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Andreas Schmid an He Xiangyu


Eingabedatum: 30.09.2011

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Die zweite carte blanche wurde dem in Berlin lebenden, freischaffenden Künstler Andreas Schmid erteilt. Er hat sich im Laufe seiner Karriere intensiv mit chinesischer Kunst auseinander gesetzt und sehr einfühlsame Kritiken darüber geschrieben. In einer Zeit, in der China durch die Festnahme von Ai Wei Wei im Mittelpunkt der Medien stand, wählte er konsequenterweise den in Beijing lebenden Künstler He Xiangyu aus. Für das Künstlerhaus ist damit die Möglichkeit geschaffen, erneut einen chinesischen Künstler vorzustellen und sich somit dem aktuellen Diskurs über chinesische Kunst anzuschließen. Hier sei daran erinnert, dass unter anderem 1999 Yin Xiuzhen ein Balmoral Stipendium erhielt und mit ihrem Mann, Song Dong, der derzeit auf der Biennale in Venedig vertreten ist, hier lebte und arbeitete. Auch über diese beiden Künstler hat Andreas Schmid geschrieben.

...
He Xiangyu wurde 1986 in Kuandian, Dandong in der Provinz Liaoning geboren. Er lebt und arbeitet in Beijing. He Xiangyu gehört einer Generation von Künstlern an, die spartenübergreifend arbeiten und zu deren Konzept es gehört, die Materialität als Träger ihrer Gedanken in den Vordergrund zu stellen. Das Konzept diktiert die Mittel, die Person des Künstlers hingegen, seine persönliche Handschrift, treten in den Hintergrund. So findet man bei ihm sowohl eine Skulptur aus Coca-Cola Resten als auch gezeichnete Landschaften im traditionellen Stil, abstrakte Ölgemälde, aber auch aus Elfenbein geschnitzte Handschellen.
Für den Laden N° 5 hat He Xiangyu ein ergreifendes hyperrealistisches Werk gefertigt, das sich mit Ai Wei Wei befasst. Durch den Titel stellt er einen Bezug zum revolutionären Marat her. ...

Parallele Ausstellung:
AKTIV AUS
The days are long, the years are short.

Die Abschlussausstellung der Balmoral Stipendiaten 2011 steht unter dem selbst gewählten Motto AKTIV AUS. Damit ist das bewusste Heraustreten aus dem gewohnten Alltag gemeint, das mit einem Stipendium einhergeht. Diese Pause ist aber alles andere als eine Phase des Nichtstuns. Vielmehr vermag die anfängliche Ruhephase den Blick für Neues zu befreien. Vollkommene Offenheit ist notwendig, um der neuen Umgebung zu begegnen, um die andere Kultur auf sich wirken zu lassen und für den sehr wesentlichen Austausch mit den anderen Stipendiaten. Gerade die Permeabilität gegenüber dem Gedankengut und dem Machen der Anderen ermöglicht die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Oeuvres.
Auch der Untertitel The days are long, the years are short verdeutlicht den Prozess der herbeigeführten Leere, die anfänglich den Eindruck von Langsamkeit erweckt. Doch sobald neue Impulse gegeben werden und das Wirken in Gang kommt entsteht wiederum der Eindruck schnell fließender Zeit.
Die Gemeinschaftsarbeit von Claudia del Fierro, George Henry Longly und Hanna Schwarz zeigt diese Ambivalenz: jede Flasche hat eine individuelle Form, alle sind sie randvoll mit Wasser verschiedener Quellen gefüllt. Bad Ems als Kurstadt ist omnipräsent. Die im Künstlerhaus Schloß Balmoral gezeigten Werke aller Stipendiaten sind das Resultat der kreativen Auseinandersetzung mit dem Ort. Lassen Sie sich überraschen von der Intensität der Werke und der dialogischen Präsentation.

Abbildung: He Xiangyu: Der Tod des Marat, 2011 (Detail). Foto: Courtesy ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

Laden N° 5, Römerstraße 5, 56130 Bad Ems.
Durchgehend zu sehen bis zum 01.11.2011.

19.30 Uhr, Künstlerhaus Schloß Balmoral
Abschlussausstellung der Stipendiaten 2011
AKTIV AUS
The days are long. The years are short.
Frank Bölter, Claudia del Fierro, George Henry Longly, Marion Porten, Hanna Schwarz, Wendy Vogel (Kuratorin) und Emma Wolukau-Wanambwa
Künstlerhaus Schloß Balmoral, Villenpromenade 11, 56130 Bad Ems.
Zu sehen bis zum 09.10.2011, Sa, So u. Mo 14 - 18 Uhr u. n. V.

Künstlerhaus Schloß Balmoral
Villenpromenade 11
56130 Bad Ems
Tel.: +49 (0)2603 9419-11
balmoral.de



Medienmitteilung




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