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Günther Zins - Klare Kante

25. November 2018 bis 17. März 2019 | Gustav-Lübcke-Museum, Hamm
Eingabedatum: 28.11.2018

bilder

„Klare Kante“ lautet der Titel der Ausstellung des in Kleve lebenden Künstlers Günther Zins, dem das Gustav-Lübcke-Museum ab 25. November 2018 eine umfangreiche Ausstellung widmet. Zu sehen sind rund 40 ausgewählte Arbeiten des in der Tradition der Konstruktivisten stehenden Bildhauers, dessen Werk durch die Linie geprägt ist. Stets dient ihm die Linie zur künstlerischen Verwandlung eines vorhandenen Raums.
So sind Zins’ Würfel, Quader, Kreise und Pyramiden stereometrische Raumzeichnungen, die ihren Reiz insbesondere in der Interaktion mit ihrer Umgebung entfalten. Nur aus schlanken Edelstahlstäben bestehend, die das Licht auffangen und reflektieren, scheinen die offenen Plastiken wie immateriell zu sein. Sie stehen auf Podesten und Boden, hängen an der Wand oder scheinen zu schweben. Stabilität und Labilität, Monumentalität und Fragilität, Leichtigkeit und Schwere: all das strahlen seine Objekte gleichermaßen aus. Sie durchdringen Räume, öffnen sie oder lassen sie unendlich wirken. Durch die Begegnung mit den Plastiken erfährt der Betrachter auf ebenso zartfühlende wie nachhaltige Weise eine völlig andere räumliche Wahrnehmung. Einmal betreten, wird der Raum zu einem faszinierenden Erfahrungsraum voller Überraschungen, voller ungewohnter Perspektiven und voller Herausforderungen an den Sehnerv. Raum wird zu einer Schule des Sehens ganz besonderer Intensität und damit unabdingbar für Sensibilisierung.
Neben den zahlreichen bildhauerischen Arbeiten sind die von Zins erstellten fotografischen Serien zu sehen, in denen nicht nur die Kunst des Bildhauers im Öffentlichen Raum, sondern auch seine fiktiven Kompositionen „Gigantische Traumprojekte“ zur Anschauung kommen. „Mit sichtlichem Vergnügen fügt Zins in seinen surreal wirkenden Traumvisionen, zusammen, was nicht zusammengehört und verweist somit auf die Welten jenseits der sichtbaren Wirklichkeit“, sagt die Kuratorin Dr. Diana Lenz-Weber. Einen noch erfindungsreicheren Schritt weiter geht Zins mit seinen selbst inszenierten und fotografisch festgehaltenen Interaktionen „Würfeltänze“ und „Geworfenen Plastiken“. Mit diesen zufallsgesteuerten Performances befreit Günther Zins die Skulptur endgültig von Sockel, Wand und Boden. Er entlässt sie in ihr Eigenleben. Ganz besonders hierbei zeigt sich, wie geometrische Nüchternheit eine poetische, von der Fantasie getriebene Nuance annehmen kann.



Gustav-Lübcke-Museum

www.hamm.de

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