Pollock der Ältere. Meister der Farbe

23. 08. - 29. 10. 2017 | Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Eingabedatum: 15.08.2017

Werkabbildung

Charles Pollock, Untitled [Post-Rome] blue green black, 1964, Öl auf Leinwand, 152,5 x 152,5 cm, Privatsammlung. Foto und © Charles Pollock Archivesbilder

Erstmals in Deutschland wird das vielschichtige Werk des amerikanischen abstrakten Malers und Graphikers Charles Pollock im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern mit einer Museumsausstellung gewürdigt. Vom 23. August bis zum 29. Oktober 2017 sind im mpk zum Teil großformatige Gemälde und Zeichnungen des Künstlers zu sehen, die zwischen 1950 und 1969 entstanden sind. Das Œuvre spiegelt eindrucksvoll die Entwicklung eines speziellen Bereichs der amerikanischen Kunst im 20. Jahrhundert wider. Der zehn Jahre ältere Bruder von Jackson Pollock – dieser gilt als der bedeutendste Vertreter des amerikanischen „Action Painting" – fand während der 1940er- bis 1970er-Jahre in facettenreichen Werkgruppen zu einer überzeugenden eigenen Handschrift. Europäische Einflüsse, besonders Henri Matisse und Hans Hofmann, haben Charles Pollocks Schaffen geprägt. Charakteristisch für seine Arbeitsweise ist eine schrittweise Loslösung von der Form bei gleichzeitiger Erforschung der Farbe.

1955/56 entstand die sogenannte Chapala-Serie, Gemälde und großformatigeTuschezeichnungen, die Pollock in dem kleinen mexikanischen Dorf Ajijic in der Nähe des Chapala-Sees gefertigt hat. Es folgten weitere Serien wie zum Beispiel „Black and Gray", „Untitled [Black]", „Rome", „Post-Rome" und „New York". Diese zeigen, mit welch experimentellem Potential und zugleich zielgerichteter Konsequenz Pollock seinen künstlerischen Weg verfolgte. Charles Pollock gelangte vom „Sozialen Realismus" der Vorkriegszeit und der seit den1950er-Jahren in den USA entstandenen abstrakten Malerei zum Color Field Painting (Farbfeldmalerei), zu dessen herausragenden Repräsentanten er gehört. Die Farbfeldmalerei ist eine Kunstrichtung, die sich Mitte der 1950er-Jahre in Amerika aus dem Abstrakten Expressionismus entwickelte. Ihre Vertreter, so auch Pollock, wandten sich von der spontanen gestischen Malerei ab und setzten ihr klar konturierte, monochrome Farbfelder entgegen. Dabei verzichteten sie auf einen individuellen Pinselduktus und schufen zum Teil monumentale Gemälde, deren Bildflächen mit Energie und Spannung aufgeladen sind. Kräftige Farben und reduzierte Formen treffen in ihrer Eigenwertigkeit aufeinander. Die variantenreichen Werkgruppen von Charles Pollock sind dafür hervorragende Beispiele.

Das Ausstellungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Charles Pollock Archiv, Paris, und der american contemporary art GALLERY, München.

Charles Pollock wurde 1902 in Denver, Colorado (USA), als Ältester von fünf Söhnen geboren. Sehr früh schon interessierte er sich vor allem für die mexikanische Kunst. 1926 ließ er sich in New York nieder, 1937 in Detroit und kehrte schließlich mit Frau und Tochter wieder nach New York zurück. Von 1941/42 an unterrichtete er an der Universität in Michigan Kalligraphie, Gravur, Typographie und Grafische Gestaltung. 1971 zog Pollock mit seiner Familie nach Paris. Er starb dort 1988.

Mit der Präsentation des Werkes von Charles Pollock setzt das mpk eine Reihe von Ausstellungen fort, die sich mit herausragenden Künstlern des Amerikanischen Abstrakten Expressionismus und dessen Auswirkungen beschäftigen. Das Museum des Bezirksverbands Pfalz trägt so dazu bei, die Bedeutung amerikanischer Kunst und Kultur in Deutschland zu vermitteln.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, deutsch/englisch, mit einem Vorwort von Britta E. Buhlmann und Texten von Kirstin Hübner, Sylvia und Francesca Pollock sowie Annette Reich. Die Publikation umfasst 128 Seiten und enthält zahlreiche Abbildungen. Sie ist zu einem Preis von 18 Euro an der Museumskasse erhältlich oder kann unter mpk.de online bestellt werden.

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern,
Museumsplatz 1,
67657 Kaiserslautern
mpk.de

Presse










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