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B3 Biennale

Jewyo Rhii. Walls to Talk to

Museum für Moderne Kunst

5.7.–1.9.2013 | MMK Zollamt
Eingabedatum: 10.07.2013

bilder

Die Ausstellung „Walls to Talk to“ im MMK Zollamt des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main vereint eine Auswahl von Werken der Künstlerin Jewyo Rhii (*1971) aus den vergangenen fünfzehn Jahre mit neuen Arbeiten, die während ihres mehrwöchigen Aufenthaltes in Frankfurt entstanden sind. Geboren in Korea, hat Rhii ihren Lebensmittelpunkt seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn immer wieder zwischen Asien, den USA und Europa verlagert. Dieser stetige Ortswechsel und die damit einhergehenden Unsicherheiten liegen ihrem Werk zugrunde.
Im großen Hauptraum des MMK Zollamts bilden Werke aus Rhiis Projekt „Night Studio“ (2009–11) das Zentrum der Ausstellung. Während einer dreijährigen Residency an der belebten Marktstraße in Seouls Stadtviertel Itaewon öffnete die Künstlerin viermal ihre Wohnung für Publikum und lud Besucher ein, in ihre künstlerische wie persönliche Welt einzutauchen. Mit der Öffnung ihrer Privaträume wollte die Künstlerin die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Ausstellung jenseits der Konventionen des Ausstellungsraumes erkunden. Für das MMK Zollamt hat Jewyo Rhii Teile ihres damaligen Apartments in Itaewon rekonstruiert. Kronleuchter, Türen, Teile des Linoleumbodens, Gitterzäune und viele weitere Elemente der Installation sind Verweise auf ihren früheren Lebensraum und sind im Sinne der Künstlerin als physische Erinnerungen zu lesen. „Für Rhii erinnert sich der Körper stärker als der Geist an Orte und Dinge. Bei ‚Night Studio’ verschwinden bewusst die Grenzen zwischen häuslichen Objekten, privatem Raum, Kunstwerk und Ausstellung. Das Aufeinandertreffen von privatem und öffentlichem Raum ist ein wichtiger Aspekt im Werk der Künstlerin“, sagt Ausstellungskurator Peter Gorschlüter. Zu den zahlreichen Elementen, die aus Rhiis Apartment in die Installation im MMK Zollamt eingeflossen sind, zählen auch einige selbstproduzierte Schreibmaschinen, mit denen die Künstlerin die von ihr verfassten Texte unter körperlichem Einsatz auf Wände druckt.
Im Ausstellungsraum weht den Besuchern der Wind zahlreicher Ventilatoren entgegen. Die Ventilatoren sind auf Eisblöcke gerichtet, die langsam schmelzen. Das Schmelzwasser tropft in verschiedenartige Behälter und erzeugt dabei durch die unterschiedlichen Tropfgeräusche eine Klangkulisse. Jewyo Rhii nutze die Ventilatoren und Eisblöcke in ihrem Apartment in Seoul als „Cooling System“, eine selbstgebaute Klimaanlage. Ebenso erschuf sie ihr eigenes Kino, das durch den Motor eines Ventilators betrieben wird. Die Filmtrommel des provisorischen Kinos dokumentiert Szenen aus Rhiis Zeit in Itaewon.
Neben „Night Studio“ präsentiert die Künstlerin zwei weitere Langzeitprojekte in der Ausstellung. Jewyo Rhiis Bedürfnis, Räume und Emotionen zu übersetzen und auf physischer Ebene zu erfahren, kommt auf besondere Weise in dem Werk „Moving Floor“ (2009–13) zum Vorschein. Die große Teile des MMK Zollamtes einnehmende Arbeit besteht aus einem Boden auf Rollen, der sich unter den Füßen des Besuchers bewegt. Rhii konstruierte das Werk aus der Erinnerung nach dem Vorbild des Bodens ihrer Wohnung in Itaewon. Für die Ausstellung im MMK Zollamt ergänzte die Künstlerin das Werk mit vor Ort zusammengetragenen Fundstücken und Materialien aus Baumärkten. Der Besucher ist aufgefordert, den Boden zu betreten.
Die Videoinstallation „Lie on the Han River“ (2005–13) erzählt die Geschichte zweier Liebender, die sich am Ufer des Flusses Han River in Seoul begegnen. Die Liebenden treffen sich regelmäßig am Ufer des Flusses bis der Winter einbricht und sie getrennte Wege gehen. „Lie on the Han River“ ist die poetische Visualisierung des Liebesbriefes der Frau, die ihren Freund bittet zurückzukehren. Im angrenzenden Raum ist die Serie „Two“ (1999–2002) zu sehen. Die Zeichnungen zeigen unterschiedliche körperliche Übungen für zwei Personen zur gegenseitigen Linderung von Schmerz und Leid. Die Künstlerin selbst sagt über diese Arbeiten: „In Two habe ich ein System entwickelt, mit dem sich schmerzende Körper zu beiderseitigem Nutzen miteinander verbinden können.“ Die Zeichnungen waren ursprünglich nicht für eine Ausstellung, sondern für eine Veröffentlichung in Buchform gedacht. Für die Ausstellung fertigte Rhii weitere Zeichnungen zu dieser Serie an und präsentiert sie als Installation.

MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main

http://www.mmk-frankfurt.de/



PM






Daten zu Jewyo Rhii:

- Istanbul Biennial, 2007
- Medienturm Kunstverein Graz

Weiteres zum Thema: Jewyo Rhii



Amateurism


Sister Corita Kent, „News of the Week“, 1969, Courtesy of the Corita Art Center, Immaculate Heart Community, Los Angeles

Gruppenausstellung mit
Heike Bollig, Jan Bünnig, Luis Camnitzer, Sister Corita, Jos de Gruyter, Heike Klussmann & Bau Kunst Erfinden, Toru Koyamada, Annette Krauss, Melton Prior Institut, Toshiko Okanoue, Lucy Powell, PROVENCE, Jewyo Rhii
kuratiert in Zusammenarbeit mit Dr. Miya Yoshida

Die Ausstellung AMATEURISM untersucht das Phänomen des Amateurs in der Gegenwartskunst. Die eingeladenen Künstler und Künstlerinnen verdeutlichen durch ihre Praxis die Verschiebung der Grenzen der kanonisierten Zuschreibung von Amateur und Profi und befragen das Verhältnis von Kunst, den Räumen ihrer Produktion und der damit verbundenen Bewertung.

Kulturhistorisch entstammt die Figur des Amateurs der Tradition der „Dilettanti“, die aus Neugier und zu ihrem Vergnügen einer der „Schönen Künste“ nachgingen und dabei häufig in Konkurrenz zu den Professionellen traten. In der Folge entwickelte sich der Begriff Dilettantismus zum Schimpfwort. Doch seit einigen Jahrzehnten wird dem Amateur in unserer Gesellschaft erneut Beachtung geschenkt. Welche Rolle spielt dabei das Internet und die damit verbundene Demokratisierung von Wissen? Wie, wann und warum bildet sich ein sogenannter Ismus als Haltung oder als Strategie? In der Kunst stehen die Ismen in Verbindung mit neuen Ideen und Bewegungen. So sind uns zahlreiche Stilepochen seit dem frühen 19. Jahrhundert wie z.B. der Expressionismus oder Surrealismus bekannt.

Die Ausstellung geht dieser Frage anhand von 14 internationalen Positionen nach und untersucht auf welche Weise die Logik kapitalistischer Wertekonzepte unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen angegangen oder umgeschrieben werden kann. Die satirischen Beiträge der prä-avantgardistischen Gruppierung „Les Arts Incohérents“ (1880-1890er Jahre) bilden den historischen Ausgangspunkt für die Ausstellung. Ihre Kunst stellt heute noch immer einen kritischen Kommentar zur Akademiegläubigkeit dar. Gleichzeitig lässt sich an ihr ablesen, wie eine Strömung, die nicht zum Kanon gehörte, einige Jahrzehnte später stilbildend wurde. Im Dialog dazu befinden sich künstlerische Haltungen von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart.

Die internationale Gruppenausstellung wird von einem Künstlergespräch, einem Kochkurs, Workshops für Kinder und Jugendliche, einem Vortrag, einer Reise und drei Führungen begleitet. AMATEURISM ist die zweite Ausstellung, die von Dr. Miya Yoshida zum Themenfeld des Amateurs kuratiert wird. Ko-Kuratorin ist Susanne Weiß.

Heidelberger Kunstverein
Hauptstraße 97
D-69117 Heidelberg
Tel. | +49 6221 184086
hdkv.de


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