano und Jo Baer schreibt die Sammlung des MMK die Geschichte der Gegenwartskunst weit in die 1960er-Jahre zurück. Auch im Bereich der Fotografie, einem der Sammlungsschwerpunkte des Museums, sind so bedeutende Protagonistinnen wie Hilla Becher, Anna Blume und Candida Höfer sowie die Dokumentaristinnen Barbara Klemm, Anja Niedringhaus und Abisag Tüllmann vertreten.

Hauptwerke von Vanessa Beecroft, Rineke Dijkstra, Teresa Margolles, Sarah Morris oder Taryn Simon markieren wichtige Erweiterungen der Sammlung, die in jüngster Zeit mit Werkgruppen der aktuell im internationalen Fokus stehenden Künstlerinnen Andrea Büttner, Jewyo Rhij, Dayanita Singh oder Dolores Zinny ausgebaut wurden. Von Beginn an hat sich das MMK der Frankfurter Kunstszene gewidmet, und auch hier sind es so individualistische und radikale Positionen wie die von Anne Imhof, Franziska Kneidl und Adrian Williams, welche die Sammlung des Museums bereichern.

Mit der Vielfalt und Stärke, die von den Werken dieser Künstlerinnen ausgehen, möchte das MMK seine neue Präsenz im Zentrum Frankfurts zwischen Bahnhofs- und Bankenviertel beginnen. Die Auswahl umfasst unterschiedliche künstlerische Verfahren und konzeptuelle Ansätze, sie präsentiert eine Vielzahl von Perspektiven und Fragestellungen. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Performances hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers, sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung. Ihre Werke sind geprägt von individuellen Wahrnehmungen und persönlichen Erfahrungen, sie demonstrieren Subversivität und den Mut zur Offenheit. Verbindendes und Gegensätzliches fügen sich in dem von den Architekten KuehnMalvezzi entworfenen offenen Ausstellungsparcour zu einem umfassenden Gesamtbild.

Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert den erfolgreichen Doo Wop-Song der Band „The Chords“ aus dem Jahr 1954, der seither zahlreiche Neuinterpretationen erfuhr. War der Song in erster Linie als Liebeserklärung an eine Frau gedacht, bezog sich „Sh-Boom“ – lautmalerisch für den Abwurf einer Bombe – auch auf die Zuspitzung des Kalten Krieges im Entstehungsjahr des Songs. Im Kontext der Ausstellung erhält der sinnliche wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutungsebene, die die Forderungen und Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen in der Museumslandschaft nachdrücklich unterstreicht.

Künstlerinnen der Ausstellung:
Vanessa Beecroft, Andrea Büttner, Miriam Cahn, Vija Celmins, Hanne Darboven, Rineke Dijkstra, Marlene Dumas, Parastou Forouhar, Katharina Fritsch, Isa Genzken, Tamara Grcic, Bethan Huws, Anne Imhof, Barbara Klemm, Eva Kotatkova, Franziska Kneidl, Teresa Margolles, Sarah Morris, Cady Noland, Anja Niedringhaus, Christa Näher, Charlotte Posenenske, Jewyo Rhii, Taryn Simon, Sturtevant, Rosemarie Trockel, Abisag Tüllmann, Adrian Williams, Yin Xiuzhen und viele mehr

MMK 1|2|3 NOW

Nach der Sommerpause erwartet das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main seine Besucher in einer neuen Konstellation. Das Hauptgebäude in der Domstraße wird zum MMK 1 und
legt einen Schwerpunkt auf die Klassiker der Sammlung und internationale Wechselausstellungen. Das gegenüberliegende bisherige MMK Zollamt wird zum MMK 3. Hier werden zukünftig
Kooperationen, Veranstaltungen und neue Positionen der Gegenwartskunst präsentiert. Im Oktober eröffnet das MMK eine Dependance im TaunusTurm inmitten des Bankenviertels: Im MMK 2 werden im Wechsel die aktuellsten Werke der Sammlung und Neuproduktionen zu sehen sein. Künstlerische Arbeiten aus den umfangreichen Beständen des MMK werden zu aktuellen Fragestellungen in Beziehung gesetzt und mit Neuerwerbungen ergänzt. Dieses speziell für das MMK 2 entwickelte Ausstellungsformat bewegt sich zwischen Sammlungspräsentation und temporärer Themenausstellung. Der Ausstellungswechsel nach sechs bis acht Monaten erlaubt die Entwicklung vielfältiger Szenarien und bietet langfristig die Möglichkeit, die vielen verborgenen Schätze der Sammlung sichtbar zu machen und sie in neue Zusammenhänge zu stellen.

