Man in the Middle - Menschenbilder in der Kunsthalle Tübingen (13.9.-2.11.03)


Eingabedatum: 02.09.2003



bilder

Zum Bild des Menschen zeigt die Sammlung Deutsche Bank rund 100 Arbeiten (Fotografien, Zeichnungen, Gemäldein, Skulpturen) von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart in der Kunsthalle Tübingen.

Pressemitteilung / Auszug: "Wir glauben es zu kennen und doch wirft es immer wieder Fragen auf – das Bild des Menschen. Über Jahrtausende in unzähligen Varianten entstanden, dokumentiert es bis heute individuelle Befindlichkeit und kollektive Menschheitsgeschichte zugleich.
Doch was ist der Mensch? Was macht sein Bild aus? Lässt sich über das Äußere auch das Innere eines Menschen erkennen? Kunst schafft Raum für Selbstreflexion und Individualität und zeigt das Menschenbild als Zeichen kultureller Vielfalt.
Die Ausstellung ”Man in the Middle” präsentiert erstmals gemeinsam Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen aus der Sammlung Deutsche Bank. Knapp einhundert Positionen eröffnen den Blick auf Identifikation, Emotion, Kritik und neue Lebenswirklichkeit sowie in ungewohnter Vielfalt Darstellungen des Menschenbildes unserer Zeit.
Beginnend mit den Werken der Klassischen Moderne von E.L. Kirchner, Ernst Barlach, Max Pechstein und Paula Modersohn-Becker spannt sich der Bogen über Oskar Schlemmer zu Otto Dix, George Grosz und Karl Hubbuch und führt schließlich in den Dialog der frühen sechziger Jahre, etwa zwischen Georg Baselitz und Eugen Schönebeck.
Den Werkgruppen von Künstlern wie A.R. Penck oder Cornelia Schleime sind in der Tübinger Kunsthalle Einzelpositionen etwa von Joseph Beuys,
Christa Näher oder Reinhard Mucha gegenüber gesetzt. Die Werke Angus Fairhursts, Günther Förgs oder Florian Merkels führen schließlich zur Fotografie und der aktuellen internationalen Ausrichtung der Sammlung Deutsche Bank. Die künstlerischen Umbrüche, welche "Man in the Middle - Menschenbilder" über den Verlauf eines Jahrhunderts dokumentiert, machen die inhaltliche und formale Komplexität deutlich, die sich in jedem Abbild des Menschen und seines Selbst verkörpert."

Ausstellungsdauer: 13. September bis 02. November 2003
Öffnungszeiten: Täglich (außer Montag) 10-18.00 Uhr

Kunsthalle Tübingen / Philosophenweg 76 / D-72076 Tübingen / Telefon +49 (0)7071 96910

kunsthalle-tuebingen.de


ch








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John Baldessari - Museum Weserburg Bremen (21.02 -27.03.05)


John Baldessari
Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange)

"Bereits zum 10. Mal präsentiert das Museum Weserburg Bremen Werke aus der Sammlung Deutsche Bank: Zu sehen sein wird vom 21. Februar bis 27. März 2005 Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange) des amerikanischen Künstlers John Baldessari. Dieser Werkzyklus entstand als Auftragsarbeit der Deutschen Guggenheim in Berlin, dem Joint Venture der Deutschen Bank mit der Solomon R. Guggenheim Foundation.

John Baldessari wurde Ende der 60er Jahre mit Werken bekannt, in denen er Bildmaterial aus den Massenmedien - wie man es aus der Pop Art kannte - mit Schrift kombinierte, wie die Conceptual Art sie verwendete. Schon früh begann Baldessari, Bilder und Texte aus der Werbe- und Filmbranche in seine Fotobilder zu integrieren. Er kontrastierte, beschnitt und bearbeitete das Bildmaterial in Verbindung mit Texten. Seine Montagen aus Fotografie und Schrift konterten immer wieder die von den einzelnen Szenen ausgelösten narrativen Assoziationen und bieten ein breiteres Spektrum an Bedeutungen. Die vielschichtigen, oft humorvollen Kompositionen lassen unterschiedlichste Deutungen zu und unterstreichen, wie relativ Bedeutung sein kann.
In den 1970er-Jahren ging Baldessari dazu über, Aufnahmen aus fremder Hand in seine Projekte einzubauen: »Gefundene Bilder haben mich gereizt, weil sie nicht als Kunst galten, sondern als simple Bildware. Ich habe in den Abfalleimern von Fotogeschäften herum¬gestöbert. « Da Stand-, Publicity- und Pressefotos sehr günstig waren, entstand binnen kurzer Zeit ein umfangreiches Archiv.

