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Kunstszenarien in Unternehmen


Eingabedatum: 10.09.1999

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Anhand dreier unterschiedlicher "Kunstszenarien in Unternehmen" untersucht Elisabeth Wagner in ihrem gleichnamigen Buch das Zusammenspiel von Wirtschaft und Kunst. Im Vordergrund steht hierbei die kunsthistorische Betrachtung der von den Unternehmen erworbenen Kunstwerke sowie die Offenlegung von Primärstrukturen in der Unternehmenspraxis, welche die Bedingungen für einen aufgeschlossenen Umgang mit zeitgenössischer Kunst ermöglichen.

In ihrem 1.Szenario behandelt die Autorin Ben Willikens´ Gemälde im Auditorium der Daimler-Benz-Hauptverwaltung und reflektiert Gründe, die Anfänge und Aufbau der Sammlung von Daimler-Benz bestimmten. Argumente liefern in erster Linie die Kunstverantwortlichen des Unternehmens selbst. So wurde die Sammlung nach den Worten von Edzard Reuter (einem der Anreger) angelegt, "...um damit Aufgeschlossenheit über die unmittelbare unternehmerische Zweckorientierung hinaus zu demonstrieren". Gleichzeitig soll die Kunst Kommunikationsebenen berühren, welche die Wertvorstellungen der Mitarbeiter ansprechen. Die Arbeiten von Willikens stehen hierbei für ein Potential, das dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern Raum für Phantasie und Imagination eröffnet. Kunst impliziert hier Ressourcen, die sich Kraft ihrer ästhetischen Möglichkeiten produktiv auf das Unternehmen auswirken.
Aber auch bei dem 2. Szenario dem "Farbfeld 845/91" von Rupprecht Geiger im Betriebsrestaurant der Siemens AG in München macht Elisabeth Wagner deutlich, daß ein Unternehmen als "lernende Organisation" von flexiblen und kreativen Strukturen künstlerischen Denkens profitieren kann. So heißt es im Rahmen des Siemens Kulturprogramms: "Man will Situationen schaffen, in denen ungewöhnliche Initiativen aufeinander treffen, unterschiedliche Disziplinen und Diskurse miteinander in Verbindung treten, so daß allein schon aus der ungewohnten Kombination ein Innovationsgewinn resultiert."
Das 3. Szenario verweist auf "Angewandte Kunstwissenschaft im Unternehmen: Max Imdahl diskutiert moderne Kunst mit Vertrauensleuten der Bayer AG". Erinnert wird an die regelmäßigen Diskussionen, die der Kunsthistoriker Max Imdahl in einem Zeitraum von fast 10 Jahren mit den Mitarbeitern der Bayer AG über Werke moderner Kunst führte. Kunst sollte als eigenständige Kommunikationsebene erfahren werden, um ihre spezifische Kreativität zu erkennen und sie sowohl individuell als auch produktiv zu nutzen.

Chistoph Thomessen




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