MMK 1
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main


MMK 2
TaunusTurm
Taunustor 1
60310 Frankfurt am Main

MMK 3
Zollamt
Domstraße 3
60311 Frankfurt am Main
mmk-frankfurt.de/


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    berlin




    Mehr als Fett und Filz – Materialien im Werk von Joseph Beuys

    Die Werke und mit ihnen die Materialien sind für Beuys Transportmittel seiner Ideen ... weiter


    Stefan Burger

    Nicht wenige Künstler*innen suchen seit einiger Zeit den Widerstand des Materials. Ihre Suche scheint nicht allein der Flucht aus der Langeweile angesichts der allzu vertraut gewordenen Oberflächen einer digital geprägten Welt geschuldet. weiter

    Alexander Kluge. Gärten der Kooperation

    Die beiden zentralen inhaltlichen Bezugspunkte der Ausstellung kreisen um die Metapher des Gartens und die Idee des Gemeinsamen. weiter


    Saâdane Afif. Ici. / Là-bas.

    In Düren und Montpellier wird die Arbeit „Ici. / Là-bas.“ von dem französischen Künstler Saâdane Afif zeitgleich gezeigt. weiter


    Denn hinter diesem Horizont liegt ein weiterer Horizont

    Die Ausstellung spiegelt den Blick der zeitgenössischen Kunst auf alternative Zukunftsentwürfe – mögliche Horizonte hinter dem jetzt sichtbaren Horizont. weiter


    MORE than ROME. Christoph Brech

    Ungewöhnlich, manchmal irritierend, oft verblüffend sind die Arbeiten des Münchner Bild- und Videokünstlers Christoph Brech. Seine Werke konzentrieren sich auf Phänomene der Zeit, der Übergänge, der Erinnerung. weiter

    graduiert ≈ präsentiert

    Vom 11. Oktober bis 12. November 2017 zeigt die Burg Galerie im Volkspark unter Arbeiten von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Graduiertenförderung des Landes Sachsen-Anhalt aus den Jahren 2016 und 2017. weiter

    Ausstellung der Meisterschülerinnen/Meisterschüler der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

    Die Ausstellung versammelt traditionell zum Beginn des Akademischen Jahrs Arbeiten der Meisterschüler*innen, die im Winter- und Sommersemester ihre Prüfung erfolgreich abgelegt haben weiter


    Martin Parr: Souvenir - A Photographic Journey

    In seinen Arbeiten zeigt Martin Parr die gesellschaftliche Realität: Phänomene wie Konsum, Tourismus oder nationale Identitäten beleuchtet er aus einer unterhaltsamen Perspektive, die das Banale, Extreme und manchmal auch Abgründige im Alltäglichen sichtbar macht. weiter

    Roter Oktober. Kommunismus als Fiktion und Befehl

    Die russische Revolution kann als Beginn des proletarischen Zeitalters und der Etablierung international sehr unterschiedlicher Kommunismen gelten. Mittels zeitgenössischer Kunstwerke der verschiedensten Gattungen und Medien sowie einer Auswahl historischer Referenzwerke versucht die Ausstellung ... weiter

    Robert Sieg erhält den Meisterschülerpreis der G2 Kunsthalle 2017

    Im Rahmen der heutigen Eröffnung der Meisterschüler-Ausstellung der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) 2017 hat Steffen Hildebrand (G2 Kunsthalle) den Meisterschülerpreis der G2 Kunsthalle an Robert Sieg für seinen filmischen Essay „Der unsichtbare Teich“ verliehen. weiter


    Hendrick Goltzius und Pia Fries: Proteus und Polymorphia

    Mehr als vierhundert Jahre trennen das künstlerische Œuvre des Manieristen aus dem späten 16. und dem frühen 17. Jahrhundert, Hendrick Goltzius, und der zeitgenössischen Malerin Pia Fries, die sich seit sieben Jahren künstlerisch mit dem Werk von Goltzius auseinandersetzt. weiter


    Folklore. Eine Kontroverse mit Werken aus den Sammlungen

    Die kontroverse Rolle von Folklore in der bildenden Kunst seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart steht im Mittelpunkt der neuen Sammlungsausstellung in Partnerschaft mit der Generali Foundation weiter

    Hiscox Kunstpreis 2017

    Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung erhält Daniel Hopp. Über das Aufenthaltsstipendium im Rahmen von »sommer.frische.kunst“ kann sich der Malerei-Student Simon Modersohn freuen. weiter


    DIORAMA. ERFIN­DUNG EINER ILLU­SION

    Vom 6. Okto­ber 2017 bis 21. Januar 2018 widmet sich die Schirn Kunst­halle Frank­furt in einer großen Ausstel­lung einer Kultur­ge­schichte des Sehens. weiter