Als Baldessari erkannte, wie Einzelbilder aus einem Film ganze Erzählsequenzen suggerieren können, benutzte er sie immer häufiger. Zusammengehörige und nicht zusammengehörige Fundbilder wurden zu Zyklen arrangiert, manchmal in Form eines Rasters, dann wieder als lineare oder freie Struktur, jedoch stets nach einem festgelegten Ordnungsprinzip.

Nach 1980 zog es Baldessari vor, das übernommene Bildmaterial ohne Textunterlegung zu verarbeiten. Durch die Beschränkung auf Fotozyklen ohne Text bewies Baldessari, dass reine Bilder ebenso wie die früheren Bild-Text-Montagen imstande sind, narrative Inhalte zu vermitteln.Später ging er dazu über, abgebildete Gesichter mit einem Farbfleck zu überdecken. Während sich der Bildraum verflacht, tritt der Illusionseffekt der Szene umso stärker in Erscheinung. Die Verhüllung des Gesichts (oder später eines Körperteils) negiert die Individualität und verwandelt ein identifizierbares Subjekt in ein nicht identifizierbares Objekt. Die weißen Aufkleber der ersten Versuche wurden später durch bunte ersetzt. Ein vom Künstler angelegter Farbcode eröffnete zusätzliche Bedeutungsebenen: Rot signalisiert Gefahr, Grün steht für Sicherheit und so weiter.

Bis heute stehen das Spiel mit und die Kritik an der Popkultur im Mittelpunkt seiner erfolgreichen, künstlerischen Arbeit, im Laufe derer Format und Eindringlichkeit seiner Bilder immer größer wurden. Seine neue großformatige Serie Somewhere Between Almost Right and Not Quite (With Orange), 2004, für das Deutsche Guggenheim beschäftigt sich mit dem Phänomen »Zwischenraum«. Orange, die Farbe »zwischen« Gelb und Rot, dominiert dieses Projekt. Baldessari reizt die Widersprüche aus: Die Bilder erzählen von Harmonie und Konflikt, Sicherheit und Gefahr und verschweigen auch die Leere nicht, die zwischen den beiden Extremen liegt – die beunruhigende Existenz des »Zwischenraums«. Die Standfotos sind aus Zeit und Raum gelöst. Befreit vom ursprünglichen Filmskript, nehmen sie in Baldessaris Präsentationsregie neue Gestalt an. Baldessaris visuelle Montagetechnik soll illustrieren, dass die Bildbedeutung sich erst im Laufe eines Dialogs entwickelt und nicht schon inhärent im Werk enthalten ist.

Parallel zeigt das Studienzentrum für Künstlerpublikationen / ASPC im Neuen Museum Weserburg die von Anne Thurmann-Jajes zusammengestellte Präsentation
John Baldessari
Bücher, Plakate, Filme und Videos
22.2.–30.4.05

Der Überblick über diese künstlerischen Publikationen von J. Baldessari von 1971 bis Heute umfasst das gesamte Spektrum seiner Arbeiten: Filme, Videos, Plakate und neben den Künstlerbüchern auch einige künstlerische Originalbeiträge in Zeitschriften und allgemeinen Publikationen. Durch diese Präsentation lässt sich die künstlerische Entwicklung Baldessaris von seinen konzeptionellen Arbeiten an bis zu seiner Auseinandersetzung mit Film und Filmstill nachvollziehen.


Sammlung Deutsche Bank, Kooperation mit der Deutschen Guggenheim Berlin. ..." (Quelle Presse Museum Weserburg)

Ausstellungsdauer: 21.02 -27.03.05

Öffnungszeiten: Di - Fr 10–18 Uhr, Sa + So 11–18 Uhr, Mo geschlossen

Neues Museum Weserburg Bremen | Teerhof 20, 28199 Bremen | Telefon: 0049-(0)421-59 83 9-0


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